Zeitspiel

Ungleiches Duell im Dezember 1984: Als Werder Bremen den BVB düpierte

Der BVB wird im Dezember 1984 von Werder Bremen überrollt. Die Dortmunder sind danach kleinlaut, während Werders Manager Willi Lemke prahlt. Unser Zeitspiel.
Erich Ribbeck trainierte den BVB von 1984 bis 1985. © imago / Sven Simon

Werders Manager Willi Lemke gefiel sich in seiner Rolle. Er trug den gerissenen Spielball durch die Gegend – und wies triumphierend darauf hin, dass nicht mal die Kugel „heil“ geblieben sei. Seine Botschaft: Seht her, so heftig haben meine Stürmer dagegen gedroschen, so kompromisslos, dass nicht nur der BVB reichlich vermöbelt mit 0:6 aus dem Stadion geschossen wurde, sondern auch der Ball nicht standhalten konnte.

BVB-Trainer Erich Ribbeck spricht von einem Bremer „Spielrausch“

Es war ein ungleiches Duell an diesem 7. Dezember 1984. Der Bundesliga-Zweite Bremen, Lemkes Team, empfing den Drittletzten – und ließ die Muskeln spielen. Völlig souverän, völlig ungefährdet, sodass Dortmunds Trainer Erich Ribbeck anschließend vom Bremer „Spielrausch“ sprach. Ein Spielrausch, dem seine Mannschaft rein gar nichts entgegenzusetzen hatte. Weder Michael Zorc noch Torhüter Eike Immel, der zu bemitleiden war.

Gleich sechs Mal musste Immel den zu dieser Zeit noch stabilen Ball aus dem Netz holen – alle Bremer Angreifer trafen. Erst Frank Neubarth (27.), dann Uwe Reinders (35.), ehe Rudi Völler zur Höchstform auflief – und vier weitere Treffer beisteuerte (40., 50., 64., 67.). Der Nationalstürmer schoss seinen ersten Bundesliga-Hattrick, darüber hinaus war es sein erster Viererpack – Trainer Otto Rehhagel frohlockte: „Meine Truppe hat bravourös gespielt!“

BVB geht in die Fehleranalyse – Bremen ist „alles zuzutrauen“

Und während die Dortmunder Borussia in die Fehleranalyse gehen musste, war Bremens Spielern auch nach Abpfiff zum Angriff zumute. „Wir sind eine Mannschaft, die das Zeug hat, Meister zu werden“, betonte Torwart Dieter Burdenski. Und Jonny Otten meinte: „Zurzeit sind wir so gut in Form, da ist uns alles zuzutrauen.“ Am Ende stand Platz zwei, Deutscher Meister wurde Werder Bremen erst 1987/1988. Borussia Dortmund musste sieben weitere Jahre darauf warten.

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