DFB-Pokal

Zittersieg in der Verlängerung: Unerklärlicher BVB-Einbruch gegen Paderborn

Borussia Dortmund führt im DFB-Pokal gegen Paderborn schnell mit 2:0. Was danach passiert, spiegelt die BVB-Saison in Perfektion wider. Trotz eines unerklärlichen Einbruchs kommen die Schwarzgelben weiter.
Aufwachen! BVB-Trainer Edin Terzic (M.) bereitet seine Spieler auf die Verlängerung vor. © dpa

Drei Siege, hatte Sportdirektor Michael Zorc vor der Partie ganz zutreffend erkannt, brauche Borussia Dortmund ja „nur“ noch bis zu einer erneuten Reise nach Berlin. „Doch wir müssen heute erst einmal unsere Hausaufgaben machen.“ Genau das wurde für die Borussia zu einem großen Problem in einem Spiel, das nach 20 Minuten bereits entschieden schien.

Der BVB stellt das Fußballspielen nach 20 Minuten ein

Doch weil der BVB nach zwei frühen Treffern von Emre Can (6. Minute) und Jadon Sancho (16.) das Fußballspielen komplett einstellte und versuchte, arrogant und pomadig die restlichen 70 Minuten herunterzuspielen, wurde es noch ein unplanmäßig langer Abend.

In der letzten Minute der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse. Erling Haaland machte das vermeintliche 3:1, doch Paderborn reklamierte vehement auf Strafstoß nach einer Attacke zuvor von Felix Passlack gegen Sebastian Schonlau. Und Schiedsrichter Tobias Stieler entschied nach Ansicht der Bilder zu Recht auf Strafstoß. Mehr Dramatik ging nicht, Owusu ließ Hitz keine Chance, es ging in die Verlängerung.

Abseits? BVB-Stürmer Erling Haaland macht das 3:2

Dort brachte Haaland mit seinem Treffer zum 3:2 die Borussia entscheidend in Front. Millimeter entschieden hier zugunsten des Torjägers, der nach Delaneys Pass hart an der Abseitslinie stand. Gäste-Trainer Steffen Baumgart ließ sich die Entscheidung von Stieler ausführlich erklären, seinem Gegenüber Edin Terzic war trotz des Treffers die Laune verhagelt.

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Nach Cans Treffer schien der BVB früh auf dem richtigen Weg zu sein. Jamilu Collins hatte Manuel Akanji einen fast schon sicheren Kopfballtreffer geraubt, als er den Ball auf der Torlinie noch über den Kasten lenkte. Die anschließende Ecke aber brachte die erhoffte Führung für Schwarzgelb. Die Konfusion im Gäste-Strafraum war groß, Can drosch den Ball kompromisslos in die Maschen (6.). Und als Paderborn extrem luftig das Zentrum verteidigte, Erling Haaland mit einer Körperdrehung den Ex-Dortmunder Uwe Hünemeier ins Leere laufen ließ und Sancho steil schickte, blieb der vor SCP-Schlussmann Zingerle eiskalt. Es stand früh 2:0 (16.).

Große Unordnung in der Dortmunder Defensive

Unerklärlicherweise aber sorgte die beruhigende Führung für einen Bruch im Spiel der Borussia, die in der Folge viel zu passiv agierte und die Bälle zu leichtfertig herschenkte. Paderborn war ab Minute 20 mindestens ebenbürtig, BVB-Schlussmann Marwin Hitz musste gegen Srbeny (25.) und Antwi-Adjei (31.) zwei Mal beherzt parieren. „Dann kippte das Spiel so ab der 30. Minute. Da wurden wir viel zu eng, haben den Ball zu wenig bewegt und die Räume nicht gefunden“, meinte BVB-Trainer Edin Terzic.

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DFB-Pokal, Achtelfinale: BVB – SC Paderborn 07 3:2 n.V. (2:2, 2:0)

Im Dortmunder Abwehrzentrum herrschte große Unordnung – das war auch eine Folge der erzwungenen personellen und taktischen Umstellungen, die Terzic vornehmen musste, weil Mats Hummels mit Kniebeschwerden passen musste. Can besetzte das Zentrum der Dreierkette, auf die Terzic umstellte, insgesamt nahm Dortmunds Coach vier Änderungen vor. Vor allem Lukasz Piszczek rechts hatte unübersehbare Probleme gegen den flinken Antwi-Adjei.

Peinlicher und viel zu pomadiger Auftritt des BVB

Paderborn-Trainer Baumgart hatte von einem „Traumlos“ für seine Elf gesprochen und mutiges und hohes Anlaufen angekündigt. Damit hatte der BVB auch nach der Pause Probleme. Es war ein couragierter Auftritt des Underdogs, der durch den Ex-Dortmunder Chris Führich die nächste gute Chance hatte. Wieder war Hitz zur Stelle (71.). Tempo und Zielstrebigkeit, die Dortmund in der Anfangsphase auf den Rasen gebracht hatte, blieben unauffindbar verschwunden.

Und den auch in der zweiten Hälfte peinlichen und viel zu pomadigen Auftritt des Bundesligisten bestrafte Paderborn. Julian Justvan traf zum 1:2 (79.), der eingewechselte Felix Passlack hatte zuvor sträflich in die Mitte verteidigt. Am Ende spielte Paderborn mit Hirn und viel Herz Powerplay und belohnte sich mit dem 2:2 (90.+5). Dank Haaland erreichte der BVB mit eineinhalb blauen Augen das Viertelfinale. Weil erneut Haaland (103.) und Guerreiro (113.) das 4:2 verpassten, blieb dem BVB das Zittern nicht erspart.

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