Welches Gesicht zeigt der BVB im vermeintlichen Topspiel gegen Leverkusen?

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund tritt zum Abschluss der Hinrunde in Leverkusen an. Nur der Sieger hält Anschluss an die Tabellenspitze. Welches Gesicht zeigt der BVB im vermeintlichen Topspiel?

Dortmund

, 19.01.2021, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Mainz will der BVB bei Bayer Leverkusen in die Erfolgsspur zurückkehren.

Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Mainz will der BVB bei Bayer Leverkusen in die Erfolgsspur zurückkehren. © dpa

Mit dem Etikett „Spitzenspiel“ geizen die Deutsche Fußball Liga und die übertragenden Pay-TV-Sender selten. Auch diesmal nicht: Bayer 04 gegen BVB 09, Dritter gegen Vierter, ein Top-Duell. Knüller, Knaller, Klasse-Kick, ein Fußball-Fest unter Flutlicht (20.30 Uhr, live bei Sky). Wirklich?

BVB kann wiederkehrende Schwächeanfälle der Bayern nicht nutzen

In der Bundesliga wird einmal mehr die herausfordernde Frage diskutiert, ob die Mannschaften aus dem oberen Bereich der Tabelle, siehe oben, tatsächlich das Prädikat Spitzenmannschaft verdienen. Konstant kann kaum ein Klub seine Qualitäten abrufen, am ehesten noch, wie immer, der Rekordmeister aus München. Selbst wiederkehrende Schwächeanfälle der Bayern während der gesamten Hinrunde konnte keiner der Möchtegern-Mitbewerber um die Tabellenspitze ausnutzen. Leipzig nicht, Leverkusen nicht, Dortmund nicht.

„Was ihnen allen fehlt, sind Konstanz und eine Achse aus Führungsspielern, die sich zeigen, wenn es auf dem Platz schwierig wird“, kritisierte BVB-Legende Jürgen Kohler im „Kicker“ die Spitzenteams, die nicht immer wie eines auftreten. „Die Bayern sind nicht die Bayern aus dem vergangenen Jahr, damals waren sie unantastbar, jetzt sind sie anfälliger und werden sicher noch Spiele verlieren“, sagt auch Leverkusens Coach Peter Bosz. Für ihn und seine Elf gelte dennoch, wie für alle anderen: „Wir müssen auf uns schauen.“

Leverkusen gegen den BVB: Ein Spiel der Enttäuschten

Damit dürfte auch der BVB gut beraten und ausreichend beschäftigt sein. Den angedeuteten Aufschwung der Schwarzgelben hat das selbst eingehandelte 1:1 gegen Mainz am Samstag derart unglücklich abgebremst, dass die Fans nur mit den Augen rollen konnten. So recht trauen sich ihre Lieblinge nach dem vielversprechenden Neuanfang unter Trainer Edin Terzic nicht die Stärke zu, die der Kader tatsächlich hergäbe. Gegen Mainz agierten die Borussen nach starken 45 Minuten aus ungeklärter Ursache fahrig, hektisch, unkonzentriert. „Wir müssen definitiv daran arbeiten, Sachen beizubehalten, die gut laufen“, meint Terzic.

Jetzt lesen

Bayer 04, heute BVB-Gastgeber, nach dem zwölften Spieltag auf Platz eins (!), verspielte seine gute Ausgangsposition mit vier Bundesliga-Partien ohne Sieg (drei Niederlagen, ein Remis). Wer Leverkusens Lauf seit Längerem verfolgt, den wird das ebenso wenig überraschen wie Dortmunds Schwächeln gegen die Schwachen. Die Konsequenz: BVB und B04 sind Siebter und Achter in der Winter-Tabelle seit Anfang Dezember.

Für den BVB werden sich in Leverkusen Lücken auftun

In den beiden Partien der „Rheinischen Woche“, heute in Leverkusen und am Freitag in Gladbach, bietet sich Terzic und seiner Mannschaft die Gelegenheit, gegen direkte Konkurrenten „die Tabellensituation selbstständig zu beeinflussen“. Ob die Borussen nun dankbar sein sollten, dass zum Ende des wegweisenden Januar diese absolut anspruchsvollen Auswärtsaufgaben warten, sei dahingestellt.

Offensichtlich fällt dem BVB das Fußballspielen leichter, wenn der Gegner nicht nur passiv-defensiv am Spiel teilnimmt, sondern auch Räume anbietet, in denen die Dortmunder den Ball und ihre Sprinter laufen lassen können. Gegen das Leverkusener Power-Pressing, von Ex-BVB-Coach Peter Bosz trotz des offensiven 4-3-3-Systems nicht mehr immer radikal ausgeführt, dürften sich entsprechende Lücken auftun. Und auch am Rasen kann es nicht scheitern: Das Geläuf in der BayArena ist frisch verlegt, rechtzeitig zum Spitzenspiel.

Lesen Sie jetzt