Bambus-Warnung: Tausende Euro Schaden durch aggressive Hecken-Pflanze

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Bambus ist eine Trend-Pflanze im Gartenbau. Für den Frohlinder Hans-Jürgen Kasten ist der Bambus im Nachbargarten ein Problem: Er breitet sich überall hin aus. Kasten präferiert eine andere Lösung.

Frohlinde

, 30.01.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Eigenheim-Siedlung in Frohlinde liegen Gärten an Gärten. Hans-Jürgen Kasten ist an der Kuopiostraße zu Hause und hat nun mit der direkten Nachbarschaft zu einem anderen Garten ein Problem: Dort wuchert eine Bambus-Hecke herüber in seine Beete. Für den Gartenbesitzer nebenan ein teures Unterfangen. Hans-Jürgen Kasten möchte andere Gartenbesitzer warnen.

Er sagt, er wolle keinen Streit mit seinem Nachbarn. Und doch gibt es seit einigen Wochen ein Problem, das die gute Nachbarschaft belastet: Die hohe Bambus-Hecke, die die beiden Gärten voneinander wunderbar trennte, ist praktisch übergesprungen.

Kleiner Spross, große Wirkung

Kasten hält beim Pressetermin vor Ort einen Spross in die Kamera: Diese noch sehr kleine Pflanze macht ihm Sorge - denn in einigen Monaten, sagt er, ist sie zwei, vielleicht auch drei Meter hoch, wenn er sie nicht entfernt.

Inzwischen ist eine Gartenbaufirma aus Castrop-Rauxel mit einem Minibagger und einer ganzen Kohorte von Arbeiten angerückt: Sie buddeln seit einigen Tagen einen etwa ein Meter tiefen Schacht aus, ziehen die zum Teil fünf Meter hohen Bambuspflanzen aus der Erde - doch die Rhizome erwischen sie offenbar nicht alle.

Der Minibagger einer Gartenbaufirma direkt hinterm zurzeit demontierten Gartenzaun: Hans-Jürgen Kasten veranschaulicht das Problem mit dem Bambus, der hinten im Garten liegend zu sehen ist. Er wird wieder eingepflanzt, dann aber hoffentlich mit einer ausreichenden Rhizomensperre.

Der Minibagger einer Gartenbaufirma direkt hinterm zurzeit demontierten Gartenzaun: Hans-Jürgen Kasten veranschaulicht das Problem mit dem Bambus, der hinten im Garten liegend zu sehen ist. Er wird wieder eingepflanzt, dann aber hoffentlich mit einer ausreichenden Rhizomensperre. © Tobias Weckenbrock

Dabei handelt es sich um eine Art Wurzel, die sich bei der hier verwendeten Bambuspflanze ausbreitet wie das sprichwörtliche Unkraut. „Die müssen alle entfernt werden“, sagt Kasten und zeigt auf ein Rhizom, das unterhalb seiner eigenen Hecke am Grundstücksrand herauswächst.

Rhizome weiteten sich stark aus

Das Problem eskalierte im vergangenen Jahr. Da hatten die Wurzelausläufer eine Natursteinpflasterbahn überwunden. In dieser Phase habe sich der Rhizom-Befall in einem Beet an seinem Hauseingang extrem ausgeweitet.

Das Problem bei diesen Rhizomen ist, dass sie in der Erde wachsen und dass man sie eigentlich von den äußersten Trieben aus zur Mutterpflanze hin ausgraben müsse, um alle Ausläufer zu erwischen. „Das wird hier zurzeit aber nicht getan“, behauptet Kasten.

Diesseits des Gartenzauns breiten sich die Rhizome unkontrolliert aus. Ein halbes Jahr später, sagt Kasten, und sie sind meterhoch.

Diesseits des Gartenzauns breiten sich die Rhizome unkontrolliert aus. Ein halbes Jahr später, sagt Kasten, und sie sind meterhoch. © Tobias Weckenbrock

Die Gartenbau-Firma und der Gartenbesitzer wollen gegenüber unserer Redaktion nichts zum Problem sagen. Es ist aber so, dass das Unternehmen mehrere Arbeitstage eingeplant hat, um das Wucher-Problem zu lösen. Das kostet mehrere Tausend Euro. Und Hans-Jürgen Kasten befürchtet, dass er später weitere Ausläufer finden wird, die ihm Wegplatten und Pflasterungen, Drainagen und ähnliches im und am Boden verbaute zerstören oder durchbrechen werden.

Fargesien weniger aggressiv als Phyllostachys

Nun gibt es verschiedene Bambus-Arten. Und nicht alle sind so aggressiv wie die hier eingesetzte hainbildende Sorte Phyllostachys, die besonders starke Halme hat. Beim Pflanzen muss man eine Rhizomsperre, eine Spezialfolie, die bis in ein Meter Tiefe eingebuddelt werden muss, einplanen.

Es sieht so aus, dass das in Nachbars Garten gerade geschieht. Ansonsten sollten Gartenbesitzer eher auf den horstig wachsenden Bambus setzen, der keine Ausläufer bildet. Fargesia ist der Fachbegriff dafür.

Hinten ist noch die Hecke zu sehen, die die Gartenbaufirma gerade ausbuddelt. Im Vordergrund (Bildmitte) erkennt man schon zwei frische Halme auf dem Nachbarsgrundstück.

Hinten ist noch die Hecke zu sehen, die die Gartenbaufirma gerade ausbuddelt. Im Vordergrund (Bildmitte) erkennt man schon zwei frische Halme auf dem Nachbarsgrundstück. © Tobias Weckenbrock

Ein Fachmann sagt gegenüber unserer Redaktion, dass es ganze Kataloge gebe, mit den unterschiedlichsten Arten von Bambus-Gewächsen. Je nach Standort, nach Wuchsdichte-Wunsch, ob als Hecke oder als Solitärgewächs, nach Höhe und Aussehen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man könne durchaus auf die wuchernde Bambus-Art setzen, meint der Experte - aber man müsse genau wissen, was man tut, sprich: wie man sie einsetzt und wie man das Wuchern verhindert.

In einigen Tagen wird der Minibagger wieder weg sein. Die Mitarbeiter werden eine Rhizomsperre eingebaut und die Hecke wieder eingesetzt haben. Hans-Jürgen Kasten befürchtet, dass er das Problem damit noch nicht los ist. Das werden die nächsten Wochen und Monate zeigen - vor allem, wenn es wärmer wird.

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