Apotheken dürfen Desinfektionsmittel selbst herstellen – in der Praxis sorgt das für Probleme

Apotheken

Apotheken dürfen Desinfektionsmittel selbst herstellen. Doch so einfach wie das auf den ersten Blick klingt, ist es nicht. Castrop-Rauxeler Apotheken berichten von Problemen.

Castrop-Rauxel

von Joel Kunz

, 12.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dr. Claus Ehrensberger ist Apotheker in Schwerin und Apothekensprecher des Kreises Recklinghausen.

Dr. Claus Ehrensberger ist Apotheker in Schwerin und Apothekensprecher des Kreises Recklinghausen. © Marcel Witte

Anfang März hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Apothekern erlaubt, unter anderem Hand-Desinfektionsmittel selbst herzustellen.

Dies hat das Bundesgesundheitsministerium bekanntgegeben.

Dabei handelt es sich um 70-prozentiges Isopropanol, dessen Rezeptur von der Weltgesundheitsorganisation bereitgestellt wird.

Verhindert werden die Engpässe bei Desinfektionsmitteln damit offenbar nicht. Denn den Apotheken mangelt es an den Grundstoffen, die für die Herstellung des Isopropanols nötig sind.

Ausgangsstoffe für Desinfektionsmittel werden nicht geliefert

„Das Problem ist, dass wir auch die Ausgangsstoffe nicht mehr geliefert bekommen. Auch hier sind wir von China abhängig“, sagt Udo Saure von der City-Apotheke. Die Ausgangsstoffe bestehen hauptsächlich aus Isopropanol, Wasserstoffperoxid und etwas Glycerin.

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Doch warum muss es überhaupt 70-prozentiges Isopropanol sein? Isopropanol habe eine sehr gute Wirksamkeit, sagt Saure. „Ethanol, also Trinkalkohol, würde sich für die Herstellung von Desinfektionsmittel auch eignen. Doch aufgrund der Branntweinsteuer ist dieser sehr teuer in der Anschaffung für die Apotheken. Nur wenige Apotheken haben eine Lizenz für den Bezug von unversteuertem Ethanol“, erklärt Claus Ehrensberger, Sprecher der Castrop-Rauxeler Apotheker. Theoretisch könnte man auch 90-prozentigen Schnaps zur Desinfektion nehmen. Nur vertrage das die Haut nicht gut.

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