Trotz weniger Einsätze für Julian Weigl verbietet der BVB dem 23-Jährigen einen Transfer - und in Leipzig war Weigl plötzlich ein wichtiger Faktor. Ist das Wechselverbot für ihn richtig?

Dortmund

, 22.01.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Julian Weigl zur Saison 2015/16 von 1860 München zu Borussia Dortmund wechselte, war der 23-Jährige gleich ein wichtiger Faktor im BVB-Spiel. Auf 51 Einsätze kam der gebürtige Bad Aiblinger damals. Ein Jahr später wurde Weigl 43 Mal eingesetzt, in der Saison 2017/18 standen immerhin noch 33 Einsätze zu Buche. In der Hinrunde setzte BVB-Trainer Lucien Favre achtmal auf Weigl, gegen Leipzig wurde der Ex-Löwe ein neuntes Mal in die Dortmunder Elf beordert - zum zweiten Mal als Innenverteidiger.

Die spärlichen Einsätze werden Weigl nicht zufrieden stellen. Einem Transfer schob der BVB aber einen Riegel vor. Wir diskutieren das Wechselverbot.

Ja, das Wechselverbot ist richtig - als Backup ist Weigl zu wertvoll (Von Dirk Krampe)

Man kann Julian Weigl den Frust, den er in der Hinrunde geschoben hat, natürlich nicht verübeln. Weigl war Borussia Dortmunds Versprechen für eine erfolgreiche Zukunft, nachdem er unter Thomas Tuchel einen kometenhaften Aufstieg erlebt hatte, ihm standen schon alle Türen offen, als er Weihnachten 2016 seinen Vertrag verlängerte und sich bis 2021 band. Die zwei Jahre danach veränderten für ihn aber beinahe alles.

Der BVB handelt in der Causa Weigl konsequent

Dortmunds Wechsel-Verbot für diesen Winter ist ungeachtet seines geschrumpften Stellenwertes, der mageren Einsatzbilanz unter Lucien Favre und einer möglicherweise nächsten dicken Ablösesumme, die aus Paris hätte fließen können, konsequent. Ihm jetzt den Wechsel zu gestatten, damit hätte sich der BVB unnötig eine Baustelle geschaffen - denn Weigl ist der Backup für Axel Witsel und wäre sofort wieder Stammspieler, wenn der Belgier sich verletzen sollte.

Ist Axel Witsel (r.) fit, hat Julian Weigl wenig Chancen, den Belgier aus der BVB-Startelf zu verdrängen.

Ist Axel Witsel (r.) fit, hat Julian Weigl wenig Chancen, den Belgier aus der BVB-Startelf zu verdrängen. © Guido Kirchner

In seinem Schatten erlebte der einstige Shootingstar eine unbefriedigende erste Saisonhälfte. Doch Weigl hat kurz vor Weihnachten und jetzt auch zum Rückrundenstart am eigenen Leib erlebt, wie schnell es im Fußballgeschäft gehen kann. Verletzungspech hat ihn zurück in diese Mannschaft gespült - auf einer Position zwar, die nicht seine angestammte ist. Seine Vielseitigkeit demonstriert zu haben, kann allerdings für mehr Einsatzzeiten in der Rückrunde von Nutzen sein.

Im Sommer dann werden beide Seiten ohnehin die Situation neu bewerten.

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Ist das Wechselverbot für Julian Weigl richtig?

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Nein, das Wechselverbot ist falsch - Weigl hat sich nicht weiterentwickelt (Von Sascha Klaverkamp)

Keine Frage, Julian Weigl ist noch immer wertvoll für Borussia Dortmund. Strategische Klugheit und hohe Pass-Effizienz auf dem Feld - es fällt gedanklich zunächst sehr schwer, einen Spieler mit solchen Fähigkeiten womöglich ziehen zu lassen. Aber: Weigl hat sich in Dortmund binnen der letzten zwei Jahre nicht weiter entwickelt. Eher im Gegenteil.

Weigl hat seinen Stammplatz verloren, darf aber nicht wechseln - handelt der BVB richtig?

Sowohl unter Peter Bosz als auch unter Peter Stöger und jetzt unter Lucien Favre zählte Weigl nur selten zur ersten Elf. Zuletzt spülte ihn erst das defensive Verletzungspech des BVB zurück ins Team - wären Manuel Akanji, Ömer Toprak oder Dan-Axel Zagadou fit, hätte es für Weigl erneut nur einen Platz auf der Ersatzbank oder Tribüne gegeben.

Nationalelf ist kein Thema mehr

Julian Weigl, der Shootingstar aus der Saison 2015/16, hat merklich an Schwung verloren, spielt in der Nationalelf längst keine Rolle mehr, und bei der Borussia kommt er auf Sicht nicht an den gesetzten Axel Witsel und Thomas Delaney vorbei. Mit 23 Jahren muss der frühere Münchner Löwe aber jetzt kontinuierlich auf hohem Niveau spielen, um sich wieder zu verbessern, um zu alter Glanzform zurückzufinden.

Diese Perspektive gibt es für ihn im üppig bestückten Dortmunder Kader nicht. Sollte Weigl also weg wollen und es nun tatsächlich ein Angebot im Bereich von 40, 50 Millionen Euro für ihn geben, sollte die Borussia über einen Verkauf ernsthaft nachdenken.

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