Bach ohne Namen wird aus dem Kanal befreit

CASTROP Im Sog des Jahrhundertprojekts Emscherumbau werden bekanntlich auch die Vorfluter wie der Landwehr- oder der Deininghauser Bach vom Schmutzwasser befreit und ökologisch aufgewertet.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 19.09.2007, 20:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bernhard Lammers (l.) und Johannes Beisenherz gestern beim ersten Spatenstich für den Bach ohne Namen.

Bernhard Lammers (l.) und Johannes Beisenherz gestern beim ersten Spatenstich für den Bach ohne Namen.

Genauso raus aus seinem engen unterirdischen Kanalbett kommt jetzt ein Bach am Schellenberg.

Nur Ziffern

Wie die großen Bachgeschwister, ein Gewässer zweiter Ordnung, die Klassifizierung erster Ordnung gehört den großen Flüssen wie Rhein, Weser oder eben auch Emscher. Das Bächlein, zu dessen erstem Spatenstich gestern Vertreter der bauausführenden Firma, Bürgermeister Johannes Beisenherz und Bernhard Lammers von der Stadtentwicklung angetreten waren, hat allerdings keinen Namen. Nur eine Ziffernbezeichnung.

Der Name muss irgendwann verschütt gegangen sein. Beisenherz: „Vielleicht bekommen wir ja jetzt durch die Baumaßnahme hilfreiche Hinweise aus der Bevölkerung.“

Vegetation gewinnt

Während die ersten 80 Meter des Bachs nur temporär Wasser führen werden, plätschert‘s an 150 Metern des Hauptarms richtig. Der kleine Teich an den mächtigen Buchen oberhalb der Goldschmieding-Wiese ist schon leergepumpt, er wird verfüllt. Warum dort früher Wasser gestaut wurde, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Die Vegetation am Bach ohne Namen wird auf jeden Fall gewinnen

Immerhin lassen sich Stadt und Land (Ökologieprogramm Emscher-Lippe) das Aufhübschen des kleinen Wasserlaufs 70 000 Euro kosten, wovon das Land 80 Prozent finanziert. Der erste Bauabschnitt beginnt oben an der Kleingartenanlage und geht bis in den Goldschmieding-Teich, der zweite Part führt den namenlosen Bach später bis hinter die Emschertalbahn und in den Landwehrbach hinein.

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