Ab 3. August kommen die Corona-Tests, aber niemand weiß wie und wo

mlzSchulen und Kitas

Corona-Tests für alle Lehrer, OGS-Betreuer und Kita-Erzieherinnen: Das will das Land ab dem 3. August umsetzen. Für Castrop-Rauxel arbeitet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe unter Hochdruck.

Castrop-Rauxel

, 24.07.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Regelmäßige Corona-Tests für alle Lehrer, Erzieher und andere Berufsgruppen: Das hat das NRW-Schulministerium für Anfang August angekündigt. NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer hatte am Dienstag (20. Juli) gesagt, dass man allen Mitarbeitern öffentlicher und privater pädagogischer Einrichtungen alle 14 Tage einen solchen Corona-Test ermöglichen will.

Das Konzept sieht vor, dass sich alle Beschäftigten an den Schulen (also Lehrer, aber auch Hausmeister und OGS-Betreuungskräfte) sowie in der Kindertagesbetreuung vom 3. August bis zum 9. Oktober alle 14 Tage freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können. Dieses Angebot soll Unsicherheiten in den Schulen und Kitas entgegenwirken.

Gesamttests bei Infektionsgeschehen

Künftig sollen zudem alle am Schulleben Beteiligten sofort und umfänglich getestet werden, sofern in einer Schule ein Infektionsgeschehen auftritt.

Um die Laborkapazitäten nicht zu überfordern, sollen die Tests für die Beschäftigten der Kindertagesbetreuung und der Schulen wöchentlich abwechselnd stattfinden. Die Organisation der Testungen erfolge laut Land über die Kassenärztlichen Vereinigungen, über bestehende Testzentren und die Hausärzte.

Abgewickelt werden sollen die freiwilligen Tests über die Kassenärztliche Vereinigung. Die für Castrop-Rauxel zuständige Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) kann auf Anfrage noch keine Details zum Ablauf der Tests nennen.

KVWL arbeitet unter Hochdruck an Organisation

Sprecherin Jana Elbert teilt mit, dass „die Fachabteilungen unter Hochdruck an der Organisation der Tests arbeiten“. Bis zum 3. August muss das Angebot stehen. Weitere Details seien in den nächsten Tagen zu erwarten und von der Landesregierung angekündigt.

Beim Kreis Recklinghausen hat man die Äußerungen der Ministerin vernommen. „Wir kennen das Testkonzept aus Verlautbarungen, haben aber nach jetzigem Stand nichts damit zu tun, da ja alles über die Kassenärztliche Vereinigung und die Ärzte abgewickelt werden soll“, so Kreis-Sprecher Jochem Manz. Das Gesundheitsamt des Kreises ist ansonsten für Castrop-Rauxel in Sachen Corona-Testungen federführend.

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Ob und wie die Stadt in die Organisation solcher Tests einbezogen ist oder wird, ist unklar. Auf eine kurze Anfrage bei der Stadt am Donnerstagmorgen (23.7.) haben wir bis Redaktionsschluss dieses Artikels keine Antwort erhalten.

Kapteinat begrüßt die Landes-Entscheidung

Als längst überfällig bewertet die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, Lisa Kapteinat, zugleich Stadtverbandschefin der örtlichen SPD, die Gebauer-Pläne: „Wir begrüßen, dass sich die Landesregierung nach langem Zögern nun doch dazu durchgerungen hat, kostenlose Tests für die Beschäftigten im Bereich Schule und Kitas vorzusehen“.

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Kapteinat und ihre Kollegin Regina Kopp-Herr, die ebenfalls stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion in Düssedorf ist, fordern eine konsequente Ausweitung der Tests auch auf andere Berufs- und Personengruppen: „Das gilt vor allem im Bereich der Kranken- und Altenpflege. Gerade in diesem Umfeld brauchen sowohl die Bewohner als auch die Patienten und Betreuten größtmögliche Sicherheit.“

Einheitliche Hygienekonzepte gefordert

Die Landeselternkonferenz NRW (LEK) bezeichnet die Pläne aus Düsseldorf ebenfalls als „begrüßenswert“. Die LEK-Vorsitzende Anke Staar sieht aber ungelöste Probleme. So blieb laut Staar „die Frage, ob die Kommunen dieser Forderung nachkommen oder aus Angst vor zu hohen Infektionszahlen und drohenden Schließungen weiterhin größere Testungen verhindern“.

Die LEK-Vorsitzende fordert unabhängig von den Tests einheitliche Hygienekonzepte und feste Zuständigkeiten. Es müsse für Schüler und Familien die Sicherheit geschaffen werden, wie viel „Vollbetrieb“ im neuen Schuljahr möglich ist.

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Wir berichten weiter täglich live und kostenlos über die Auswirkungen des Coronavirus in Castrop-Rauxel und Umgebung. In Castrop-Rauxel sind bislang drei Menschen gestorben. Von Beate Dönnewald, Carolin West, Ronny von Wangenheim, Lukas Wittland, Uwe von Schirp

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