Vom Ehrgeiz getrieben! Emre Can ist Borussia Dortmunds neuer Aggressive Leader

mlzBVB-Neuzugang

Erst Erling Haaland, nun Emre Can. Borussia Dortmund verpflichtet einen Spieler, der vom Ehrgeiz getrieben ist - und beim BVB eine Lücke schließt.

Dortmund

, 31.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Auf sich aufmerksam gemacht hat Emre Can in der Hinrunde der aktuellen Saison vor allem durch eine Aktion abseits des Platzes. Ein Instagram-Like des 26-Jährigen schlug hohe Wellen, Can setzte ihn unter ein Foto des türkischen Nationalspielers Cenk Tosun beim so genannten „Salut-Jubel“. Es zeigte Tosun mit anderen Nationalspielern, die nach dem Siegtreffer gegen Albanien mit der Hand an der Stirn den Soldaten salutierten, die trotz internationaler Proteste in Nordsyrien einmarschiert waren.

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Die UEFA ermittelte. Can und der Ex-Dortmunder Ilkay Gündogan versicherten später glaubhaft, dass es eher ein unbedachter Klick war, wie er heutzutage täglich tausendfach vorkommt. Keinesfalls hätten sie mit ihrer Sympathiebekundung für das Bild eine politische Botschaft aussenden wollen. Can bezeichnete sich als „absoluten Pazifisten“, überrascht von dem lauten Medienrauschen, das sie aber eigentlich hätten vorausahnen können und müssen, zogen beide ihr „Gefällt mir“ später zurück.

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Die besten Bilder aus der Karriere des Emre Can

Hier gibt's die besten Bilder aus der Karriere des Emre Can.
31.01.2020
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Die besten Bilder aus der Karriere des Emre Can.© picture alliance/dpa
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Sportliche Schlagzeilen zu schreiben, das wäre Emre Can allemal lieber gewesen. Doch die konnte er nur sporadisch liefern - der Hauptgrund dafür, dass Borussia Dortmund sich erfolgreich um ihn bemühte. Nach nur acht Einsätzen in der italienischen Liga und dem Affront über die Nicht-Nominierung für den Turiner Champions-League-Kader, von der Emre Can total überrascht wurde, strebte der 26-Jährige vehement eine Luftveränderung an. Und nach Stationen in der Jugend von Eintracht Frankfurt, beim FC Bayern, Bayer Leverkusen, dem FC Liverpool und Juventus Turin kehrt er nun in die deutsche Bundesliga zurück. Zu Borussia Dortmund.

Can sieht seine Zukunft in der Innenverteidigung

Was macht Emre Can so attraktiv für den BVB? Kurz gesagt: Er liefert die Attribute für eine Spielweise, die stark von dem Oberbegriff „Mentalität“ geprägt ist. Ein Begriff, der in der Hinrunde in Dortmund arg strapaziert wurde, weil im Hochglanz-Kader der Borussia ein ebensolcher Spieler bisweilen schmerzlich vermisst wurde. Und nebenbei kann Emre Can auch noch ganz gut kicken.

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Von Joachim Löw bekam Can unlängst ins Stammbuch geschrieben, ein Profi zu sein, „der die Komponente Robustheit und Zweikampfstärke“ einbringe. Als Emre Can in Dortmund im DFB-Einsatz gegen Argentinien als Innenverteidiger überzeugte, gefiel dies Löw ausdrücklich. Auf dieser Position sieht er seine kurzfristige und langfristige Zukunft. Trotz dieser lobenden Worte hat Emre Cans Wunsch nach Luftveränderung indirekt und direkt auch mit Joachim Löw zu tun. Im Jahr der Europameisterschaft droht Can durchs Raster zu fallen, sollte er sich dem Bundestrainer nicht regelmäßig empfehlen können.

Can gibt Jürgen Klopp und Liverpool einen Korb

Der robuste Defensivspieler will kämpfen um den Platz im deutschen Team. So, wie er es im Frankfurter Nordwesten gelernt hat, wo ihm beigebracht wurde, die Ellenbogen einzusetzen, wo er auch seinen Durchsetzungswillen und großen Ehrgeiz entwickelte. Schon in der U15 folgte er dem Lockruf des FC Bayern, weil von dort der Weg in die englische Premiere League kürzer sei, wie er den geschockten Frankfurtern entwaffnend ehrlich erklärte. Bis er dort tatsächlich landete, musste Emre Can allerdings einige Umwege gehen. In zwei Saisons im Münchner Profi-Kader kam er gerade mal auf fünf Bundesliga-Spiele, unterm Bayer-Kreuz startete er dann so richtig durch.

„Ich träume davon, Weltmeister zu werden.“
Emre Can

Er sei ein Spieler, hat Emre Can in einem Interview mit der „Welt“ einmal erklärt, der sich „immer die höchsten Ziele“ setze „und der alles dafür tut, um sie zu erreichen“. In Leverkusen wurde er zum Bundesliga-Spieler, in Liverpool war er in allen vier Jahren Stammspieler. Sein Marktwert schnellte in die Höhe, Juventus Turin verpflichtete ihn 2018 ablösefrei. Für Jürgen Klopp sei das „ein Schock“ gewesen, hat Can in einem Spox-Interview verraten. „Ich habe ihm gesagt, dass es keine Entscheidung gegen Liverpool, sondern für eine neue Herausforderung war.“

Can träumt davon, „Weltmeister zu werden“

Auch bei Juventus war Emre Can Stammspieler, überstand aber auch Rückschläge wie eine überraschende Operation wegen einer seltenen Schilddrüsenerkrankung. In dieser Phase, sagt Can, habe er Dankbarkeit entwickelt. „Man nimmt sein Leben zu selbstverständlich.“ Das Blatt wendete sich, als der knorrige Maurizio Sarri übernahm. Nur noch Ergänzung zu sein, hatte Cans Ehrgeiz erst recht angestachelt. Dann erreichte ihn, während er Anfang September bei der Nationalmannschaft weilte, aus Italien die Nachricht, dass sein Klub ihn nicht für die Champions League gemeldet hatte - entgegen einer eine Woche zuvor getroffenen Absprache. Can beklagte den Vertrauensbruch auch öffentlich. Und sucht nun das Weite.

Als Resignation wird er das nicht einstufen. Das Gegenteil ist eher der Fall. „Ich träume davon, Weltmeister zu werden“, sagt Emre Can in dem Interview mit der „Welt“. 2018 wurde er nicht nominiert, weil er sich im Frühjahr eine Rückenverletzung zugezogen hatte und erst in der Endphase der Saison wieder auf dem Feld gestanden hatte. Auch darüber beklagte er sich öffentlich. Auch das ist Emre Can: Der 26-Jährige nimmt kein Blatt vor den Mund, er ist alles, nur kein Ja-Sager. Nicht wenige sagen, dass ein solcher Spieler diesem Dortmunder Kader gut tun dürfte.

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