An der Grimbergstraße auf Schwerin wachsen Misteln in einem Ahorn

Klimawandel

An der Grimbergstraße auf Schwerin macht sich eine Mistel in einem Ahornbaum breit. Ist das schlimm für den Baum? Bringt die Mistel denn Glück? Dem Asterix bestimmt.

Schwerin

, 20.02.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Misteln wachsen in einem Ahorn auf der Grimbergstraße auf Castrop-Rauxel-Schwerin.

Misteln wachsen in einem Ahorn auf der Grimbergstraße auf Schwerin. © Abi Schlehenkamp

Der Fußgänger muss nicht als Hans-Guck-in-die Luft unterwegs sein, um unschwer zur laubfreien Baum-Zeit zu erkennen: In einem Ahornbaum an der Grimbergstraße auf Schwerin macht sich eine Mistel breit.

Dass das durchaus außergewöhnlich ist, bestätigt Klaus Breuer, Chef des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen bei der Stadt: „Die Mistel, lateinisch Viscum album, ist ein sogenannter Halbschmarotzer, der im Bereich Castrop-Rauxel und auch im Kreis Recklinghausen eher selten vorkommt“, sagt Breuer.

In Bayern sind Misteln sehr häufig

In Richtung Hamm oder Werl sehe man Misteln häufiger. Fahre man mit dem Zug Richtung Bayern, erkenne man sogar vor lauter Misteln die Bäume mitunter nicht mehr. Die Halbschmarotzer entnähmen den Bäumen Wasser und Nährstoffe, betrieben aber selbst noch Photosynthese, sagt Breuer.

Mit anderen Worten: Sie bildet dank des Sonnenlichts die für sie lebensotwendigen Zuckerverbindungen selbst. Vermutlich geht es hier auch um den Klimawandel. Der fördert Vogelarten, die an der Verbreitung der Mistelbeeren maßgeblich beteiligt sind.

Vögel sorgen mit ihrem Kot für die Verbreitung der Misteln

Misteln sind epiphytische Parasiten, die besonders häufig an borkigen Bäumen wie zum Beispiel Pappeln wachsen. Das heißt: Sie gelten als Aufsitzerpflanzen. Vögel fressen die Früchte der Misteln und sorgen mit ihren Ausscheidungen für die Verbreitung der Samen.

Die Misteldrossel verdankt den kleinen weißen Früchten sogar ihren Namen. „Diverse Bäume werden sehr selten oder gar nicht von Misteln befallen“, sagt Breuer. In Mitteleuropa gälten Platanen, Rot-Buchen, die echte Walnuss, Sauer- und Süßkirschen, Ulmen und der Götterbaum als mistelfest.

Moment, Götterbaum? Das ist nach Lesart von Wikipedia ein Laubbaum aus der Familie der Bittereschengewächse. Der Ginkgo, die Sumpfzypresse und der Mammutbaum scheinen laut Breuer grundsätzlich nicht zum Beuteschema der Mistel zu gehören. Und was passiert jetzt mit der Mistel auf Schwerin?

Ahorn kommt mit der Mistel klar

Nichts, sagt Breuer. Grundsätzlich komme der Ahorn damit klar. Anders sähe die Situation aus, wenn da 30 oder mehr der Halbschmarotzer drin säßen. „Dann würden wir einschreiten und die rausschneiden“, sagt Breuer. Sonst würde der Baum zu sehr geschwächt.

Die Mistel wächst übrigens außerordentlich langsam. Die ersten drei Jahre exisitieren ledliglich zwei Blättchen, die sich von da an jährlich verdoppeln. Das Gewächs wird bis zu 70 Jahre alt und erreicht eine Größe von einem Meter Durchmesser.

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