Alles wird neu unter und auf den Straßen von Obercastrop

mlzBaustellen und Hochwasserschutz

Unter Obercastrop hat sich einiges getan. Kanalbauarbeiten und Straßensanierungen schreiten voran. Zeit für einen Wasserstandsbericht vor Ort. Auch der Hochwasserschutz war ein großes Thema.

Obercastrop

, 15.03.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drohenden Sturmböen und regenerischem Wetter zum Trotz, trafen sich am Mittwochabend Vertreter von Stadt und Politik mit einigen Anwohnern an der Christinenstraße Ecke Franzstraße. Vor Ort gab EUV-Vorstand Michael Werner einen Wasserstandsbericht zu den umfangreichen Straßen- und Kanalbauarbeiten auf und unter den umliegenden Straßen. Zur Zeit rollen die Bagger über die Franzstraße, seit dem 4. März heißt es hier: kein durchkommen mehr mit dem Auto.

Die Arbeiten schreiten, so Werner, gut voran. Stromkabel und Wasserleitungen unter den Gehwegen stehen aber noch auf der To-do-Liste. „Wir wollen hier bis Mai fertig sein“, sagt der Chef des Stadtbetriebs. Starten sollen demnächst auch die Kanalarbeiten am oberen Ende der Christinenstraße, die letzten Absprachen laufen, dann rollen die Bagger an.

Sanierung kommt ohne KAG aus

Rückblick: Nachdem die Arbeiten an der Elisabethstraße und der Marienstraße in der ersten Jahreshälfte 2018 ins Stocken geraten waren, konnten sie über den Sommer abschlossen werden. Der ursprünglich zuständige Tiefbauunternehmer hatte die Arbeiten nicht mehr fortführen können. Kurzfristig mussten die Verantwortlichen in die Trickkiste greifen. Mittels Nachvergabe wurden die Restarbeiten an der Asphaltdecke an das Bauunternehmen vergeben, das nun an der Franzstraße tätig ist.

Alles wird neu unter und auf den Straßen von Obercastrop

Die Elisabethstraße ist neu asphaltiert. © Matthias Stachelhaus

In der Zwischenzeit war dieselbe Firma auch in der Straße Im Scheiten aktiv und habe hier „eine gute Visitenkarte abgegeben“, sagt Daniel Molloisch, Ortsvereinsvorsitzender und Ratsmitglied der SPD, die zu dem Treffen eingeladen hatte. Auch die Arbeiten an der Hedwigstraße, Im Scheiten und Am Scheitensberg sind, so Werner, abgeschlossen. Das heißt: Unter den Straßen liegen jetzt neue Kanäle, teilweise auch neue Stromkabel und die Straßenoberfläche wurde saniert.

Mit einer hohen Rechnung müssen die Anwohner, die bei Straßensanierungen über das Kommunale Abgabengesetz (KAG) zur Kasse gebeten können, aber nicht rechnen, versicherte Werner den Anwohnern erneut. Nach dem Verursacherprinzip muss für die Sanierung der Straße nämlich der EUV sorgen. „Die Gelder für die Baumaßnahmen kommen über die Gebühren wieder rein.“ Am Ende zahlen die Bürger also trotzdem, aber eben anders und alle gemeinsam. „Das ist viel solidarischer, als über das KAG“, sagt Molloisch auf der anschließenden Bürgerversammlung im Haus Rütershoff.

Zum Vergleich: Wäre die Straßendecke nach KAG saniert worden, wären die Anwohner mit bis zu 90 Prozent an den Kosten beteiligt worden. Diese Art der Finanzierung sorgt immer wieder für Unmut und an mehreren Orten, unter anderem in Lünen, formiert sich massiven Widerstand der Bürger gegen die Straßenbaubeiträge. In NRW haben sich neben Bürgerinitiativen auch der Bund der Steuerzahler und die SPD die Abschaffung auf die Fahnen geschrieben.

Wünsche der Anwohner mitgenommen

Auch Anmerkungen und Wünsche der Anwohner nahmen die Verantwortlichen mit zurück in die Büros. Wünsche nach einer Spielstraße im oberen Teil der Christinenstraße oder Parkverbotsschilder für die Ecke Franzstraße/Marienstraße wurden aufgenommen.

Auf der anschließenden Bürgerversammlung im Haus Rütershoff erstattete Michael Werner den hier deutlich zahlreicher erschienenen interessierten Bürgern Bericht zum Stand der Planung für das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) am Obercastroper Bach. Die soll bis Ende 2019 soweit Form annehmen, dass in den folgenden Jahren mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Seit der letzten Versammlung im Mai 2018 – auf der der EUV die Pläne für den Hochwasserschutz ausführlich vorgestellt hatte – habe es viele Prüfungen gegeben. Die Tier und Pflanzenwelt vor Ort musste untersucht werden, auch um festzustellen, ob sie von den Bauarbeiten verschont werden muss. Auch eine Auswertung von Fotos über mögliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist notwendig.

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Da müsste dann eventuell der Kampfmittelräumdienst für freie Bahn sorgen. Ein Bodengutachten soll Aufschluss geben über mögliche Belastungen durch abgeladenen Schutt auf dem Gelände. Denn Boden möchte der EUV eigentlich so wenig wie möglich abtransportieren. Und es laufen Gespräche mit einer Wohnungsbaugesellschaft aus Bayern, der ein anliegendes Grundstück gehört und für das der EUV eine Durchfahrtserlaubnis braucht, um Fahrzeuge auf die Baustelle bringen zu können.

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