Anwohner wettern gegen geplanten "Riesenbau"

Ortszentrum Henrichenburg

Er ist zu hoch, er passt nicht zum Ortsbild: Der Gebäude-Komplex, in dem am Gevelskamp in Henrichenburg generationengerechte Wohnungen und Geschäftsräume entstehen sollen, sorgt für Verstimmung unter den Anwohnern. Ihr Widerstand ist aber zwecklos: Die Politik hat den geplanten Neubau bereits genehmigt.

HENRICHENBURG

, 16.09.2014, 12:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diesen Neubau plant Investor Hein Send im Henrichenburger Ortszentrum.

Diesen Neubau plant Investor Hein Send im Henrichenburger Ortszentrum.

Früher stand auf der Fläche an der Freiheitsstraße/Gevelskamp eine Grundschule. Der örtliche Investor Hein Send möchte dort einen viergeschossigen Neubau errichten: einen Komplex aus generationengerechten Wohnungen und Geschäftsräumen. Die Stadt verspricht sich davon eine weitere Stärkung der Ortsmitte Henrichenburg und eine Einbindung des nahen HeDi-Lebensmittelmarktes. Die Anwohner sehen das allerdings anders. „Die komplexe Bauform passt überhaupt nicht“, wettert Anwohner Dr. Dietmar Schneider. Genau wie mehrere Nachbarn findet er die Gebäudehöhe unangemessen. „Die umliegenden Häuser sind deutlich niedriger“, erklärt er. Eine „Abrundung des Ortsschemas“ kann Schneider nicht erkennen. Diese könne nur durch eine dreigeschossige Bebauung erreicht werden.

Das sieht Heiko Dobrindt, Technischer Beigeordneter der Stadt, ganz anders. „Die städtebauliche Vertretbarkeit des geplanten Neubaus ist abgewogen worden“, sagte er den Politikern im Ausschuss. Der Ortsteil Henrichenburg sei in dem Zentrumsbereich durch Viergeschossigkeit geprägt. In der Beschlussvorlage hatte Dobrindt bereits auf die viergeschossigen Gebäuderiegel der Volksbank sowie des Wohn- und Geschäftshauses an der Lambertstraße verwiesen. Dazu schrieb er: „Eine dem Ortsmittelpunkt angemessene Gebäudehöhe ist zur Erreichung der gewünschten städtebaulichen Dichte erforderlich.“

Dr. Schneider vermutet, dass dem Investor nicht mit der nötigen, kritischen Haltung begegnet wird. „Herr Send hat sicher schon viel Schönes und Nützliches für Henrichenburg auf die Beine gestellt, aber diesmal wird der Bogen überspannt“, führt er aus und betont die gewachsene Struktur im Bereich Gevelskamp. Die Schule sei viel weiter weg gewesen, habe ein Satteldach gehabt und hohe Bäume hätten damals dort gestanden. „Jetzt, bei diesem Riesenbau, können die Leute vom Balkon direkt in unsere Gärten gucken“, so Dr. Schneider. „Nicht alles, was rechtlich geht, muss man machen“, hatte Oliver Lind (CDU) als Ausschussvorsitzender gesagt. Drauf eingestiegen ist niemand. 

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