Zutiefst verunsichert! Für den BVB bleiben Akanjis Wackler diesmal ohne negative Folgen

mlzBorussia Dortmund

Ein erneut wackeliger Auftritt von Manuel Akanji bleibt diesmal ohne negative Folgen für den BVB. Seine Devise: Fehler abhaken und auf neues Selbstvertrauen hoffen. Funktioniert das so einfach?

Dortmund

, 20.10.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seinen Freund hatte er glatt übersehen. Als Breel Embolo, seit Langem einer der besten Kumpel von Manuel Akanji, in Richtung Ball sprintete, sackte Dortmunds Abwehrspieler kurz das Herz in die Hose. Doch sein Kollege aus der Schweizer Nationalmannschaft, mit dem er am Dienstag noch das für die Eidgenossen so wichtige 2:0 gegen Irland in der EM-Qualifikation gefeiert hatte, kam vor Roman Bürki ins Stolpern. Der BVB-Keeper bügelte Akanjis Fehler aus. Diesmal blieb dessen Fauxpas unbestraft.

„Er hat sich ja in der Szene verletzt, hoffentlich nicht so schlimm“, sagte Akanji in Richtung Bürki. „Ich habe ihm gesagt, dass es mir Leid tut.“ Akanji fand in dieser Situation keine andere Anspielstation und wählte den falschen Pass, er kam auf der rechten Verteidigerposition nicht zurecht und erntete auch keinen Widerspruch, als er selber vermutete, „dass ich als Innenverteidiger besser bin“.

BVB-Trainer Favre trifft die falsche Entscheidung

Seine Zweikampfstärke konnte er auf dem Flügel zwar einsetzen und entschied zwei Drittel der Duelle für sich. Mit nicht einmal zehn Kilometern Laufstrecke ließ das Schwergewicht die offensive Bahn allerdings sträflich verwaist. Fragwürdig auch die Entscheidung des Trainerteams, bei fünf Außenverteidigern im Kader einen ungelernten Zentrumsspieler raus an die Linie zu verschieben.

Zutiefst verunsichert! Für den BVB bleiben Akanjis Wackler diesmal ohne negative Folgen

© Deltatre

Beim 1:0 gegen Gladbach setzte Akanji dann, allen Unkenrufen gerechtwerdend, seine (viel zu) lange Liste an persönlichen Aussetzern fort, die er seit Saisonbeginn schreibt. Sicherheit und Souveränität, sonst zentrale Kennzeichen seines Spiels, scheinen verschüttet zu liegen unter einem Berg von Zweifeln und Verunsicherung durch falsche Entscheidungen, zittrige Füße beim Passspiel und Unverständnis über die Gesamtsituation. Das Gute für Akanji: Er macht sich keinen Kopf.

Akanji spielt einen Rückpass aus dem Gruselkatalog

„In dem Moment rege ich mich natürlich sehr auf“, beschrieb er. Wenn nach diesem Rückpass aus dem Gruselkatalog nach einer halben Stunde Spielzeit nicht alles so glücklich verläuft, spielt der BVB nach einer Roten Karte für Bürki in Unterzahl weiter - mit welchen Folgen für das Spiel und die Stimmungslage bei Borussia, das bleibt Spekulation. „Da konnte ich froh sein, dass nichts weiter passiert ist.“

„Wenn man zu lange darüber nachdenkt, dann hat das auf die folgenden Aktionen direkt einen Einfluss. Deswegen muss man es abhaken.“
Manuel Akanji

Akanjis Antwort auf die Frage, wie er mit solchen Situationen umgehe: abhaken. „Ich habe gelernt in meiner Karriere, mit meinen jetzt 24 Jahren, dass man abschalten muss. Wenn man zu lange darüber nachdenkt, dann hat das auf die folgenden Aktionen direkt einen Einfluss. Deswegen“, so seine Logik, „muss man es abhaken.“

Den Gedanken, den Dreier gegen den Tabellenführer als ersten Schritt auf dem Weg zu neuem Selbstvertrauen zu werten und mitzunehmen, äußerten nach der Partie mehrere Borussen. Auch Akanji meinte: „Jeder Sieg gibt Sicherheit. Das war ein wichtiger Schritt nach vorne, wir haben ein hartes Programm vor uns.“ Dennoch dürfe man sich nicht ausruhen „wenn man auf die Tabelle schaut. Wir müssen unsere Siege holen, dann sieht die Lage wieder besser aus.“

Der BVB präsentiert sich gegen Gladbach verunsichert

Alle harsche Kritik an der Mannschaft und Trainer Lucien Favre in den vergangenen zwei Wochen bestätigte Dortmund schließlich auch gegen Gladbach. Der BVB wirkte anfangs tief verunsichert, ehe er sich erst ins Spiel kämpfte, verdient in Führung ging und dann, nach bisher fatalem Muster, in der Defensive wie in Agonie um den Erfolg fürchtete.

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Diesmal ging das, anders als gegen Bremen, Frankfurt oder Freiburg, gut aus für den BVB. Dank der um den einen Treffer besseren Chancenauswertung. „Wenn wir Spiele wie dieses gewinnen, werden auch wieder andere Momente kommen, in denen wir mit mehr Selbstvertrauen spielen“, meinte Akanji. Das galt der gesamten Mannschaft. Und irgendwie auch ihm persönlich.

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