736.000 Euro Förderung für neues WLT-Zentrum

Bau beginnt Anfang 2017

Ein Proben- und Logistikzentrum – für das Westfälische Landestheater (WLT) wird der lang gehegte Traum jetzt endlich wahr. Regierungspräsident Prof. Reinhard Klenke hat am Dienstag einen Förderbescheid in Höhe von 736.000 Euro überreicht. Rund die Hälfte der Kosten ist damit gedeckt.

CASTROP-RAUXEL

, 04.10.2016, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
So wird das neue Proben- und Logistikzentrum des WLT aussehen.

So wird das neue Proben- und Logistikzentrum des WLT aussehen.

Der Regieassistent ruft von der WLT-Probebühne an der Lange Straße an: Er will ein Biedermeyersofa aus dem WLT-Lager. Das liegt in Herne. Also wird das Sofa aus dem Lager geholt und nach Castrop-Rauxel transportiert. Eine Fahrt dauert rund 15 Minuten. Und dann fällt dem Regisseur plötzlich ein: ein Chesterfield-Sofa, das würde doch viel besser passen. Szenen wie diese sind seit 1976, seit der Forumskomplex am Europaplatz eröffnet wurde und das WLT dort einzog, alltäglich. Aber jetzt, mit dem neuen Proben- und Logistikzentrum auf dem Aschegelände neben dem Stadion an der B 235, werden viele Wege kürzer. 

Künstler und Idealisten

Bislang sind da ein Requisiten-Lager und ein Container-System in Herne (die Bühnenbilder des WLT reisen in Containern durchs Land) sowie zwei Probebühnen an der Lange Straße und ein Pädagogik-Standort an der Janusz-Korczak-Gesamtschule in Castrop-Rauxel. „So können nur Idealisten, können nur Künstler über einen längeren Zeitraum arbeiten“, sagt Architekt Martin Heiderich. „Andere Berufsgruppen hätten längst gestreikt.“ Das neue Zentrum, Baubeginn Anfang 2017, wird aus zwei Gebäuden bestehen, jeweils rund 700 Quadratmeter groß. Das eine Gebäude wird ein Lager sein, in dem anderen werden zwei neue Probebühnen, auf denen vier Stücke parallel geprobt werden können, die Pädagogik-Abteilung und Sozialräume untergebracht.

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Baukosten: 1,5 Millionen Euro

„Mir war ein wenig mulmig bei dem Gedanken, neben der berühmten Arne-Jacobsen-Architektur zu bauen“, gibt Martin Heiderich zu. „Wir halten uns zurück. Es wird eine ganz normale dunkle Box mit relativ wenigen Fenstern, da Tageslicht beim Proben stört.“ Die geplanten Baukosten liegen bei 1,5 Millionen Euro – „ohne Puffer“, so der Architekt. Rund die Hälfte ist durch den Förderbescheid abgedeckt, den Rest finanziert die Bank. „Es ist ein unglaublicher Fortschritt für unser Haus, sagt Günter Wohlfarth, der Geschäftsführende Direktor des WLT. „Wir kommen auf eine ganz neue Ebene, was Effektivität und Effizienz betrifft.“ Und: „Das neue Zentrum bringt auch unsere beiden Ensembles näher zusammen“, sagt Intendant Ralf Ebeling. „Die haben sich bislang kaum gesehen.“

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