Weigl ist aus der Startelf nicht wegzudenken

BVB-Star von Nebenan

Vor einem halben Jahr war der Name Julian Weigl nur Fußball-Insidern ein Begriff. Als das Talent im Sommer von 1860 München zu Borussia Dortmund wechselte, war er ein unbeschriebenes Blatt, er galt als Perspektivverpflichtung. Wie die Zeiten sich doch ändern. Denn vor dem Rückrunden-Start des BVB in Mönchengladbach (Samstag, 18.30 Uhr) ist der 20-Jährige aus der Dortmunder Startelf nicht mehr wegzudenken.

DORTMUND

, 22.01.2016, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Trainer Thomas Tuchel schätzt Julian Weigl für seine Passsicherheit und Souveränität im defensiven Mittelfeld

BVB-Trainer Thomas Tuchel schätzt Julian Weigl für seine Passsicherheit und Souveränität im defensiven Mittelfeld

Wir sind in einem normalen Reihenhaus in Dortmund. Die dort ansässige Familie sitzt nachmittags am Tisch, als es klingelt. Der kleine Sohn rennt zur Tür und traut seinen Augen kaum, als er sie öffnet. Denn da steht BVB-Profi Julian Weigl mit seiner Freundin Sarah und bittet freundlich um Einlass.

Zettel im Briefkasten

Als er aus dem Trainingslager in Dubai zurückgekehrt war, hatte der 20-Jährige in seinem Briefkasten einen Zettel des kleinen Nachbarsjungen gefunden - und sich kurzerhand entschlossen, ihm einen Besuch abzustatten. Weigl bleibt zwei Stunden, am Ende bietet sich seine Freundin sogar als Babysitterin an. Es ist der Beginn einer Freundschaft zwischen dem Bundesliga-Profi und dem Nachbarsjungen, der zufällig den gleichen Vornamen wie sein Idol trägt.

Die kleine Anekdote klingt angesichts des oft kühlen Profi-Geschäfts zu schön und rührend, um wahr zu sein. Doch sie spielte sich tatsächlich in dieser Woche ab. Sie ist ein Beweis für die Bodenständigkeit Weigls, der als No-Name zum BVB kam und nur ein halbes Jahr später als EM-Kandidat von Bundestrainer Joachim Löw und mögliche Neuverpflichtung vom schwerreichen und an Stars nicht gerade armen Scheich-Klub Manchester City gilt - und trotzdem keine Flausen im Kopf zu haben scheint.

Rasanter Aufsteiger

Weigl gehört zu den rasantesten Aufsteigern der Hinrunde. In 29 von 30 möglichen Pflichtspielen stand er für den BVB auf dem Platz und absolvierte insgesamt 2148 Spielminuten. Mit einem Schnitt von 104,3 Ballkontakten pro 90 Minuten rangiert er in der ligaweiten Tabelle auf Rang vier.

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Nur Bayerns Xabi Alonso (124,1) und Rafinha (111,9) sowie Teamkollege Ilkay Gündogan (110,0) kommen auf einen höheren Wert als der Senkrechtsstarter der Borussia. Auch mit seiner Passstatistik - ein wichtiger Faktor für BVB-Trainer Thomas Tuchel - gehört er zu den Besten: 91,4 Prozent seiner Zuspiele fanden in der Hinrunde einen Mitspielern, nur acht Bundesliga-Profis haben noch bessere Werte.

Platz verteidigen

Mit seiner unaufgeregten, abgebrühten Art wurde Weigl zum wichtigsten Stabilisator der seit Saisonbeginn auf Ballbesitz fokussierten Borussia. Er ist das Bindeglied zwischen Defensive und Offensive. Weigl ist dabei kein Mann fürs Filigrane, aber jemand, der mit vermeintlich einfachen Pässen auch komplizierte Situationen souverän löst. „Er ist sehr abgeklärt, man hat das Gefühl, er hat immer einen Plan“, lobte ihn BVB-Sportdirektor Michael Zorc bereits in der Hinrunde.

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Testspiel: BVB - Sparta Prag 3:1 (1:0)

Bilder des Testspiels zwischen Borussia Dortmund und Sparta Prag in Essen.
19.01.2016
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Bilder der Partie BVB gegen Prag.© Foto: dpa
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BVB-Training in Brackel am 20. Januar

Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 20. Januar.
20.01.2016
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Bilder des BVB-Trainings in Brackel am 20. Januar.© Foto: Defodi
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Auch am Samstag, wenn der BVB in Mönchengladbach in die Rückrunde startet, werden Weigls Pässe eine wichtige Rolle zukommen. Der U21-Nationalspieler macht keinen Hehl daraus, dass er seinen Platz in der zweiten Saisonhälfte gerne verteidigen würde. Auch wenn in Nuri Sahin bald ein Sechser zurückkehrt, der ebenso perfekt zu Tuchels Ideen passt wie Weigl. „Ich bin sehr zufrieden, wie es für uns und mich gelaufen ist“, sagte der 20-Jährige im „Kicker“, „Und naürlich ist das für mich jetzt auch ein anderer Maßstab. Das Ziel ist, in der Startelf zu bleiben, ganz klar.“

Klappt es sogar mit der EM?

Zittern muss er um seinen Startplatz derzeit nicht. Weigl ist gesetzt, das Ansehen bei Trainer Tuchel nach der starken Hinrunde hoch. Und vielleicht klappt es ja sogar mit der EM im Sommer. Seit dieser Woche jedenfalls drückt der kleine Julian aus Weigls Nachbarschaft dafür noch ein wenig fester die Daumen.

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