Ärger rund um die Kündigung eines Mietverhältnisses - wenn aus Freunden Feinde werden

mlzGerichtsverhandlung

Mehrere Jahre wohnte das angeklagte Paar neben den einstigen Freunden. Doch irgendwann folgte der Rauswurf. Der Mietstreit landete jetzt vor dem Castrop-Rauxeler Amtsgericht.

Castrop-Rauxel

, 25.02.2019, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf Freundschaft folgte Streit, der in einer fristlosen Kündigung des Mietvertrages und jetzt vor Gericht mündete. Mehrere Jahre hatte das angeklagte Paar neben den einstigen Freunden gewohnt. Bis zum Rauswurf.

Der Auszug sei ihnen, so der angeklagte Ex-Mieter, extrem erschwert worden. So habe ein Baugerüst vor der Haustür verhindert, große Stücke herauszutragen. Die Couch habe zwar durchs Fenster gepasst, die Terrarien aus dem Keller nicht.

Ein Feld der Verwüstung

Einen Tag vor der angedrohten Zwangsräumung hatte das Paar dann die Wohnung überwiegend geräumt, soll aber, so die Anzeige der ehemaligen Vermieter und einstigen Freunde, ein Feld der Verwüstung hinerlassen haben. Ein Auszug: TV-Kabel waren aus der Wand gerissen, im Keller Versorgungsrohre gekappt, Klingel und Briefkasten abmontiert, Türknauf gestohlen, der Zaun weg, jede Menge Schutt im Garten dafür liegen geblieben. Alles durch Fotos belegt.

Der Angeklagte, ein 37-jähriger gelernter Installateur und Heizungsbauer, nahm Stück für Stück Stellung und präsentierte ebenfalls Fotos. Aufgenommen am Tag seines Auszugs. Dinge wie die gekappten Rohre, fehlende Steckdosen und aus den Wänden heraushängende Kabel erklärte er anhand der Bilder. Beschrieb, dass er eine Zeit lang das Nebenhaus als Firmensitz mitgemietet hatte, nach der Insolvenz aber vieles zurückgebaut habe und nur diese Leitungen gekappt habe. Weil sie nicht mehr gebraucht wurden. Bei Bedarf könne ein Elektriker diese aber problemlos wieder anschließen.

Vieles auf eigene Kosten gemacht

Die fehlenden Steckdosen habe es nie gegeben, dagegen habe er fast alle Leitungen, die mehr als 50 Jahre alt waren, erneuert, auch auf eigene Kosten Fliesen gelegt. Der Zaun sei von ihm errichtet worden zum Schutz seines Kleinkindes, lagere nun im Keller des neuen Zuhauses. Der einstige Keller war etlichen Terrarien vorbehalten, die Anlage vom Veterinäramt abgenommen. Dafür erforderliche Sicherungen habe er ebenfalls auf eigene Kosten installiert.

Als Auslöser des Streites nannte der Angeklagte eine Nebenkostenabrechnung, die noch hohe Beträge für die ehemaligen Firmenräume enthalten habe, obwohl diese schon längst nicht mehr genutzt, sondern bereits umgewidmet worden waren.

„Eher ein zivilrechtlicher Streit“, befand der Strafrichter nach der Anhörung und zog einen Schlussstrich. Er stellte das Verfahren ein. Die Angeklagten müssen ihre Anwälte selbst bezahlen, können dafür mit dem Thema nun strafrechtlich abschließen. Und mit Castrop-Rauxel, denn sie wohnen inzwischen im Rheinland.

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