Anwohner sind sauer auf die Stadt wegen des alten Fuhrpark-Geländes

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Das alte Fuhrpark-Gelände ist den Anwohnern ein Dorn im Auge. Da werde viel Steuergeld für Erbpacht ausgegeben und die Stadt schaue tatenlos dabei zu, wie das Gelände weiter vergammele.

Castrop

, 20.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thomas Martin wohnt an der Schlenkestraße und kann viel erzählen über den wohl größten Immobilien-Schandflecken der Stadt, das alte Fuhrpark-Gelände an der Herner Straße. Denn Martin wohnt direkt daneben. 11.000 Quadratmeter liegen dort seit 2008 brach, gammeln vor sich hin und ziehen immer wieder ungebetene Gäste an.

Thomas Martin: „Als Anwohner des ehemaligen Gebäudekomplexes des EUV an der Herner Straße kann ich es nur begrüßen, dass Sie die Problematik noch einmal ins Licht der Öffentlichkeit rücken.“

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Zwar seien „Vertreter der Politik vor zwei Jahren auf unsere Initiative zu einem Ortstermin da gewesen und gelobten in unserem Beisein ein Abstellen der Mängel“, so Thomas Martin. Geschehen sei aber wenig.

Die Mängel, die es dort aus seiner Sicht gibt, listet er detailliert auf:

  • Jugendliche benutzen den Komplex immer wieder als Party-Location
  • Immer wieder seien Gegenstände in Brand gesetzt worden, was zu vielen Feuerwehreinsätzen geführt habe
  • Es wurden sogar Liegestühle auf dem Dach aufgestellt, um in die beleuchteten Fenster ringsum zu schauen
  • Ratten- und Ungezieferbefall des Umfeldes

Jugendliche haben auf dem Fuhrpark-Gelände viele Spuren hinterlassen.

Jugendliche haben auf dem Fuhrpark-Gelände viele Spuren hinterlassen. © Thomas Martin

Alles, was die Stadt unternommen habe, sei es, die verbliebenen Glasfragmente aus den Fenstern zu entfernen und das Gelände und die Gebäude halbherzig zu verriegeln, so Martin. Allerdings auch nur das Glas aus dem Verwaltungsgebäude, nicht aus den alten Fahrzeughallen, wie Fotos der Anwohner belegen.

Thomas Martin: „Wer hineingelangen will, schafft das ohne Probleme.“ Dafür sprechen die geknackte Kette am Eingangstor, die unsere Redaktion beim Besuch des Geländes am Dienstag (14.7.) entdeckt hatte.

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Die Anwohner des Grundstücks an der Schlenkestraße verstehen nicht, wieso das Gelände nach wie vor brach liegt und den Steuerzahler Jahr für Jahr viel Geld für den Erbpachtzins kostet. Thomas Martin: „Die Zornesröte treibt aber die Aussage von Daniel Molloisch (SPD) ins Gesicht.“ Der hatte in der letzten Ratssitzung gesagt: „Wir kümmern uns als Stadt, aber es entbindet die Leute, die Eigentum haben, nicht davon, sich selbst auch zu kümmern. Eigentümer müssen Sorge dafür tragen, dass ihr Eigentum den Bürgern in Castrop-Rauxel zuzumuten ist. Das hat auch mit Solidarität zu tun.“

Thomas Martin fällt dazu nur ein Vergleich ein: „Wasser predigen und Wein trinken.“

Der alte Fuhrpark grenzt zur Schlenkestraße und zur Bladenhorster Straße direkt an Wohnbebauung.

Der alte Fuhrpark grenzt zur Schlenkestraße und zur Bladenhorster Straße direkt an Wohnbebauung. © Thomas Martin

Die Stadtverwaltung weist in einer Antwort auf einen Fragenkatalog unserer Redaktion darauf hin, dass das Gelände ja nicht im Eigentum der Stadt sei, sondern ein Erbpacht-Grundstück. Stadtsprecherin Uta Stevens: „Zur Zeit werden interne Überlegungen zur weiteren Nutzung aufgestellt.“

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Das Gelände sei mit Bauzäunen umschlossen und sollte abgeschlossen sein. Uta Stevens: „Gestern wurde das Tor wieder verschlossen.“ Wie lange das der Fall ist, bleibt abzuwarten.

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