Hoffnungsschimmer: Tobias Raschl (links) steht BVB-Trainer Enrico Maaßen nach überstandenen Leistenproblemen womöglich doch schon gegen den 1. FC Magdeburg wieder zur Verfügung. © imago images/Revierfoto
Borussia Dortmund

Trotz wichtiger Ausfälle: BVB-U23 geht selbstbewusst ins Drittliga-Topspiel

Einige Leistungsträger werden fehlen. Doch das soll die Ambitionen der U23 des BVB nicht schmälern. Sie erwartet am Samstag Spitzenreiter Magdeburg. Personell gibt es einen Hoffnungsschimmer.

Grob vereinfacht gibt es zwei Arten, wie man durchs Leben gehen kann. Entweder man ist Pessimist, dann sieht man vorrangig das Risiko und das Problem. Oder man ist Optimist, dann erkennt man die Chance und die Möglichkeit. Enrico Maaßen zählt zweifellos zur zweiten Sorte Mensch. Er folgt einem zuversichtlichen Ansatz.


Der Trainer der U23 von Borussia Dortmund ist stets gewillt, das Positive zu betonen. Zugleich macht ihn das nicht blind für eine gesunde Einschätzung der Lage. Der langfristige Verzicht auf Stürmer Steffen Tigges (Muskelverletzung) und Mittelfeldspieler Marco Pasalic (Syndesmose-Anriss) wiegt durchaus schwer, da gibt es auch für Maaßen kein Vertun.

Aber der BVB-Coach ist weit davon entfernt, sich dadurch einschüchtern zu lassen. „Es ist für uns sehr bitter, dass Marco Pasalic und Steffen Tigges ausfallen, aber das soll nicht das vorherrschende Thema sein“, stellt Maaßen klar. Seine Mannschaft erwartet den 1. FC Magdeburg am Samstag (14 Uhr, bei uns im Live-Ticker) trotzdem mit breiter Brust im Stadion Rote Erde.

Stefan Drljaca steht anstelle von Luca Unbehaun im BVB-Tor

Maaßen reklamiert zwei nachvollziehbare Gründe für seine Haltung. Erstens: „Wir haben in der Vergangenheit und auch schon in dieser Saison immer wieder gezeigt, dass wir auf Ausfälle reagieren können.“ Und zweitens: „Wir haben uns bewusst für einen breiten Kader entschieden. Das kommt uns jetzt zugute. Wir werden Lösungen finden, wir haben einen guten Kader mit vielen guten Jungs.“

Das Tor wird wie schon beim 1:0-Sieg gegen den TSV Havelse Stefan Drljaca hüten, da Luca Unbehaun mit einer Syndesmose-Verletzung von der U20-Nationalmannschaft zurückgekehrt ist. In Lennard Maloney, der seine Rotsperre abgesessen hat, steht zudem in der Abwehr eine weitere Option zur Verfügung. Anders als noch zu Saisonbeginn, als vorwiegend die Defensive Umbaumaßnahmen verlangte, ist nun in der Offensive Kreativität gefragt.

Hoffnung auf unerwartet schnelle Rückkehr von Tobias Raschl

Rechtsaußen Ansgar Knauff wird bei den Profis an Bord sein, so dass Enrico Maaßen in der vorderen Reihe gleich auf mehreren Positionen Vakanzen hat, die es zu besetzen gilt. Womöglich gibt es aber eine Variable weniger im zentral defensiven Mittelfeld, da sich Tobias Raschl überraschend schnell von seinen Leistenproblemen erholt hat. Ein Einsatz gegen Magdeburg scheint im Bereich des Möglichen.

Bei den Gästen herrschte am Freitag Unruhe, da bekannt wurde, dass Tobias Müller und Kai Brünker trotz Impfung positiv auf Covid-19 getestet wurden. Sie befinden sich seit einigen Tagen in Quarantäne. Die Partie in Dortmund ist deshalb aber wohl nicht gefährdet. Ungeachtet dessen reisen die Magdeburger als Spitzenreiter ebenfalls voller Selbstvertrauen an. FCM-Verteidiger Alexander Bittroff hat gegenüber „liga3-online.de“ sogar schon die eigene Marschroute verraten: „Das Ziel muss sein, den Gegner nicht in seinen Spielfluss kommen zu lassen. Wir wollen den BVB dazu bringen, dass er auf unkonventionelle Mittel zurückgreift. Dazu gehört zum Beispiel, lange Bälle zu schlagen.“

Aufeinandertreffen zweier offensiv ausgerichteter Teams

Der BVB wird sich hüten, sich darauf einzulassen, weiß aber auch, was auf ihn zukommt. „Wir freuen uns auf das Spiel. Es treffen zwei offensiv ausgerichtete Mannschaften aufeinander und es dürfte sehr intensiv werden“, sagt Maaßen. Der Trainer gibt sich keinen Illusionen hin. Auf seine Mannschaft wartet ein hartes Stück Arbeit. Erst recht ohne Marco Pasalic und Steffen Tigges.

Doch der positive Pragmatismus des Trainers hat längst auch andere erfasst. „Wir jammern nicht. Die Jungs, die spielen können, werden ihr Bestes geben – dann haben wir auch gegen Magdeburg eine Chance“, betont U23-Manager Ingo Preuß. Bange machen gilt nicht.

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