Auf dem Weg zu einer neuen Gesamtschule: So wird es was bis Sommer 2021

mlzDie nächsten Schritte

Der Castrop-Rauxeler Stadtrat hat ein Schulentwicklungskonzept verabschiedet: mit neuer Gesamtschule und ohne Sekundarschule. Wie geht es nun weiter auf dem Weg zu einer neuen Schule in Ickern?

Castrop-Rauxel

, 10.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Votum am Ende war eindeutig: Mit den Stimmen aller Fraktionen des Stadtrats verabschiedete die Politik ein Konzept für die weiterführenden Schulen. Mit zwei Eckpfeilern:

  • Die Sekundarschule Süd wird aufgelöst. Die Anmeldezahlen waren rückläufig. Die Anmelde-Bekundungen für die 5. Jahrgänge der Zukunft, erhoben in zwei Eltern-Umfragen in Grundschulen, waren noch geringer.
  • An der Waldenburger Straße wird im Gebäude der ehemaligen Janusz-Korzcak-Gesamtschule eine neue Gesamtschule gebildet. Sie soll im Schuljahr 2021/22 mit vier fünften Klassen starten.

Die Stadtverwaltung muss nun ein Konzept erstellen und der Politik womöglich noch im Juni darlegen, wie sie vorgehen wird, um bis August 2021 eine Schule mit vier Schulklassen aus dem Boden zu stampfen. Mindestens fünf Klassenräume sollen am ehemaligen Schulstandort hergerichtet werden. Der diente phasenweise als Asylunterkunft oder Lagerraum für Organisationen. Der Pavillon auf dem Schulhof ist Übergangsstandort der Kita Villa Kunterbunt.

Eine Mensa, Fachräume, ein Lehrer- und Verwaltungstrakt und eine moderne Medienausstattung sollen her. Teile des Schulgebäudes und der Eingang müssen renoviert werden.

Begrenzung der anderen Schulen

Die Fridtjof-Nansen-Realschule und die Willy-Brandt-Gesamtschule stimmten einer Begrenzung auf vier Züge schon zu. Das Auslaufen der Sekundarschule ab Sommer 2021 muss geplant werden. Zudem strebt man an, hier, in einem der modernsten Schulstandorte der Stadt (Kleine Lönsstraße) und nahe des ASG (Schillerstraße), ein Konzept zur Nachnutzung zu finden - für schulische Zwecke. Auch die Busanbindung muss geplant werden.

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All das in Abstimmung mit der Bezirksregierung Münster - ohne die geht nichts, sie ist auch für die Suche nach Personal zuständig: Es braucht Lehrer und eine Schulleitung, die mit dem Träger (der Stadt) ein pädagogisches Konzept auf die Beine stellen. Das soll sich explizit von dem der anderen Gesamtschule unterscheiden und wäre eigentlich bestenfalls schon zur Anmeldephase im Februar 2021 erkennbar. Das erscheint allerdings undenkbar.

Die Janusz-Korczak-Gesamtschule in Ickern: Weil größere Teile des Gebäudes leer stehen, nutzte die Stadt die Räume anderweitig.

Die Janusz-Korczak-Gesamtschule in Ickern: Weil größere Teile des Gebäudes leer stehen, nutzte die Stadt die Räume anderweitig. © Foto: Tobias Weckenbrock

Ratsfrau und Schulausschuss-Vorsitzende Katrin Lasser-Moryson (SPD) bekam aus der Politik bei der Ratssitzung viel Anerkennung für die Strukturierung und Lenkung der interfraktionellen Runde. Die tagte seit über einem Jahr immer wieder zu diesem Thema und trieb vieles voran, oft sogar im Konsens über Parteigrenzen hinweg. Sie sagt: „Die neue Schule soll wachsen. Es muss zum Start nicht alles fertig sein, sondern Schüler, Eltern und Lehrer sollen an ihrem Konzept gemeinsam arbeiten.“

Neue Gesamtschule könnte ein Vorbild bekommen

Castrop-Rauxel sei zwar „finanziell sehr gebremst, mache aber aus der Not eine Tugend und lasse die Schule nach und nach wachsen“, so Lasser. Vorbild sei mit Abstrichen die Evangelische Gesamtschule Gelsenkirchen: Sie habe Jahr für Jahr auf einem Gelände für jeden neuen Jahrgang neu angebaut. „Ich glaube, man kann da viele Ideen von Jahr für Jahr umsetzen. Schüleransprüche wandeln sich ja auch mit der Zeit.“

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Ist ihr das Planungs-Kuriosum eigentlich egal, dass man zunächst eine Gesamtschule schloss und nun eine neue eröffnet - am selben Standort? „Das war eine hohe Hürde für mich und die anderen in der interfraktionellen Runde. Wir dachten anfangs, dass wir denselben Standort nicht noch mal neu beschulen können. Aber die Zahlen haben sich anders entwickelt als im Schulgutachten vor Jahren.“

„Man muss zu Fehlern stehen“

Wichtig sei zuzugeben, „dass es ein Fehler war, die Schule auslaufen zu lassen. Da hätte man andere Dinge versuchen müssen. Man muss zu diesen Fehlern stehen und sehen, wie man das Beste daraus macht. Elternwille und Wunsch ist das, also brauchen wir das neue integrierte Schulsystem in Ickern.“ Auch das Ende der Sekundarschule beschäftige sie: „Denn es sind ja immer Eltern und Lehrer betroffen.“

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