Zuversichtlich in den Endspurt: Die Krise hat den BVB zusammengeschweißt

mlzBorussia Dortmund

Die Krise hat Borussia Dortmund zusammengeschweißt. Das neue System passt zur Mannschaft. Nach zwei Liga-Siegen in Serie geht der BVB zuversichtlich in den Jahresendspurt.

Dortmund

, 09.12.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die kohleschwarzen Sondertrikots hätte es gar nicht gebraucht. Auch im regulären Dress wäre Borussia Dortmund am Samstag nicht wiederzuerkennen gewesen. Zwei Wochen nach der 3:3-Blamage gegen den SC Paderborn entfachte der BVB im heimischen Stadion einen Angriffswirbel, dass Fortuna Düsseldorf baden ging, als führe der Rhein ein Jahrhunderthochwasser. Mit dem 5:0 (1:0) waren die Gäste noch gut bedient. Lucien Favres Mannschaft wirkte wie ausgewechselt. Frust weggezaubert, Lust hergezaubert.

Die Trendwende des BVB scheint vollzogen

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„Ich glaube, man hat gesehen, dass sich etwas bewegt und dass wir nach dem Spiel gegen Paderborn die richtigen Schlüsse gezogen haben“, hielt Michael Zorc den Ball flach. Zwei gute Spiele sorgen bei Borussias Sportdirektor längst nicht für Euphorie. Aber auszusetzen fand er nichts am Auftritt seiner Mannschaft, „es gibt nicht viel zu meckern“. Tempo, Tricks und Tore, so lautete der Dreiklang für Dortmunder Zauberfußball.

Vor 14 Tagen noch testeten die Zentrifugalkräfte des Geschäfts den Zusammenhalt im Klub bis aufs Äußerste. Die Borussen drohten an einer konstant inkonstanten Saison zu verzweifeln. Und glauben jetzt, die Trendwende vollzogen zu haben. „Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind“, führte der im zentralen Mittelfeld allgegenwärtige Julian Brandt als Grund dafür an, dass dieses neuerliche Hoch länger Bestand haben soll als seine sporadischen Vorgänger. „Man muss sich diesen Flow erarbeiten.“

BVB rückt in der Krise zusammen

Zusammengeschweißt hat den BVB auch der Umgang mit der Misere. Kommunikation und Konstruktives statt Krisenmodus und Schuldzuweisungen. Dass die Spieler nicht öffentlich in den Senkel gestellt wurden, wird in der Kabine honoriert. Wie Klubchef Hans-Joachim Watzke und Axel Witsel am Samstag tuschelnd durch den Spielertunnel schlenderten, belegte wunderbar, wie der Klub zusammengerückt ist.

Einigkeit ist das eine, Fußball das andere. Auch die Systemumstellung fruchtet. „Die taktische Ausrichtung mit der Dreierkette gibt uns im Moment ein bisschen mehr Halt und Stabilität“, sagte Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl. Im alten Muster häuften sich die Fehler, die Spieler konnten sie trotz Ansprache nicht abstellen.

BVB-Kapitän Reus ist kaum wiederzuerkennen

Für die neuen Aufgaben sind die Köpfe wieder aufnahmebereit - und was dieser Kader in Spiellaune mit den Gegnern anrichten kann, erfuhr am Samstag die glücklose Fortuna. Vor der Pause konnten die Gäste die meisten Lücken noch schließen, dann hagelte es Treffer. Marco Reus, kaum wiederzuerkennen und zweifacher Torschütze (42., 70.), Jadon Sancho (63., 74) und Thorgan Hazard (58.) brachten die Überlegenheit auch auf der Anzeigetafel zur Geltung.

Zuversichtlich in den Endspurt: Die Krise hat den BVB zusammengeschweißt

Nach zwei Siegen in Serie geht der BVB mit neuem Selbstvertrauen in den Hinrunden-Endspurt. © Kirchner-Media/Christopher Neundorf

Mit diesem Schwung in den Schuhen können die Borussen zuversichtlicher in den Jahresendspurt starten. Bereits am Dienstag gegen Slavia Prag (21 Uhr, DAZN) steht das Achtelfinale der Champions League auf dem Spiel. Die Fans wären begeistert, wenn sie ihre Lieblinge auch im Europapokal-Trikot sofort wiedererkennen können.

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