Wegen Spielplan: BVB kann noch nicht genießen

Trotz neuem Punkterekord

1, 1, 2, 2, 7, 2 - so lauten nicht die Toto-Ergebnisse vom Wochenende, sondern nach aktuellem Stand die Saisonplatzierungen von Borussia Dortmund in den jüngsten sechs Spielzeiten. Die Vizemeisterschaft 2016 ist dem BVB nicht mehr zu nehmen. Zum Feiern bleibt aber keine Zeit.

DORTMUND

, 04.04.2016, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bilder der Partie Dortmund gegen Bremen.

Bilder der Partie Dortmund gegen Bremen.

Für Trainer Thomas Tuchel bedeutet das den größten Erfolg als Vereinstrainer in seiner Karriere.  Es wird ihm gefallen haben, dass um die direkte Qualifikation für die Champions League und die fixe Vizemeisterschaft, die nach Herthas Niederlage in Gladbach am Sonntagabend feststand, kein großes Bohei gemacht wurde.

Terminplan kommt Tuchels Philosophie entgegen

Einerseits, weil der Spielplan mit fünf Englischen Wochen kaum einen Moment zum Innehalten und zur Ablenkung lässt. Andererseits, weil es in die Philosophie des Trainers passt, sich auf die anstehenden Aufgaben zu konzentrieren und erst nachher zu schauen, was die gebrachten Leistungen wert sind: „Wir sollten uns von Tabellenständen und Punktabständen lösen. Dann wird es gut“, fordert Tuchel immer wieder.

Jetzt lesen

Für die Einordnung der „absoluten Top-Saison“, die Sportdirektor Michael Zorc der Mannschaft bescheinigt, hilft ein Blick in die Statistik. Selbst in den Meisterjahren 2011 und 2012 hatte die Borussia nach 28 Spieltagen weniger Punkte auf dem Konto (65 bzw. 63) als jetzt, wo das Team einen absoluten Vereinsrekord aufgestellt hat. Als Belohnung winken in Europa in der kommenden Saison wieder Real Madrid und der FC Arsenal statt Odds BK und FK Qäbälä. Millionen-Wettbewerb statt Meilen sammeln.

Für Bürki wird ein Traum wahr

„In der Champions League zu spielen, das ist ein überragendes Gefühl, das ist immer ein Traum von mir gewesen“, sagte Torhüter Roman Bürki, „aber wir haben in dieser Saison noch einiges vor in der Europa League, im DFB-Pokal und auch in der Meisterschaft sind wir noch im Rennen.“ Linksverteidiger Marcel Schmelzer äußerte sich ähnlich: „Das erste Ziel erreicht zu haben ist schön, ein großes Kompliment an die ganze Mannschaft dafür. Aber wir müssen uns auf die anstehenden Aufgaben konzentrieren, wir wollen noch einen Titel einfahren.“

Borussia bleibt ungeschlagen im Jahr 2016 (14 Siege, zwei Unentschieden) und die schwarzgelben Mentalitäts-Monster lassen sich dem Anschein nach durch nichts vom Weg abbringen. Nicht von bisher 46 Pflichtspielen und permanenten Englischen Wochen quasi seit Saisonbeginn, und das mit einem vergleichsweise kleinen Kader. Nicht vom Tanz auf drei Hochzeiten. Nicht von Gerüchten und Spekulationen um den Verbleib von Leistungsträgern wie Pierre-Emerick Aubameyang, Mats Hummels oder Ilkay Gündogan.

BVB behält auch bei Rückstand den Glauben

Auch nicht von unglücklichen Rückständen wie in den Spielen gegen Bremen, Augsburg oder Hoffenheim. „Auf unterschiedlichste Dinge reagieren zu können auf dem Platz, das erarbeitet sich die Mannschaft im tagtäglichen Miteinander“, meint Tuchel. Den Glauben an sich verliere die Mannschaft so schnell nicht. „Dieses Selbstvertrauen“, so Tuchel, „verschafft sich die Mannschaft selber. Wir haben Erfolgserlebnisse in Serie, und die vielen Punkte, die wir gesammelt haben, fühlen sich verdient an.“

Minimum neun Spiele sind es noch bis zum Saisonende. Zieht der BVB im DFB-Pokal und in der Europa League ins Finale ein, wären es 14 Partien. Weitere Rekorde winken. Und irgendwann auch Zeit zum Feiern.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt