Aktionstag am St. Rochus-Hospital: Spaziergang durch acht Meter Darm

CASTROP-RAUXEL Nur 13 Prozent der Frauen und nur 12 Prozent der Männer ab 55 Jahren nutzen die Gelegenheit einer Darmspiegelung (Koloskopie), um Darmkrebs vorzubeugen, dabei wird die Vorsorge von den Kassen bezahlt. Grund genug für das St. Rochus-Hospital, Aufklärung zu betreiben. Mit einem Darm-Tag am Samstag, 21. März, von 10 bis 16 Uhr.

von Von Christoph Witte

, 16.03.2009, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Aktionstag am St. Rochus-Hospital: Spaziergang durch acht Meter Darm

Acht Meter lang ist der begehbare Darm.

"Wir wollen Berührungsängste abbauen", sagt Oberarzt Jürgen Panzer von der Klinik für Innere Medizin. Die niedrige Vorsorge-Quote liege zum einen daran, dass die Menschen Angst vor einer Koloskopie haben. "Die weit verbreitete Meinung ist, dass eine Darmspiegelung furchtbar ist", so Jürgen Panzer, "dabei werden so gute Medikamente eingesetzt, die den Patienten so schläfrig machen, dass er gar nichts mitbekommt." Zudem gebe es eine gewisse Trägheit in Sachen Vorsorgeuntersuchung an Körperstellen, die im Intimbereich liegen. "Eine Magenspiegelung lassen Menschen schon leichter über sich ergehen", so die Erfahrung des Internisten.

Dickdarm-Modell "Was man einmal gesehen hat, macht einem gleich weniger Angst", ist die Philosophie von Thomas Tiemann, Geschäftsführer des Rochus-Hospitals. Deswegen bekommen Besucher am Tag der offenen Tür auch die einmalige Gelegenheit, ein acht Meter langes Modell eines Dickdarms zu betreten. Sie durchwandern gesunde Abschnitte, sehen aber auch Polypen im gutartigen Zustand und einen von Krebs befallenen Darmtrakt.

Vorträge und Führungen Jeweils um 11 und um 13 Uhr halten Jürgen Panzer, der Chirurg Dr. Hinrich Böhner und Internist Dr. Christian Szymanski Vorträge rund um Diagnostik, operative und nichtoperative Verfahren bei Darmkrebs. Die Besucher können sich an einem Magen- bzw. Darmmodell an einer Endoskopie versuchen und an einer Führung durch den Operationssaal teilnehmen. Zudem gibt eine Diätassistentin Ernährungstipps, informiert ein Sanitätshaus über Hilfen im Alltag und steht die Selbsthilfegruppe "ilco" für Fragen rund um ein Leben mit künstlichem Darmausgang zur Verfügung. Entsprechende Apparaturen werden auch ausgestellt.

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