Er trug auch schon beide Trikots: BVB-Offensivkraft Thorgan Hazard. © imago images/Eibner
Borussia Dortmund

Von Gladbach zum BVB und umgekehrt: Diese Spieler haben die Seiten gewechselt

Alle Augen werden auf ihn gerichtet sein: Marco Rose kehrt mit dem BVB an seine alte Wirkungsstätte zurück. Was dabei etwas in Vergessenheit gerät: Er ist nur einer von vielen, die die Seiten gewechselt haben.

Der Abpfiff im Spiel gegen Union Berlin ist gerade eben erst verstummt, die Spieler von Borussia Dortmund lassen sich noch vor der Südtribüne feiern, da wird Marco Rose schon mit einem Thema konfrontiert, das ihn die gesamte Woche über begleiten wird: seine Rückkehr nach Gladbach. Lange und oft wurde sie im Vorfeld dieser Partie nun schon diskutiert. Auch am Samstag werden natürlich alle Augen auf Marco Rose gerichtet sein. Was bei all dem Trubel um den BVB-Trainer etwas in Vergessenheit gerät: Rose ist nur einer von vielen, die in den vergangenen Jahren die Seiten gewechselt haben. Von Borussia zu Borussia.

Thorgan Hazard: von Borussia Mönchengladbach zum BVB (2019)

Einer, der sich mit Pfiffen im Borussia-Park bestens auskennt, ist Thorgan Hazard. Der Belgier spielte von 2014 bis 2019 im Trikot von Borussia Mönchengladbach. Er war Top-Scorer und der wertvollste Spieler im Kader, ehe er dem Ruf seines Ex-Trainers Lucien Favre nach Dortmund folgte. 25,5 Millionen Euro überwies der BVB nach Gladbach. Das Geld nutzte Sportdirektor Max Eberl unter anderem, um die Wunschspieler des damals neuen Trainers Marco Rose zu verpflichten: Stefan Lainer, Breel Embolo, Marcus Thuram und Ramy Bensebaini. Hazard selbst spielte beim BVB eine starke erste Saison, hatte danach allerdings oft mit Verletzungen zu kämpfen. Nun will Thorgan Hazard wieder angreifen.

Matthias Ginter: vom BVB zu Borussia Mönchengladbach (2017)

In Matthias Ginter hatte man bei Borussia Dortmund große Hoffnungen gesetzt, so richtig erfüllt wurden sie allerdings nie. 2017 machte Ginter dann den vermeintlichen Schritt zurück und wechselte für 17 Millionen an den Niederrhein – damit war er damals der teuerste Neuzugang der Vereinsgeschichte. Doch es lohnte sich. Für beide Seiten. Die Gladbacher erhielten einen Stabilisator für die Defensive, Ginter gelang der endgültige Durchbruch in der Nationalmannschaft. Zuletzt sollen sogar mehrere europäische Topklubs an ihm interessiert gewesen sein.

Mahmoud Dahoud: von Borussia Mönchengladbach zum BVB (2017)

Ginter ging, Dahoud kam. Allerdings sah es lange Zeit so aus, als sei die Geschichte zwischen „Mo“ Dahoud und Borussia Dortmund bloß ein großes Missverständnis. Die herausragenden Fähigkeiten, mit denen er im Trikot der Gladbacher geglänzt hatte, brachte er in Dortmund nur selten auf den Rasen. Viele Gladbacher waren der Meinung, er wäre besser noch ein paar Jahre bei den Fohlen geblieben. Doch Dahoud stellte sich seinen Kritikern, er wollte zeigen, dass der Transfer 2017 (12 Mio.) zum BVB genau die richtige Entscheidung war. Das gelang ihm. Spätestens seit dieser Saison ist der 25-Jährige nicht aus der Mannschaft wegzudenken.

Mahmoud Dahoud stammt aus der Gladbacher Jugend und wurde unter Lucien Favre zum Bundesliga-Profi. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Jonas Hofmann: vom BVB zu Borussia Mönchengladbach (2016)

Unter Jürgen Klopp wurde Jonas Hofmann bei Borussia Dortmund zum Bundesliga-Profi, unter Thomas Tuchel sah der heute 29-Jährige aber keine Perspektive mehr und schloss sich der Borussia aus Gladbach an – Hofmann war damit der erste Spieler, den die Fohlen vom BVB verpflichteten. Es dauerte eine Weile, bis der Rechtsaußen in dem neuen Umfeld so richtig in Tritt kam, doch mit der Zeit avancierte er immer mehr zum Leistungsträger und wurde sogar zum deutschen Nationaspieler. In der vergangenen Transferperiode soll es sogar Interesse vom FC Bayern München gegeben haben.

Marco Reus: von Borussia Mönchengladbach zum BVB (2012)

Aus Dortmund über Ahlen nach Gladbach und wieder zurück zum BVB. Ähnlich wie bei Marco Rose wurde der Transfer des Mittelfeldspieler schon während der laufenden Saison bekannt geben, der BVB hatte sich per Ausstiegsklausel die Dienste des damaligen Gladbachers gesichert. Während bei Rose mit der Bekanntgabe die Talfahrt in Gladbach begann, drehte Reus bei den Fohlen noch einmal richtig auf. Mit 18 Toren schoss er Gladbach zur Champions-League-Qualifkation und wurde zum „Fußballer des Jahres.“ Kein Wunder also, dass man dem heutigen BVB-Kapitän den Seitenwechsel damals nicht ganz so übel nahm.

Vier weitere Wechsel zwischen Gladbach und Borussia Dortmund

Angefangen haben die Wechsel zwischen Mönchengladbach und Dortmund 1963 mit Franz Brungs. 20 Jahre später folgte Siegfried Reich. Frank Mill wechselte nach fünf Jahren am Niederrhein 1986 ins Ruhrgebiet und holte 1989 mit dem BVB den DFB-Pokal. Für richtig Aufsehen sorgte 1995 der Wechsel von Heiko Herrlich. Wegen einer angeblichen Zusage von Gladbach-Manager Rolf Rüssmann landete der Fall sogar vor dem Arbeitsgericht. Am Ende kam der Wechsel doch noch zu Stande. Das Wiedersehen fiel ähnlich herzlich aus, wie es jetzt bei Marco Rose der Fall sein dürfte – gar nicht.

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