Angler mögen den Kormoran nicht

„Vogel des Jahres 2010“

CASTROP-RAUXEL Phalacrocorax carbo hat nicht nur Freunde. Auch wenn der Kormoran jetzt vom Naturschutzbund (NABU) und vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) zum „Vogel des Jahres 2010“ gewählt worden ist. Bei Anglern ist der schwarz gefiederte Fischjäger geradezu verhasst. Wir haben uns umgehört.

von Von Christoph Witte

, 13.10.2009, 16:14 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im März dieses Jahres haben die Angler 34 Exemplare des Kormorans an den Gondelteichen und den Regenrückhaltebecken im Erin-Park gezählt. Die meisten sind nur Gäste. „Zwei, drei leben aber ständig hier“, so Wundrok. Am Kanal ist der Vogel viel häufiger. Das war früher mal anders. Jahrzehntelang war der Kormoran in Deutschland ausgerottet, 1979 wurde er von der EU unter Schutz gestellt. Bis auf rund 25 000 Brutvögel, gut 1000 davon in NRW, ist der Bestand des Kormorans seitdem angewachsen. 2006 wurde er dann wieder zum Abschuss freigegeben. In NRW wurden 2008/2009 laut NABU 4239 Vögel erlegt.

Wundrok ist kein Jäger, versucht, den Kormoran mit Händeklatschen zu vertreiben. „Das funktioniert aber nicht. Der hat sich so an den Menschen gewöhnt“, sagt er. In der Entscheidung, den Kormoran zum Vogel des Jahres zu küren, sieht August Wundrok „reine Provokation“ der Vogelschützer. „Man kann die Natur auch kaputt schützen“, meint Wundrok. „Der Kormoran frisst nämlich Fische weg, die auf der Roten Liste stehen, und entzieht auch dem Eisvogel, den wir hier mühevoll angesiedelt haben, die Grundlage.“ Mit bis zu einem Pfund Frischfisch am Tag gehört der Kormoran zu den nimmersatten Vögeln. Auch aus finanziellen Gründen verflucht Wundrok den flotten Jäger. „Wir setzen die Fische aus, um ein Gleichgewicht in die Gewässer zu bekommen. 1000 Kleinfische kosten uns 80 Euro. Wir sind doch nicht dazu da, um den Kormoran zu füttern!“

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