Die BVB-Formkurve von Kapitän Marco Reus zeigt nach oben. © imago / Team2
Borussia Dortmund

Wie BVB-Kapitän Marco Reus vom Trainerwechsel profitieren kann

Marco Reus ringt um Leichtigkeit in seinem Spiel. Der Sieg in Bremen war auch für den BVB-Kapitän ein wichtiger Schritt. Der neue Trainer hilft und lobt, wo er nur kann.

Marco Reus‘ Strafstoß fasste die 90 Minuten im Bremer Weserstadion eigentlich wunderbar zusammen. Es war gewiss nicht perfekt, aber es ging halt gut. Nachschuss. Drin. Unter dem Strich stand das dringend benötigte Erfolgserlebnis. Für den BVB, aber auch für Marco Reus. „Heute haben wir uns hoffentlich in die richtige Spur gebracht“, sagte der Dortmunder Kapitän. Er sprach freilich über die gesamte Mannschaft, aber vermutlich wird sich der eine oder andere BVB-Fan dabei ertappt haben, dass diese Hoffnung auch für Reus im Besonderen gilt.

Es ist bislang nicht die Saison des 31-Jährigen, der fast die gesamte vergangene Rückrunde verletzt verpasste und auch im Sommer erst verspätet in die Saisonvorbereitung einsteigen konnte. Zwar stand Reus in der laufenden Spielzeit in 19 von 20 möglichen Pflichtspielen des BVB auf dem Rasen, zwölf Mal davon in der Startelf (vier Tore, eine Torvorlage), doch der Nationalspieler ringt sichtlich um Rhythmus, Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit in seinem Spiel.

Der Sieg in Bremen soll auch für Reus die Wende zum Guten gewesen sein in dieser Saison. Es sei nach dem schlimmen und schmerzhaften 1:5 gegen den VfB Stuttgart vor allem darum gegangen, eine Reaktion zu zeigen, meinte Reus. Bei einem Trainerwechsel innerhalb der Saison wisse die Mannschaft, „dass sie versagt hat“. Er hoffe, die Reaktion des Teams sei die richtige gewesen.

Borussia Dortmund: Marco Reus ist zurück im Mittelfeld

Die Zahlen legen diesen Eindruck zumindest bei Reus nahe. Als einer von zwei Spielern im zentralen offensiven Mittelfeld sammelte der BVB-Kapitän mehr Ballkontakte als gegen Stuttgart (61 zu 55) und konnte eine etwas bessere Zweikampfquote vorweisen (50 Prozent zu 44 Prozent). Vor allem aber entwickelte Reus gegen Werder deutlich mehr Torgefahr als gegen den VfB, als er von Lucien Favre noch auf der von ihm ungeliebten Position im Sturmzentrum aufgeboten worden war.

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Gegen Stuttgart war Reus an null Torschüssen beteiligt, in Bremen schoss er viermal aufs Tor und legte vier weitere Torschüsse auf. Die Belohnung war, mit einer gewissen Portion Glück, das Tor des Tages – und ein dickes Lob vom neuen Trainer nach dem Spiel. „Marco ist ein unglaublich wichtiger Spieler“, sagte Edin Terzic am späten Dienstagabend. Reus sei „komplett vorweggegangen“ und habe „es von Anfang bis Ende vorgelebt“. Und weiter: „Wir sind unglaublich froh, ihn bei uns zu haben.“

Neuer BVB-Coach Edin Terzic ist von Marco Reus begeistert

Zwei Tage später, auf der Pressekonferenz vor dem Dortmunder Auswärtsspiel bei Union Berlin, wiederholte Terzic das Lob für seinen Kapitän. Reus habe einen „sehr wichtigen Anteil an unserem Sieg“ gehabt, erklärte der 38-Jährige.

Doch auch Terzic wollte nicht abstreiten, dass sich Reus derzeit insgesamt aus einer schwierigen Phase herauskämpfen müsse. „Marco ist es eigentlich gewohnt, nach Verletzungen direkt wieder voll da zu sein, dieses Mal ist es eben ein bisschen anders“, sagte Terzic. Und obwohl er kein Hellseher sei, sei er sicher, dass es nicht allzu lange dauern werde, bis Reus zu alter Stärke zurückfinde.

Marco Reus und der BVB: Stärke durch Erinnern

„Manchmal geht es ganz schnell, manchmal ist es nur eine Aktion, die den Knoten platzen lässt.“ Vor allem gehe es darum, erklärte der BVB-Trainer, dass sich Reus die eigenen Stärken und die guten Phasen wieder in Erinnerung rufe, aber auch darum, dass die Mannschaft den Spieler auf dem Feld unterstütze und ihm das Fußballspielen ein bisschen einfacher mache, indem sie beispielsweise genügend Anspielstationen und Angebote schaffe.

Vielleicht passiert all das ja schon am Freitagabend (20.30 Uhr/live im Free-TV) in der Alten Försterei in Berlin-Köpenick. Hilfreich wäre dabei ganz sicher die Umsetzung eines weiteren Reus-Ansatzes von Dienstagabend, der zwar einmal mehr an die gesamte Mannschaft adressiert war, aber eben auch einmal mehr wunderbar auf den Dortmunder Spielführer persönlich zutraf. „Wir dürfen uns nicht zurückziehen und passiv werden, weil wir dann keinen Zugriff haben.“

Über den Autor
BVB-Redaktion
Tobias Jöhren, Jahrgang 1986, hat an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert. Seit 2013 ist er Mitglied der Sportredaktion von Lensing Media – und findet trotz seines Berufes, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist.
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Tobias Jöhren

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