„Ihr Kinderf...“: Angeklagter muss 600 Euro zahlen - Er schwänzte die Verhandlung

mlzNachbarn beleidigt

Immer wieder beleidigt der 50-Jährige seine Nachbarn. Mit teils merkwürdigen Wortgebilden. Gegen eine Geldstrafe per Strafbefehl legte er Einspruch ein - und bei der Verhandlung dann das...

Castrop-Rauxel

, 09.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Zeugen waren pünktlich. Sie klagten vorab ihr Leid, das ihnen ein Nachbar zufügte. Er beleidige sie auf Schritt und Tritt, zeigte ihnen den Stinkefinger und beschimpfte sie. Einen konkreten Vorfall hatten diese Nachbarn zum Anlass genommen, bei der Polizei Anzeige zu erstatten.

Schriftlich nahm der Angeklagte zu den Vorwürfen Stellung. Er erklärte seine teils krude Wortwahl und legte Widerspruch gegen den Strafbefehl ein.

Sein Widerspruch führte zum neuen Termin - doch der Mann kam nicht

Das führte zu jenem Termin am Donnerstag vor dem Strafrichter, der Zeugen und den Angeklagten anhören wollte. Doch der 50-Jährige kam nicht.

Während der Wartezeit schilderte das benachbarte Ehepaar einige Situationen. Es zitierte einige Beleidigungen, die über den Gartenzaun gerufen wurden - zum Beispiel „Kinderf...“.

„Stellen Sie sich das vor“, so der Nachbar: „Da stehen an der nahe gelegenen Bushaltestelle jede Menge Schulkinder. Und dann so was.“ Seine Sorge um Rufmord schwang darin mit.

Weitere Wortschöpfungen: Richter runzelt die Stirn

Das Wort mit „f“ hatte der Angeklagte mehrfach variiert, mit Wortschöpfungen wie „Nymphenf...“ oder „Spektrumf...“. Es gab ein Stirnrunzeln beim Richter und Staatsanwaltschaft - und nach einer Viertelstunde Wartezeit fiel der Beschluss, den Widerspruch gegen den erlassenen Strafbefehl aufzuheben.

So gilt dieser Strafbefehl mit der Geldstrafe von 600 Euro also doch.

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