Wegen Corona: BVB geht von Verlustjahr aus

Borussia Dortmund

Der BVB vermeldet im dritten Quartal ein leichtes Plus im Konzern. Eine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr gibt es weiterhin nicht – nur den Hinweis, dass kein Gewinn zu erwarten ist.

Dortmund

, 08.05.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bei der Aktionärshauptversammlung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA am 25. November 2019.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bei der Aktionärshauptversammlung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA am 25. November 2019. © Guido Kirchner

Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA steht finanziell auf gesunden Füßen, doch die Corona-Pandemie rüttelt auch beim BVB an den Grundfesten. „Alle Einnahmen- und Erlösfelder von Borussia Dortmund sind aufgrund der gegenwärtigen Covid-19-Pandemie mithin weiterhin von negativen Auswirkungen betroffen bzw. können künftig betroffen sein“, heißt es in der Mitteilung zu den Zahlen im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20.

BVB-Geschäftsführung dämpft alle Erwartungen

Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sei der Fortgang der Krisen „von wesentlicher Bedeutung“. Auch wenn in absehbarer Zeit wieder Fußball gespielt werden darf in der Bundesliga, blieben Unsicherheit und Unwägbarkeiten bestehen. Die Geschäftsführung folgert daraus, keine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr abzugeben und dämpft auch alle Erwartungen: Man geht „derzeit davon aus, dass kein positives Konzernjahresergebnis für das gesamte Geschäftsjahr 2019/2020 erzielt wird“.

Statt eines ordentlichen Überschusses wird der BVB die aktuelle Spielzeit vermutlich mit einem Minus in achtstelliger Höhe abschließen, und je nach Verlauf der Covid-19-Pandemie auch die nächste Saison. Allein ein Heimspiel ohne Zuschauer verringert die Einnahmen um rund drei Millionen Euro.

Lage bei Borussia Dortmund nicht existenzbedrohend

Die Lage in Dortmund sei nicht existenzbedrohend wie bei anderen Bundesligaklubs, „aber schon dramatisch“, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Immerhin verfügt der BVB über ausreichend Eigenkapital als Sicherheit, weil er zuletzt gut gewirtschaftet hat.

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„Den Spagat zwischen Profitabilität und Stabilität meistert der BVB, auch aufgrund des sportlichen Erfolges, in den vergangenen Jahren sehr gut“, erklärte Wirtschaftsprofessor Dr. Henning Zülch im Interview. Deswegen erwische ihn die Krise jetzt weniger heftig als andere Vereine.

BVB erwirtschaftet knappes Plus

Ein knappes Plus von 1,1 Millionen Euro hat die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 immerhin erwirtschaftet. Vor einem Jahr betrug der Überschuss noch 29,4 Millionen Euro, was jedoch andere Gründe hatte: „Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum resultiert im Wesentlichen aus einem um 38,2 Millionen Euro verminderten Ergebnis aus Transfergeschäften von 39,0 Millionen Euro. (Vorjahreszeitraum 77,2 Millionen Euro)“, teilte die BVB KGaA mit.

In den ersten drei Quartalen verzeichnen die Konzernumsatzerlöse demnach einen Anstieg um 18,8 Millionen Euro bzw. 6,3 Prozent auf 316,4 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 297,6 Millionen Euro).

BVB-Aktie erholt sich

Der Personalaufwand erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2019/20 auf 161,6 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 153,3 Millionen Euro). Nach der Corona-bedingten Talfahrt Mitte März, als sich der Aktienkurs des BVB von rund 9,50 uro auf unter fünf Euro fast halbierte, erholt sich das Wertpapier zudem allmählich. Zuletzt tendierte die BVB-Aktie in Richtung sieben Euro.

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