Team und Fans erleben gemeinsam große Momente

Der BVB-Kommentar

Es war kein normaler Champions-League-Abend am Mittwoch in Dortmund. Wie auch. Keine 24 Stunden vor dem nachgeholten Spiel gegen den AS Monaco war der BVB Ziel eines Bombenanschlags geworden. Doch erst am Tag danach, als die Ermittlungsbehörden mehr und mehr Details bekanntgaben, wurde das große Glück, dass die Spieler und Trainer von Borussia Dortmund hatten, deutlich.

DORTMUND

, 13.04.2017, 00:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
Team und Fans erleben gemeinsam große Momente

Sokratis (r.) erklärte nach dem Spiel gegen Monaco: ""Das war am Dienstag der schlimmste Tag meines Lebens. Ich bin froh, dass ich am Leben bin. Was wir erlebt haben, das wünsche ich niemandem."

So wichtig das gesellschaftliche Zeichen ist, sich nicht unterkriegen zu lassen vom Bombenterror, so verständlich wäre es gewesen, wenn Einzelne gesagt hätten, dass sie nicht spielen können. Doch sie waren alle da!

Schwerste Aufgabe der Karriere

Thomas Tuchel und seine Mannschaft nahmen die vermutlich schwerste Aufgabe ihrer Karriere an. Eine Aufgabe, die sie nicht nur als Sportler forderte, sondern vor allem als Mensch. Unterstützt wurden sie dabei von mehr als 60.000 Fans, die sich lautstark hinter ihre Elf stellten, sie bedingungslos anfeuerten und ein feines Gespür für diesen so schwierigen Moment bewiesen.  

Nuri Sahin (@nurisahin): – It's hard to find the right words.@JanAageFjortoftpic.twitter.com/KTMPF3PTNI

— Viasat Fotball (@ViasatFotball)

0:2 lag der BVB zur Pause aufgrund zweier individueller Patzer zurück. Niemand hätte es den Borussen verübelt, hätten sie aufgegeben. Doch sie kamen zurück, kämpften, rannten, spielten Fußball. Es waren große Momente, die diese Mannschaft gemeinsam mit den Fans auf die Beine stellten. Dass das Spiel am Ende 2:3 verloren ging, schmälerte diese Leistung in keiner Weise. Jeder Spieler hatte das Recht, stolz auf sich zu sein.

Weiter Weg zurück in die Realität

Wie schwer der Anschlag an den Spielern nagte, das wurde erst in den Minuten nach dem Abpfiff deutlich. Bei manchem Spieler flossen Tränen, als er sich auf den Weg zur Südtribüne machte. Andere schilderten die Geschehnisse vom Vortag so eindrücklich, dass sich ein Kloß im Hals des Zuhörers festsetzte. Der Weg zurück in die Normalität wird ein weiter, ein beschwerlicher sein. Er wird Kraft kosten, es wird auch Rückschläge geben. Ein Anfang jedoch ist hoffentlich gemacht.

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