Arbeitsmarkt: Frühjahrsimpulse bleiben aus

CASTROP-RAUXEL "Das Ende der Fahnenstange ist leider noch nicht erreicht", macht Arno Frevel, kommissarischer Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit, wenig Hoffnung auf Besserung am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote ist im März um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat auf 12,3 Prozent gestiegen.

von Von Christoph Witte

, 31.03.2009, 14:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Arbeitsmarkt: Frühjahrsimpulse bleiben aus

Die Zahl der Erwerbslosen stieg in Bochum gegenüber dem März um 0,6 Prozent.

Am abgelaufenen Monat waren somit 4625 Menschen ohne Arbeit. Es ist eher ungewöhnlich, dass im März die Quote zulegt, "doch die üblichen Frühjahrsimpulse bleiben aus", hat Frevel registriert. Die Wirtschaftskrise ist halt omnipräsent. "Die Konjunkturentwicklung ist zu schwach, um etwas positiv zu bewegen", so Frevel. Denn auch der Zugang an freien Stellen brach von Februar auf März dramatisch ein. Waren es im Februar noch 123 Jobangebote, sind es im März nur 74 gewesen. Vor allem im Bereich der Zeitarbeit und im Metall und Elektrogewerbe wird nicht mehr gesucht. Gute Chancen haben indes Altenpfleger und medizinische Fachangestellte.

Kurzarbeit im Trend Weiterhin im Trend: Arbeitnehmer in Kurzarbeit zu schicken. Inzwischen haben 32 Betriebe mit 378 Betroffenen Arbeitszeit gekürzt. Besonders betroffen von Arbeitslosigkeit sind Männer aus dem produzierenden Gewerbe (Handwerk, Zuliefererbetriebe, exportorientierte Unternehmen) und Jugendliche, die keine Anfangsstelle finden. Auf hohem Niveau verharrt auch die Langzeitarbeitslosigkeit (2254 Menschen).

Arno Frevel rät, die Wirtschaftskrise sinnvoll für Qualifikationen zu nutzen, "um gestärkt aus ihr hervorzugehen". Derzeit betreut die hiesige Arbeitsagentur rund 20 Qualifizierungsfälle, Tendenz steigend. "Diese Möglichkeit besteht auch für Arbeitnehmer in Kurzarbeit", betont Arno Frevel.

Lichtblick

Lichtblicke am heimischen Arbeitsmarkt ergeben sich laut Agenturschef durch die anstehenden Investitionen aus dem Konjunkturpaket II. "Durch Sanierungsarbeiten in unserer Stadt profitiert sicher auch der heimische Arbeitsmarkt und der lokale Handel", vermutet Frevel. Dann rechnet Frevel auch wieder mit Neueinstellungen.

Lesen Sie jetzt