100 Influenza-Fälle im Kreis Recklinghausen

Fragen und Antworten

Es beginnt mit einem Frösteln, Fieber, Halsschmerzen: Die saisonale Grippewelle füllt aktuell wieder die Wartezimmer der Ärzte. Aber noch längst nicht jeder grippale Infekt ist gleich eine Influenza-Erkrankung. Wir haben beim Gesundheitsamt des Kreises nachgefragt, wie man erkennt, woran man erkrankt ist.

CASTROP-RAUXEL

, 02.04.2016, 05:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aktuell greift die Grippe wieder um sich in NRW.

Aktuell greift die Grippe wieder um sich in NRW.

Wie viele Fälle der meldepflichtigen Infektionskrankheit sind aktuell bekannt?

100 Influenza-Erkrankungen wurden bis jetzt in diesem Jahr für den Kreis Recklinghausen nachgewiesen und amtlich gemeldet. In der Anzahl der gemeldeten Erkrankungen sei das aber keinesfalls auffällig, betont Kreispressesprecher Jochem Manz.

Hauptsächlich handelte es sich um die Grippe Typ A und B. Kreisweit seien bisher aber noch keine Erkrankungen mit der sogenannten Schweinegrippe, also Typ A-Erkrankungen mit H1N1-Virenstämmen, bekannt geworden. Eben jener Virus kann zu schweren Verläufen führen.

Aber wie lässt sich ein grippaler Infekt nun von einer Influenza-Erkrankung unterscheiden? Die Symptome ähneln sich doch, oder?

Tatsächlich treten Husten, Schnupfen, Fieber und Kopfschmerzen auch bei gewöhnlichen Erkältungen auf. Ob nun wirklich eine von Viren ausgelöste Infektion dahinter steckt, erkennt der Arzt bei der Untersuchung anhand der Summe der Symptome.

Gerade wenn regional eine Influenza-Epedemie vorliegt, wird der Mediziner bei einem entsprechenden Verdacht einen Influenza-A/B-Schnelltest durchführen. Dafür nimmt der Arzt einen Abstrich im Nasen- oder Rachenraum. Im Unterschied zur saisonalen Grippe zeigen sich bei der Schweinegrippe zusätzliche Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Die Schweinegrippe soll besonders junge Menschen treffen, ist das richtig?

Dieser Virus kann bei jüngeren Erwachsenen und bei Menschen ohne Vorerkrankungen – so wird vermutet – mehr schwere Krankheitsverläufe verursachen als der saisonale Subtyp des Grippevirus. Mediziner gehen davon aus, dass gerade ältere Menschen mit dem H1N1-Typ bereits im früheren Leben in Kontakt kamen und deshalb Antikörper entwickelt haben.

Dieser Virus, der ursprünglich bei Enten und Schweinen vorkam, hat sich bei Menschen und Schweinen durch die „Spanische Grippe“ 1918 etabliert. Immer wieder gab es Pandemien, zuletzt 2009.

Ärzte raten dringend zur Impfung, aber hilft sie gegen alle Virenstämme?

Es gab zuletzt Stämme, gegen die der aktuelle Impfstoff nicht half. Dennoch ist die Impfung wichtigster Schutz. Deutschland liegt hinten bei den Impfungen und wenn sich die Impfbereitschaft nicht ändert, droht eine große Grippewelle mit vielen Todesfällen. Seit der Pandemie 2009 enthalten die saisonalen Impfstoffe immer auch eine A-H1N1-Komponente.

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