Arzt und Krankenschwester stellten randalierenden Patienten im Rochus-Hospital kalt

mlzAttacke in der Notaufnahme

Er war reichlich angetrunken, übergewichtig und fing an zu randalieren: Ein Mann (43) hat im Castrop-Rauxeler Rochus-Hospital Pflegepersonal attackiert. Polizei und Ordnungsamt griffen ein.

Castrop

, 17.04.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Übergriffe von Patienten sind zum Alltag geworden in unseren Krankenhäusern. Erst vergangene Woche machte ein solcher im St.-Marien-Hospital in Lünen Schlagzeilen. Nun kommt ein Übergriff im St.-Rochus-Hospital Castrop hinzu. Nach Schilderungen der Polizei mussten am Samstagabend in Castrop-Rauxel mehrere Streifenwagen anrücken.

Um kurz vor 21 Uhr schlug die Notaufnahme des Rochus‘ in der Altstadt Alarm bei der Polizei: Ein bulliger, völlig angetrunkener Mann soll nach Informationen unserer Redaktion dort eine Nachtschwester angegriffen haben. Sie habe den Angriff nur unbeschadet überstanden, weil der Mann so betrunken gewesen sei, dass er nicht mehr die volle Kontrolle über seinen Körper gehabt habe.

Wohl drei Streifenwagen und sechs Polizisten im Einsatz

Was ist dran? Das Rochus und die St.-Lukas-Gesellschaft wiegelten am Mittwochnachmittag ab: „Das ist nicht vergleichbar mit der Situation in Lünen“, so Geschäftsführer Clemens Galuschka. „Es war hier eher ein Standardfall, nichts außergewöhnliches.“ Immerhin: Drei Streifenwagen rückten wohl aus, so heißt es, und sechs Polizeibeamte. Die Polizei lässt diese Zahlen offen.

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„Wir hatten den Hinweis, dass eine Person randaliert“, berichtet Polizeisprecher Michael Franz auf Anfrage. Der Mann sei massig und betrunken gewesen. „Die Kollegen haben den Randalierer angetroffen, als die Krankenschwester und der diensthabende Arzt praktisch auf ihm saßen“, so Franz weiter. Das bestätigt Galuschka nicht. „Mehrere Ärzte und Mitarbeiter sind zu Hilfe gekommen. Die Mitarbeiter sind für solche Situationen auch geschult.“ Es gehe dabei um Deeskalation.

Mit dem Ordnungsdienst in die geschlossene Klinik

Die Polizisten übernahmen beim Eintreffen die Sicherung des Mannes, informierten das Ordnungsamt und ließen ihn mit dem Ordnungsdienst in eine geschlossene Einrichtung einweisen. Die Stadtverwaltung bestätigt auf Anfrage, dass ein Mitarbeiter des Ordnungsdienstes den Patienten zusammen mit der Polizei zum Evangelischen Krankenhaus gefahren habe, wo der 43-Jährige in der Psychiatrie aufgenommen wurde.

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Allerdings habe es laut Michael Franz keine strafbaren Handlungen gegeben. Es sei auch niemand verletzt worden. Das bestätigt auch Clemens Galuschka vom Rochus-Hospital. „Eine Beleidigung“, so Franz, „wäre ein Antragsdelikt. Aber dafür müsste ein Strafantrag gestellt werden. Vom Krankenhaus ist aber nichts gekommen, darum wurde keine Anzeige geschrieben.“ Der Einsatz sei um 22.30 Uhr beendet gewesen.

„Solche Vorfälle kommen öfter mal vor“

Warum der Mann in der Notaufnahme war, ist unklar. Laut Galuschka sei er von Polizisten gebracht worden. Auch ob er allein dort war oder mit Begleitung, ist offen. „Solche Vorfälle kommen in den Krankenhäusern öfter mal vor“, so Polizeisprecher Franz, „aber es ist auch nicht so, dass unsere Kollegen da ständig im Einsatz sind. Gerade, wenn Menschen alkoholisiert sind, randalieren sie schon mal in Krankenhäusern.“

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