Das nächste Problem mit Altlasten: Die Sanierung der Brandheide ist noch nicht abgeschlossen, da geht es jetzt um die Cottenburg und um uralte Sprengstoff-Rückstände.

Schwerin

, 19.11.2018, 05:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es geht auf der Cottenburg darum herauszufinden, was die Erblast der „Castroper Sicherheitssprengstofffabrik der Aktiengesellschaft zu Dortmund“, so der sperrige Name, bedeuten kann. Thema war das in der vergangenen Woche im Ausschuss für Landschaftsplanung, Umweltfragen und Bauangelegenheiten des Kreises. Auf Initiative von CDU-Ratsmitglied Josef Berkel wird sich damit auch der örtliche Umweltausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 20. November, im Rathaus beschäftigen.

Produktion fang von 1881 bis 1909 statt

Was steckt dahinter? An der Cottenburg gibt es eine Altlastenverdachtsfläche. „Eine von 1800 im Kreis“, sagte Kreispressesprecher Jochem Manz auf Anfrage unserer Redaktion. Im kommenden Jahr wolle man diesem Verdacht auf den Grund gehen. Von 1881 bis 1909 sind an der Cottenburg Sprengstoffe für den Bergbau hergestellt worden. Es geht jetzt darum, herauszufinden, wie es um die Nitroaromaten und die Chromsalze im Boden aussieht.

„Gefährdungsabschätzung“, sagt Manz. Nitrobenzol als bekannteste Verbindung von Nitroaromaten gilt als toxisch und möglicherweise krebsgefährdend, diese Information gibt das Internet her. „Wir gehen davon aus, dass wir diese Stoffe im Boden finden werden“, erklärt Manz. Nachzuweisen seien sie in staubförmiger oder wässeriger Lösung.

Anwohner sind schon 2015 über Verdacht informiert worden

Was bedeutet das für die Anwohner in der in den 1980-Jahren errichteten Wohnsiedlung? „Sie sind 2015 über die Verdachtsfläche informiert worden“, sagt Manz. Um zu gucken, was der Boden an Schadstoffen enthalte, würden, so Stand der Dinge jetzt, wahrscheinlich Bohrungen in den Gärten vorgenommen. In welcher Konzentration die Stoffe vorhanden sind, könne nur die Untersuchung zeigen. Infos über Kosten und Konsequenzen gebe es deshalb noch nicht.

Stadtarchivar Thomas Jasper weiß um die Existenz des Sprengstofflagers an der Cottenburg. Später habe es bis zum Zweiten Weltkrieg auch noch eins im Grutholz gegeben, so der Archivar. Und in Witten habe es auch ein Lager gegeben.

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