Bagger rollen am EvK: „Wir schaffen hier 220 bis 250 neue Arbeitsplätze“

mlzGesundheitscampus

Der Baustart wird sichtbar: Am Evangelischen Krankenhaus soll in den nächsten Monaten ein Gesundheitscampus entstehen. Mehrere Gebäude und eine Kita sind dort geplant. Und gekocht wird auch.

Castrop-Rauxel

, 10.06.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ersten Bagger rollen an der B235 / Habinghorster Straße: Zwischen dem Evangelischen Krankenhaus und der Bundesstraße wird jetzt gebaut. Ein Gesundheitscampus mit einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro entsteht hier bis April 2022, wenn die aktuelle Zeitplanung sich als angemessen herausstellt. Damit einher gehen 220 bis 250 neue Arbeitsplätze, sagt der Investor.

Geschäftsführer Bernd Kaffanke und Beirat Norbert Dietz von der Confirmus GmbH planen ein 50-Millionen-Euro-Invest auf der Vorfläche des Evangelischen Krankenhauses neben dem Café del Sol und der L'Osteria.

Geschäftsführer Bernd Kaffanke und Beirat Norbert Dietz von der Confirmus GmbH planen ein 50-Millionen-Euro-Invest auf der Vorfläche des Evangelischen Krankenhauses neben dem Café del Sol und der L'Osteria. © Tobias Weckenbrock

Bernd Kaffanke ist sehr guter Laune, wenn er über dieses Projekt spricht. Nach dem Gesundheitscampus in Herne baut der Geschäftsführer verschiedener Gesellschaften einen Campus nun auch in Castrop-Rauxel. Die Vorbereitung hat begonnen - und eine Ausschreibung hat er nun auch für sich entschieden, sagt er: Für 80 Plätze eines neuen Pflegeheims und 27 Plätze der Kurzzeitpflege sei er in den Pflegebedarfsplan des Kreises Recklinghausen aufgenommen worden.

So ist der Zeitplan

Der Zeitplan steht: Die Bagger und Trecker räumen das Feld zunächst oberflächlich ab. Wenn sie damit fertig sind, kann der Kampfmittelräumdienst die Fläche nach Fliegerbomben-Blindgängern oder Artillerie-Munition absuchen. Es folgen viel intensivere Baggerarbeiten, um das Gelände für die Fundamente der neuen Gebäude vorzubereiten. Anfang Juli, hofft er, soll es soweit sein.

Die Bagger sind unterwegs: Der Bauzeitenplan sieht vor, dass zunächst nach Kampfmitteln gesucht und dann richtig Gelände bewegt wird. Ab Juli soll es soweit sein.

Die Bagger sind unterwegs: Der Bauzeitenplan sieht vor, dass zunächst nach Kampfmitteln gesucht und dann richtig Gelände bewegt wird. Ab Juli soll es soweit sein. © Tobias Weckenbrock

Dann muss er warten auf die Genehmigung der Bauanträge: „Bis auf die für die Zentral-Apotheke liegen sie alle im Rathaus vor“, sagt Bernd Kaffanke. „Sie sind auch weitgehend bearbeitet. Wir gehen davon aus, dass wir im September die Bodenplatten liegen haben.“

Die Bauzeitenplanung sieht folgende Reihenfolge vor: Als erstes wird die Kita fertig (August 2021). Als zweites könnte die Großküche sein (September 2021) fertig. Das Protea-Care-Pflegeheim folgt im Oktober/November 2021. Die EvK-Großapotheke ist dann bis April 2022 betriebsbereit, wenn es nach Plan läuft. Zudem ist eine Hausnotrufzentrale der Johanniter am Standort geplant, die ein Gebiet von Dortmund bis Gelsenkirchen abdecken soll.

Das Konzept ist entsprechend auch ein logistisches: Die Johanniter-Notrufzentrale ist ebenso auf eine sehr gute Verkehrsanbindung angewiesen wir die Zentral-Apotheke und die Großküche, in der Tag für Tag bis zu 6000 Essen gekocht werden sollen.

Dafür gibt es große Abnehmer: Die vier Kliniken des EvK in Castrop-Rauxel, Herne, Eickel und Witten. Dafür werden die alten Küchen in Witten und Herne geschlossen. Dann kommt die Protea mit ihren mittelfristig 1000 Pflegeheim-Betten in der Region hinzu. Außerdem die Pflegeeinrichtungen des Evangelischen Kirchenkreises Herne mit 1400 Betten und ein Privatversorger, der für Kitas in der Küche kochen wird.

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Das Gelände wird über die Grutholzallee entlang der L‘Osteria an die B235 angebunden. Ein Landschaftsplaner aus Saarbrücken, so Kaffanke, plane gerade die Umgebung. „Wir ziehen das gern mit lokalen Firmen durch“, sagt Kaffanke, aber dafür habe man hier niemanden gefunden.

Das Projekt sei zu riesig, denn man leite das Oberflächenwasser aller Gebäude nicht mit Kanälen, sondern oberirdisch mithilfe von Mulden ab. Das sei ökologisch ganz weit vorn, so Kaffanke.

Parkprobleme? Kooperation soll das ausschließen

Er sagt auch: „Das wird die Ecke hier stark beleben.“ Parkplatzprobleme sieht der Investor nicht kommen: „Es wird für eine größere Auslastung sorgen, aber wir stehen da in Kooperation mit dem Krankenhaus. Das Parkdeck ist noch nicht voll ausgelastet und wir überlegen, noch eine Etage oben drauf zu setzen, wenn es doch so sein sollte.“

Das Pflegeheim soll sich herausheben gegenüber anderen: „Unser neues Haus in Herne ist mit einer besonderen Form Klimatisierung ausgestattet, die keine Keime weiterleitet: Wir kühlen mittels Betonkernaktivierung, also das Gebäude. Wir brauchen also keinen Luftaustausch, das wäre gerade in der Corona-Zeit fatal.“ Kaffanke sagt: „Das baut sonst keiner.“

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