Verlustgeschäft droht: Leonardo Balerdi darf den BVB verlassen

mlzBorussia Dortmund

Der BVB hat vor anderthalb Jahren 15,5 Millionen Euro für Leonardo Balerdi bezahlt. Die bisherige Bilanz fällt für alle Seiten ernüchternd aus. Nun bahnt sich ein Wechsel Balerdis an.

Dortmund

, 10.07.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Olympique Marseille und BVB-Profi Leonardo Balerdi – es wird ernst

Das Debüt hatte alle Zutaten für ein Debakel: 0:4 gegen die TSG Hoffenheim verloren, mehrmals schlecht ausgesehen, verheerende Kritiken kassiert (RN-Note 5,5,) und nach 65 Minuten ausgewechselt. Ziemlich genau anderthalb Jahre hatte Leonardo Balerdi darauf warten müssen, endlich mal von Beginn an für Borussia Dortmund in der Abwehr spielen zu dürfen. Immer waren ihm in der Defensivzentrale andere vorgezogen worden, gerne auch gelernte Mittelfeldspieler. Balerdi hatte sich seine Chance – ähnlich wie Teamkollege Mateu Morey – über Einsätze bei der zweiten Mannschaft, durch Fleiß im Training und über Kurzeinsätze bei den Profis erarbeitet und verdient – doch dann folgte dieser finstere Nachmittag am 34. Spieltag der vergangenen Saison. Fußball kann manchmal böse und brutal sein.

Wege von Borussia Dortmund und Leonardo Balerdi könnten sich trennen

Wirklich überraschend jedenfalls kommt es seit jener Klatsche gegen Hoffenheim nicht mehr, dass sich die Wege Balerdis und Borussia Dortmunds schon wieder trennen könnten, bevor man sich richtig gut kennengelernt hat. Olympique Marseille hat seine Fühler nach dem 21-jährigen Argentinier ausgestreckt, der immerhin schon zwei Länderspiel-Einsätze für die Albiceleste in seiner Vita stehen hat. André Villas-Boas, der Trainer des französischen Vizemeisters, sagte der Zeitung „L‘Équipe“, angesprochen auf Balerdi: „Unserem Präsidenten Jaques Henri wurden vier Namen genannt, er ist einer davon. Er hat ein interessantes Profil. Wir werden sehen, was passiert.“ Der Champions-League-Teilnehmer strebt ein Leihgeschäft samt Kaufoption an, die bei rund zwölf Millionen Euro liegen soll.

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Für Borussia Dortmund wird es, sollte es zu einer Einigung kommen, in jedem Fall ein Verlustgeschäft. Balerdi wechselte im Januar 2019 für stolze 15,5 Millionen Euro von den Boca Juniors zum BVB. Die Dortmunder Verantwortlichen zogen den Transfer damals ein halbes Jahr vor, weil Manuel Akanji wegen einer Hüftverletzung und Dan-Axel Zagadou wegen Problemen am Mittelfuß lange auszufallen drohten. Doch Balerdi, der auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2022 unbedingt Spielpraxis benötigt, war keine wirkliche Hilfe für BVB-Trainer Lucien Favre – und ist bis heute keine geworden. Der gelernte Mittelfeldspieler Julian Weigl, mittlerweile bei Benfica Lissabon wieder im Mittelfeld unterwegs, rückte im Winter 2019 in die Innenverteidigung neben Abdou Diallo, der mittlerweile für Paris Saint-Germain am Ball ist.

Leonardo Balerdi bei Borussia Dortmund: Ernüchternde Bilanz

Und so fällt Balerdis Bilanz nach anderthalb Spielzeiten bei Borussia Dortmund für alle Beteiligten ernüchternd aus. Nur acht Einsätze und 135 Spielminuten stehen für den Mann aus der kleinen Stadt mit dem schönen Namen Villa Mercedes beim BVB zu Buche, ein einziger von Beginn an – bei besagtem 0:4 gegen die TSG Hoffenheim.

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