Mit zwei Siegen und einer Niederlage ist Edin Terzic in seine Zeit als BVB-Cheftrainer gestartet. © imago / Christian Schroedter
Borussia Dortmund

Terzics Startbilanz im Vergleich: So liefen die Debüts der BVB-Trainer

Zwei Siege, eine Niederlage: Das ist die Startbilanz von Edin Terzic als BVB-Cheftrainer. Vielen Vorgängern gelang ein besserer Einstand – ein späterer Erfolgstrainer schnitt schlechter ab.

Es ist wahrlich keine leichte Aufgabe, die Edin Terzic als Nachfolger von Lucien Favre angetreten hat. Die Fans in Dortmund sind seit der Ära Jürgen Klopp (wieder) erfolgsverwöhnt, die Sehnsucht nach einer weiteren Meisterschaft in Dortmund ist groß – und damit auch die Erwartungen an die millionenschwere Mannschaft und den Trainer.

Im zweiten Spiel die erste Niederlage gab‘s für den BVB zuletzt unter Thomas Doll

Mit zwei Siegen und einer Niederlage ist Edin Terzic wettbewerbsübergreifend in seine Zeit als BVB-Cheftrainer gestartet. Zeit zum Durchatmen bleibt kaum. Das Fußball-Jahr 2021 beginnt für den BVB schon am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Dann steht Terzic zum vierten Mal federführend an der Seitenlinie.

Im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer schon die erste Niederlage, das gab es zuletzt 2007, als der Mann an der Seitenlinie für den BVB noch Thomas Doll hieß. Lucien Favre zum Beispiel verlor erst in seinem 16. Bundesliga-Spiel erstmals. Vor allem in den vergangenen Jahren erwischten die neuen BVB-Trainer einen nahezu perfekten Start. Aber längst nicht allen gelang ein Traum-Debüt als BVB-Trainer. Ein Blick in die Statistik:

Parallelen zwischen Peter Stöger und Edin Terzic als BVB-Trainer

Lucien Favre: Auch wenn der Eindruck zuletzt ein wenig trügte: Lucien Favre ist statistisch gesehen einer der erfolgreichsten Trainer von Borussia Dortmund. Und so war auch sein Trainer-Debüt äußerst gelungen. Die ersten beiden Spiele unter Favre in Pokal und Bundesliga gewann der BVB, dann folgten ein Unentschieden und ein weiterer Sieg in der Liga. Am Ende wurde Favre zweimal Vize-Meister mit dem BVB, zu einem Titel reichte es aber nicht.

Peter Stöger: Kurz vor Weihnachten 2017 übernahm Peter Stöger – wie jetzt Edin Terzic – den BVB. Seine Bilanz nach vier Spielen: Zwei Siege, eine Niederlage (im DFB-Pokal gegen Bayern München) im Dezember und ein Unentschieden im ersten Spiel des Jahres 2018 – gespielt wurde vor drei Jahren zum Jahresstart ebenfalls an einem Sonntag und der Gegner hieß VfL Wolfsburg. Ob sich da die Geschichte wiederholt?

Thomas Tuchel und der perfekte BVB-Einstand

Peter Bosz: Vielleicht gucken sie beim BVB zurzeit ein bisschen neidisch nach Leverkusen. Dort leistet Ex-BVB-Trainer Peter Bosz hervorragende Arbeit, Bayer hat das Jahr auf Tabellenplatz zwei beendet – der BVB dagegen ist nur noch fünfter. In Dortmund war die Zeit von Peter Bosz kurz – sie begann aber verheißungsvoll: Bosz startet mit drei Siegen in seinen ersten drei Spielen als BVB-Trainer, dann folgte ein Remis.

Thomas Tuchel: Vier Spiele, vier Siege – besser geht es nicht. Thomas Tuchels Einstand bei Borussia Dortmund im Sommer 2015 war perfekt. Am Ende der Saison wurde der BVB-Vizemeister, in der Saison darauf Dritter in der Liga und Pokalsieger. Es war der bislang letzte Titel des BVB. Weil aber die Differenzen zwischen Tuchel und der BVB-Geschäftsführung unüberbrückbar waren, musste Tuchel trotzdem gehen.

Mit Jürgen Klopp ging es für den BVB bergauf

Jürgen Klopp: Als Jürgen Klopp am 1. Juli 2008 seinen Dienst als Trainer von Borussia Dortmund antrat, ahnte vermutlich niemand, wie erfolgreich „Kloppo“ mit dem BVB werden würde. Sein Debüt konnte sich aber schon sehen lassen: In den ersten vier Spielen unter Klopp gewann die Borussia dreimal und spielte einmal Unentschieden. In der Saison 2008/2009 verpassten die Schwarzgelben die Qualifikation für die Europa League noch knapp, danach ging es aber nur noch nach oben: mit der Qualifikation zur Europa League 2010, der Meisterschaft 2011, dem Double 2012 und dem Champions-League-Finale 2013.

Thomas Doll: Im März 2007 übernahm Doll den BVB – aber auch er konnte die Schwarzgelben nicht wirklich an alte Zeiten anknüpfen lassen. In seinen ersten vier Spielen als Cheftrainer gab es nur einen Sieg, ein Remis und zwei Niederlagen.

Drei Niederlagen und nur ein Sieg unter BVB-Trainer Jürgen Röber

Jürgen Röber: Für nur acht Spiele saß Jürgen Röber vom 19. Dezember 2006 bis 12. März 2007 auf der Trainerbank von Borussia Dortmund. Dann musste er wegen anhaltender Erfolglosigkeit gehen. Zwar startete er mit einem Sieg – gegen Bayern München – dann folgten aber drei Niederlagen und insgesamt nur noch ein Sieg. Zu wenig für den BVB.

Bert van Marwijk: Im Sommer 2004 übernahm Bert van Marwijk die Borussia. Sein Debüt begann mit einer Niederlage. Dann siegte der BVB zweimal. Im vierten Spiel unter dem Holländer gab’s ein Unentschieden. Van Marwijk blieb insgesamt zwei Jahre – und der BVB nur Mittelmaß.

Hitzfeld wurde zum Erfolgstrainer – aber sein BVB-Start war holprig

Matthias Sammer: Heute fungiert Matthias Sammer als Berater bei Borussia Dortmund. Zuvor spielte er nicht nur für den BVB, sondern trainierte ihn auch. Im Jahr 2000 war er zunächst Co-Trainer von Udo Lattek, dann übernahm er die Borussia zur Saison 2000/2001 als Cheftrainer. Seine Bilanz in den ersten vier Spielen kann sich sehen lassen: Auf drei Siege folgte erst im vierten Spiel unter Sammer eine Niederlage – am Saisonende war der BVB Dritter hinter Bayern und Schalke, die sich für vier Minuten schon als Deutscher Meister wähnten. Ein Jahr später wurde Borussia Dortmund dann mit Sammer Meister.

Ottmar Hitzfeld: Ottmar Hitzfeld ist der Trainer, der mit Borussia Dortmund 1997 die Champions League gewann. Dazu kommen noch zwei Meistertitel 1995 und 1996. Ein absoluter Erfolgstrainer also in der BVB-Historie. Hitzfelds Einstand beim BVB ist aber, verglichen mit seinen Nachfolgern, eher mittelmäßig verlaufen. Im ersten Spiel unter Hitzfeld gab’s für den BVB nur ein Remis in der Liga gegen den Karlsruher SC, auf einen Sieg folgte eine Niederlage – dann wieder ein Sieg.

Auf Edin Terzic wartet im neuen Jahr viel Arbeit mit dem BVB

Wie gelungen Edin Terzics Trainerstart wirklich ist, darüber entscheidet also vor allem die kommende Partie. Denn auch wenn die Bilanz des 38-Jährigen positiv ausfällt, hat der neue BVB-Trainer noch viel Arbeit vor sich, um die Mannschaft zurück auf die Erfolgsspur zu bringen – und ist gefordert, an einigen Schrauben zu drehen. Sebastian Kehl, Leiter der BVB-Lizenzspieler, nahm im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten Trainer wie Spieler in die Pflicht. Nach den Feiertagen werde das Team an einigen Dingen arbeiten, die verbessert werden müssen, sagte Kehl. „Das werden wichtige, richtungsweisende Spiele in der Liga für uns. Wir wollen uns im neuen Jahr deutlich verbessern, konstanter und somit erfolgreicher präsentieren.“

Über die Autorin
BVB-Team
Liebt geschriebene Worte, wollte deshalb nie etwas anderes als Journalistin werden. 1989 geboren im Schwarzwald, aufgewachsen im Sauerland, heute in Dortmund zu Hause. Erzählt seit 2013 die Geschichten dieser Stadt, ihrer Menschen und ihres schwarzgelben Fußballklubs.
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