Am Fuß der Berghalde bei Schwerin wird bald gebaut

15 Bungalows und Stadtvillen

"Östlich Funkestraße" ist der Bebauungsplan überschrieben, nach dem jetzt auf der Berghalde Schwerin eine Neubausiedlung entstehen soll. Viele Interessenten für die neuen Häuser gibt es wohl schon - die Anwohner sehen den Neubauten aber kritisch entgegen. Sie fühlen sich in ihren Bedenken nicht ernst genommen.

SCHWERIN

, 09.04.2016, 08:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Baugebiet "Östlich Funkestraße": Jetzt wird alles zerkleinert, was der Säge zum Opfer gefallen ist

Baugebiet "Östlich Funkestraße": Jetzt wird alles zerkleinert, was der Säge zum Opfer gefallen ist

Anfang 2000 schon hatte es Pläne der damaligen Gesellschaft für Wohnungs- und Städtebau (GeWo) zur Bebauung des rund 7500 Quadratmeter großen Grundstücks gegeben – alles Schnee von gestern. Zugeschlagen beim Erwerb hat schließlich das Herner Unternehmen Gropius, das in Dingen und am Hellweg Stadtvillen errichtet hat. Auch an der Funkestraße sollen Stadtvillen entstehen. Und Bungalows, 15 an der Zahl. "Wir stehen Gewehr bei Fuß. Sobald der Rat in seiner Sitzung am 19. Mai grünes Licht gegeben hat, legen wir los", erklärte Gropius-Geschäftsführer Benedikt Lessmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Baugebiet besonders familienfreundlich

Und obwohl die Häuser noch gar nicht in der Vermarktung seien, gebe es eine rege Nachfrage, so Lessmann. Das Baugebiet am Fuß der Halde gilt als besonders familienfreundlich: Die beiden Kindergärten, Mikado und St. Franziskus, sind nur rund 300 Meter entfernt, die Cottenburgschule etwa 700 Meter. Die Nahversorgung gilt an diesem Standort außerdem als besonders gut.

Nachdem mehrere große Bäume und viele Büsche gefallen sind und Reste der alten Schrebergartenkolonie abgeräumt wurden, lässt sich die Dimension des Grundstücks erkennen. Jetzt ist der Blick frei von der Schweriner Straße bis zur Wohnbebauung an der Bodelschwingher Straße.

Anwohner: Neubauten passen nicht zu Stadtbild

Wie Bungalows und Stadtvillen zum Charakter der ehemaligen Bergbausiedlung passen, darüber denken die Siedler in der Siedlergemeinschaft Alt-Schwerin nicht unbedingt freudig gestimmt nach. Etliche Jahre war es ruhig um die Erhaltungssatzung, mit der zumindest die ersten Käufer in der privatisierten Siedlung geknebelt wurden, damit das Siedlungsbild nicht auseinander fallen sollte. Seit dem Abriss der alten Verkaufsbude an der Ecke Bodelschwingher-/Funkestraße und dem Neubau eines großen noch immer unbewohnten Wohnhauses, ist das nach Ansicht der Siedler auch Makulatur.

Siedler fühlen sich nicht ernst genommen

Bei der Stadt hieß es, an der Erhaltungssatzung nicht rütteln zu wollen. Viele der Siedler fühlen sich mit ihren Sorgen nicht ernst genommen. Ein Fragenkatalog, vor fast zwei Jahren von der Siedlergemeinschaft zu den Neubauplänen auf den Weg gebracht, blieb bis heute unbeantwortet. 

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