Tinga: "Wir haben nicht an uns geglaubt"

DORTMUND Paulo César Fonseca do Nascimento, genannt Tinga, ist seit zweieinhalb Jahren eine Konstante des BVB-Spiels. Im Interview spricht er über Diego, seine Probleme mit den Trainern und seine Zukunft in Dortmund.

von Von Thomas Schulzke

, 25.03.2009, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Tinga: "Wir haben nicht an uns geglaubt"

BVB-Brasilianer Tinga: Wohin führt sein Weg?

Natürlich. Wir sind Freunde. Seine Eltern waren schon bei mir Zuhause. Aber auf dem Feld kenne ich ihn nicht. Da ist er mein Gegenspieler.

Der Sieg gegen Bremen wird uns Antrieb für die letzten Spiele geben. Jetzt müssen wir eine Serie starten. Den internationalen Platz haben wir im Blick.

Grund Nummer eins: Jürgen Klopp hat sein Vorhaben erfolgreich umgesetzt, in erster Linie die Defensive zu stabilisieren.

Als ich vor zwei Jahren nach Dortmund kam, hatte die Mannschaft große Motivationsprobleme. Lagen wir zurück, gaben wir sofort auf. Wir haben nicht an uns geglaubt. Jetzt kämpfen wir bis zum Schlusspfiff, geben nie auf. Das zahlt sich aus.

Ein großer Teil ist Veranlagung. Ich achte genau auf meinen Körper und dosiere Belastungen. Deshalb hatte ich ehrlich gesagt immer Probleme mit meinen jeweiligen Trainern.

Ich ziehe mich ein, zwei Tage vor dem Spiel etwas zurück und gebe im Training nicht mehr Vollgas.

Es gab am Anfang einige Gespräche mit ihm. Er sprach mich natürlich auf meinen Trainingseifer an. Zugegeben, ich mache seitdem etwas mehr.

Schwieriges Thema. Spreche ich meine Frau und meine Kinder darauf an, irgendwann wieder nach Brasilien zu ziehen, ist das Geschrei groß.

Im Gegenteil. Meine Familie fühlt sich hier absolut wohl. Der älteste Sohn geht hier zur Schule, spielt Fußball. Sie wollen alle bleiben.

Ich muss mir genau überlegen, was ich mache. Wenn mein jetziger Contracto beim BVB ausläuft, bin ich 32 Jahre alt. Es wird also wahrscheinlich der letzte, langfristige, lukrative Vertrag meiner Karriere sein. Sage ich jetzt, ich will unbedingt hier bleiben, hört sich das an, als würde ich ‚bitte, bitte, bitte behaltet mich hier‘ sagen. Aber mein erster Ansprechpartner ist auf jeden Fall der BVB.

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