Andreas Pieper hat ein untypisches Hobby

Allein unter Frauen

Andreas Pieper ist eine Rarität. Sein Hobby teilen nicht viele Männer in Castrop-Rauxel. Ein knappes Dutzend Frauen trifft sich in einem Club, um dieser Tätigkeit gemeinsam nachzugehen. Seit November sind die Frauen nicht mehr unter sich. Der 51-jährige Castrop-Rauxeler ist seitdem Mitglied - das erste männliche.

CASTROP-RAUXEL

, 10.01.2016, 07:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Andreas Pieper ist im Strickclub von Castrop-Rauxel aktiv. Seinem Hund Paladin, einem Italienischen Windspiel, hat er einen Pullover gestrickt.

Andreas Pieper ist im Strickclub von Castrop-Rauxel aktiv. Seinem Hund Paladin, einem Italienischen Windspiel, hat er einen Pullover gestrickt.

Andreas Pieper strickt - allein unter einem guten Dutzend strickender Frauen. Wie fühlt sich das an? „Das ist eigentlich nichts Besonderes“, sagt der Mann, der sich gar nicht so sehr als Hahn im Korb der Strickgesellschaft fühlen will. Schon immer habe er es mit Frauen zu tun gehabt. Erst während seines Jobs als Krankenpfleger, dann als Versicherungsfachangestellter.

Und außerdem strickt Pieper schon seit 40 Jahren, seit er in der Schule im Handwerkskurs seinen ersten Schal strickte. Aus dieser Zeit, sagt er, muss auch sein erstes persönliches Meisterwerk stammen. Ein Norweger-Pullover. „Der passt mir inzwischen aber nicht mehr“, sagt er schmunzelnd.

Ernster Grund fürs Stricken

Während Piepers Entscheidung, dem Strickclub beizutreten, in der Familie zunächst für überraschte Gesichter sorgte, steckt hinter der ganzen Sache ein eher ernster Hintergrund. Pieper nutzt das Stricken als Therapiemöglichkeit. Über seine Erkrankung spricht er nicht öffentlich. Fakt ist jedoch, dass das regelmäßige Stricken Pieper dabei hilft, abzuschalten, in einen geregelten Rhythmus zu kommen. Auch wenn er zugibt, dass es zunächst schwierig war, sich zu dem Schritt zu überwinden.

Inzwischen hat der 51-Jährige schon an mehreren Treffen des Strickclubs teilgenommen. Einmal in der Woche, immer mittwochs, geht er dazu dann in ein Café in der Mühlengasse in Castrops Altstadt. „Ich wurde von den Damen begeistert aufgenommen“, erinnert sich Pieper an seine erste Begegnung mit den Strickdamen. Ob sich die Frauen für ihn verstellen, über andere Themen sprechen würden? „Das finde ich nicht, und wir sprechen ja auch viel übers Stricken – und da kann ich ja viel mitreden.“

Schon etwas fertig gestrickt

Sein erstes Stück hat Pieper inzwischen auch schon im Kreis des Strickclubs fertig bekommen. Einen Pullover für seinen Hund namens Paladin – ein Italienisches Windspiel. Mit einem ersten Mann in der Geschichte des Strickclubs, sehnen sich die Mitglieder nun nach weiteren Männern. Der Status als Hahn im Korb ist Pieper auch so ziemlich egal. „Wenn man mal ins Internet schaut, sieht man auch, dass inzwischen viele junge Männer stricken – warum sollen die sich verstecken?“. Das Potenzial, sagt Pieper, wäre also durchaus da. Und er selbst hat den ersten Schritt gemacht.  

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