Auto in der Altstadt aufgebrochen: Täter ließ sogar das Brecheisen zurück

mlzLambertusplatz

Riesiger Sachschaden für nichts: Ein Autoknacker hat in der Nacht zu Freitag großen Schaden in der Castroper Altstadt angerichtet. Der Autobesitzer hat nun den Ärger. Ein Aufbruch für die Katz.

Castrop

, 20.11.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jeder Autobesitzer kann bei dieser Geschichte nur mit dem Kopf schütteln. Der geschädigte Besitzer des BMW ist verzweifelt: Warum wurde sein 5er-Kombi, den er in der Nacht zu Freitag in der Altstadt geparkt hatte, so schwer ramponiert? Der Schaden geht in die Tausende.

Es geschieht immer wieder, meistens in der Nacht. Und oft steht unterm Strich das gleiche: keine Beute. Auch hier ist das der Fall. Der Wagen des Mannes, der in der Altstadt arbeitet und außerhalb wohnt, war direkt am Fuße der Lambertuskirche geparkt. Gleich hinter dem Wintergarten des Restaurants Martins, wo es auch eine Straßenbeleuchtung gibt. In einer Ecke jedoch, in der man unbeobachtet vorgehen kann.

Im Kofferraum waren Werkzeugkoffer und eine Hundebox, aber Wertgegenstände gab es nicht im BMW.

Im Kofferraum waren Werkzeugkoffer und eine Hundebox, aber Wertgegenstände gab es nicht im BMW. © privat

Allerdings nicht ganz: Der Täter, der sich auch den Smart unserer Redaktion hätte vornehmen können, sah wohl die Werkzeugkoffer neben dem Hundekäfig im Kofferraum des BMW und dachte an eine Beute, für die sich ein Aufbruch lohnt. Er nahm ein Brecheisen, hebelte den Kofferraumdeckel auf und wurde dabei offenbar ertappt. Anwohner wählten den Notruf, die Polizei war schnell am Ort.

Brecheisen lag neben dem Tatort

Allerdings ohne den Täter zu fassen. Der hinterließ auf der Flucht sogar seine Tatwaffe neben dem Auto: ein kapitales Brecheisen in einer Papiertüte. Die Polizeistreife beorderte die Kripo zum Tatort und informierte den Halter des BMW. Als der dazu kam, ging die Kriminalpolizei auf Spurensuche: Hatte der Täter möglicherweise DNA-Material in Form von Hautschuppen oder Haaren hinterlassen?

Der Fahrzeughalter stellte fest, dass im Auto selbst nichts fehlte: Das Werkzeug war noch da, wertvollere Gegenstände hatte er nicht im Auto. Jetzt hat er aber den Stress: Die Versicherung muss informiert werden, der Wagen in die Werkstatt. Die Kosten liegen wohl bei mehreren Tausend Euro.

Tat in der Nacht zu Freitag

Die Tat ereignete sich in der Nacht von Donnerstag (19.11.) auf Freitag um 0.30 Uhr. Wer etwas beobachtet hat oder im Umfeld einen Täter, der augenscheinlich auf der Flucht war, sollte sich bei der Polizei melden: Tel. (0800) 2361111.

Der Täter verschwand ohne Beute und ließ sogar sein Brecheisen zurück.

Der Täter verschwand ohne Beute und ließ sogar sein Brecheisen zurück. © privat

Auto-Aufbrecher werden von Gerichten in der Regel mit Geldstrafen, bei wiederholten Taten auch mit Freiheitsstrafen bedacht. Oft handelt es sich dabei um Fälle von Beschaffungskriminalität: Bei der Beute bevorzugen sie Bargeld, das keine Spuren hinterlässt. Schmuck, Smartphones oder Navigationsgeräte bieten sie oft als Hehlerware zum Verkauf an.

Polizeisprecher Andreas Lesch bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion: „0.17 Uhr ist als Tatzeit angegeben, nach unseren Erkenntnissen ist nichts entwendet worden. Wir haben einen Kuhfuß als mögliches Tatwerkzeug sichergestellt.“ Das könne auch Spurenträger sein. „Wenn man Spuren sichern kann, erhöht es die Ermittlungschancen, gerade dann, wenn schon Vergleichsmerkmale gespeichert sind“, so Lesch. Hinweise auf den Täter durch Zeugen gebe es praktisch nicht. Man weiß nur: Es handelt sich wohl um einen Mann.

Zahl solcher Taten ist gesunken

In Castrop-Rauxel gab es 2019 280 Diebstähle von und aus Autos. 2017 waren es noch 413, 2021 noch über 900. Die Aufklärungsquote bei diesen Delikten ist sehr gering: 2019 lag sie bei 2,5 Prozent. Im Vorjahr lag sie bei 12,5 Prozent. Wenn ein Täter gefasst wird, kann man ihm oft viele solcher Taten auch aus zurückliegenden zuordnen, die erst bei Aufklärung gesammelt in die Statistik einfließen.

Und was rät die Polizei nun Autobesitzern? Man solle laut Andreas Lesch im Auto keine Wertgegenstände verwahren, schon gar nicht sichtbar. Und ein belebter Ort sei zum Abstellen des Autos besser geeignet als eine eher dunkle Ecke.

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