Der BVB muss gegen Leverkusen Antworten auf viele Fragen liefern

Bundesliga-Topspiel

Ein Spiel hat für den BVB viel verändert. Das 1:3 in Berlin zeigt vorhandene Probleme auf und ist ein Killer für die Aufbruchstimmung. Der Druck auf Team und Trainer Favre wächst.

Dortmund

, 12.09.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der BVB muss gegen Leverkusen Antworten auf viele Fragen liefern

Lucien Favre steht mit dem BVB vor wichtigen Wochen. © David Inderlied

Ab Samstag, wenn die Saison mit dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen nun richtig in Fahrt kommt, muss Borussia Dortmund Antworten auf viele Fragen liefern, die die Pleite bei Union Berlin aufgeworfen hat.

Wiederkehrende Probleme drücken beim BVB auf die Stimmung

Lucien Favre hat sich am Dienstag nichts anmerken lassen. Der freundliche Gruß für die Journalisten vor Beginn des Trainings ist bei ihm obligatorisch, die Begrüßung mit dem erst etwas später eintreffenden Sportdirektor Michael Zorc war herzlich. Dabei steht der Schweizer Trainer schon nach der ersten Saisonniederlage des Titelanwärters massiv unter Druck. So formuliert es zumindest der Boulevard, wo die Ausschläge nach oben und unten allerdings naturgemäß immer etwas kräftiger ausfallen.

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Doch von Eitel Sonnenschein kann tatsächlich nicht die Rede sein. Die wiederkehrenden Probleme und Schwächen, die nicht nur in Berlin zu Tage traten und die der Klub auch mit einer Stärkung des Kaders beheben wollte, drücken auf die Stimmung. Es gab deutliche Worte der sportlichen Führung, weil Anspruch und Wirklichkeit schon in Köln nicht zusammenpassten.

Wie weit ist der BVB tatsächlich?

In dieser schwierigen Gemengelage wird es nun richtig ernst für den BVB: Leverkusen, Barcelona und Frankfurt heißen die drei Gegner in der ersten Englischen Woche der Saison, danach kommt Werder Bremen in den Signal Iduna Park. Leichter wird es auch im Oktober nicht, wenn zwei Auswärtsspiele in der Königsklasse (in Prag und in Mailand) ebenso anstehen wie in der Bundesliga das Derby auf Schalke und gleich zwei Duelle mit Borussia Mönchengladbach in Liga und Pokal.

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Dortmunds Trainer hat zu Beginn der Sommer-Vorbereitung auf die Zeit verwiesen, die das Arbeiten an den bekannten Problemstellen und das Zusammenwachsen der noch einmal veränderten Mannschaft brauche. Dieser Prozess sei nicht abgeschlossen mit dem Saisonstart, man müsse auch die Wochen ohne Pflichtspiel am Dienstag oder Mittwoch intensiv nutzen, hat Lucien Favre damals gesagt. Folgt man dieser Diktion, ist nun aber das Ende der Vorbereitung erreicht, und die große Frage, auf die die erste Englische Woche dann eine Antwort liefern könnte, lautet: Wie weit ist diese Mannschaft tatsächlich?

Der größere Druck liegt beim BVB

Gegen Leverkusen hat sich die Borussia Ende Februar beim 3:2 lange schwer getan. Weit weg sei man auch jetzt nicht vom BVB, hat Bayer-Torhüter Lukas Hradecky in einem Gespräch mit dem „kicker“ nun verlauten lassen und gleich eine kleine Ansage hinterhergeschoben. Die Zeit sei reif für einen Sieg, hat Hradecky erklärt, „aus meiner Sicht ist es ein guter Zeitpunkt, um auf Dortmund zu treffen.“

Der BVB muss gegen Leverkusen Antworten auf viele Fragen liefern

Der BVB hofft auf den Einsatz von Axel Witsel (M.) gegen Leverkusen. © David Inderlied

Was dann zu beweisen wäre. Auch Leverkusen hat Ambitionen in dieser Saison, sie haben in Peter Bosz, einst gescheitert in Dortmund, einen Trainer, der zu gern die drei Punkte entführen würde. Der größere Druck liegt allemal beim BVB. Die Wucht der Reaktionen nach nur einer Niederlage mögen überraschen, aber sie zeigen eins: Die Zweifel, dass diese Mannschaft ihren selbstgesteckten Ansprüchen gerecht werden kann sind mindestens so hoch wie die Hoffnungen, dass Borussia Dortmund der Vormachtstellung der Bayern ein Ende bereiten kann.

Auch der Druck auf BVB-Trainer Favre steigt

Managen muss dies der Trainer: Vor dem Spiel in Berlin hat Sportdirektor Michael Zorc eine Lobeshymne auf Lucien Favre losgelassen. Sie kam ein wenig aus dem Nichts und passte dann erst recht nicht zu dem Eindruck, dass Favres Taktik, seine Personalwahl und die Art des Coachings in Berlin von den BVB-Bossen mit Missfallen beobachtet worden waren. Wichtige Wochen, die schon über Wohl und Wehe entscheiden können, stehen an. Auch für den Trainer.

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