Abwrackprämie: Bundespolitiker Frank Schwabe informiert sich über Verkauf

CASTROP-RAUXEL Der neue Insignia von Opel steht schon einige Zeit im Verkaufssalon von Bernhard Kampe am Westring – und steht und steht. Einen Corsa dagegen suchte der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe bei seinem Informationsbesuch vergebens.

von Von Peter Wulle

, 09.03.2009, 18:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Abwrackprämie: Bundespolitiker Frank Schwabe informiert sich über Verkauf

Frank Schwabe (l.) ließ sich von Bernhard Kampe informieren.

Hat sein Werkstatt-Geschäft gelitten? „Nein! Das geht auch gar nicht“, antwortet er und rechnet vor: „Wir haben 40 Mio. Autos in Deutschland. 20 Mio. davon sind älter als zehn Jahre. Verschrottet wurden bisher gut 200 000. Wir unterhalten uns also über ein Prozent. Das kann man nicht merken.“ Neu gekauft werden Autos in der Klasse bis 15 000 Euro. Da macht sich die 2500-Euro-Prämie vom Staat richtig bemerkbar. „Am Anfang“, so Kampe, „konnten wir die Kunden gar nicht alle bedienen und mussten Termine vereinbaren. Jetzt hat es sich normalisiert.“ Nach wie vor stellt die Bundesregierung 600 000 Umweltprämien, wie der Kaufanreiz offiziell heißt, zur Verfügung. „Und ab dem 1. April wird mit Abschluss des Kaufvertrages auch die Prämie für das verschrottete Altauto zugesichert“, erklärte Frank Schwabe. Dass es anfangs viele Probleme mit den Antragsformalitäten und auch Schlupflöcher für einen Missbrauch gab, macht Bernhard Kampe dem Bundespolitiker nicht zum Vorwurf: „Es war gut und richtig, dieses Instrument zur Konjunkturförderung schnell an den Start zu bringen. Die Verkäufe gingen ja einfach nicht voran.“

Zu Berichten, nach denen die Entsorger die Autos ausschlachten und zum Beispiel die alten Motoren weiterverkaufen, meinte Frank Schwabe: „Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders.“ Für Bernhard Kampe kann es sich dabei nur um Einzelfälle handeln: „Das rechnet sich doch nicht. Selbst wenn man einen Motor für 250 Euro kriegt und für 1000 Euro einbauen lässt, lohnt sich das nicht.“ Fazit also: Die Umweltprämie ist ein Erfolg. Und dem Insignia ist er noch zu wünschen.

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