Banküberfall im Erin-Park war ein Filmdreh

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„Runter auf den Boden, auf den Boden“, schreit der Anführer der drei Bankräuber. Dann zerrt er einen Kunden an den Haaren in einen Nebenraum, schlägt ihn bewusstlos. Diese Szenen spielten sich am Samstag im Erin-Park ab – und stammen allesamt aus dem Drehbuch des Filmstudenten und Regisseurs Philipp Kowalski.

CASTROP-RAUXEL

, 04.12.2016, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gespenstisch wirkt das schon, als Schauspieler Oktay Önder als Gangster Dave mit Maschinenpistole, Gasmaske und Giraffenkostüm auf der Straße auftaucht.

Gespenstisch wirkt das schon, als Schauspieler Oktay Önder als Gangster Dave mit Maschinenpistole, Gasmaske und Giraffenkostüm auf der Straße auftaucht.

Das Filmset befindet sich in einem Bürogebäude in Sichtweite der Polizeiwache. Echte Verbrecher wären also vermutlich schlecht beraten, in dieser Nachbarschaft zuzuschlagen. Doch davon wird im Film nichts zu sehen sein.

Dafür jedoch die drei Gestalten in Tierkostümen, mit Gasmasken vor dem Gesicht und Schusswaffen-Attrappen in den Händen, wie sie vor dem Gebäude stehen und auf das Zeichen von Regisseur Kowalski warten. Um Ungemach zu vermeiden, hatte der 19-Jährige den Dreh natürlich im Vorfeld bei der Polizei angekündigt.

 

 

Philipp Kowalski aus Ickern studiert Digitalfilm und visuelle Effekte (VFX) am SAE Institute in Bochum. Der fertige Film wird den Titel „Ascona“ tragen, benannt nach dem alten Opel-Fluchtfahrzeug der Bankräuber. „Der Film hier ist eine Studienarbeit“, erklärt Kowaski. Für die er das Firmengebäude im Erin-Park dankenswerter Weise als Kulisse benutzen darf.

Dann muss Kowaldski sich aber wieder dem Set widmen. „Kamera läuft“, ruft Kameramann Christian Meyer, „Ton läuft“, lässt der Ton-Assistent wissen, der Regie-Assistent schlägt die Filmklappe. Philipp Kowalski gibt das Startsignal.

An den Haaren gepackt

Piet (gespielt von Florian Buchholz), Steve (Kai Bosse) und Anführer Dave (Oktay Önder) stürmen die „Bank“. Als der Portier des Hauses (Anthony Arndt) die drei kostümierten Männer im Eingang erblickt, glaubt er zunächst an einen Scherz und lacht laut auf. Als Dave ihn jedoch bei den Haaren packt und zu Boden drückt, vergeht ihm schnell das Lachen. „Cut!“, ruft Kowalski.

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So lief der Filmdreh im Erin-Park

„Runter auf den Boden, auf den Boden“, schreit der Anführer der drei Bankräuber. Dann zerrt er einen Kunden an den Haaren in einen Nebenraum, schlägt ihn bewusstlos. Diese Szenen spielten sich am Samstag im Erin-Park ab – und stammen allesamt aus dem Drehbuch des Filmstudenten und Regisseurs Philipp Kowalski.
04.12.2016
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Kamera läuft, Ton läuft, Klappe: Filmstudent Philipp Kowalski drehte am Wochenende einen fiktiven Banküberfall nach eigenem Drehbuch.© Foto: Christian Püls
Dave (im Giraffenkostüm) und Steve (in schwarz-weißer Pinguin-Verkleidung) werden gleich in die Bank stürmen. Sie warten auf das Startzeichen des Regie-Assistenten.© Foto: Christian Püls
Läuft die Kamera nicht, ist man am Set ständig im Gespräch.© Foto: Christian Püls
Auch die Schauspieler sind involviert, um das beste aus dem Dreh rauszuholen.© Foto: Christian Püls
Auf geht es zum nächsten Take.© Foto: Christian Püls
Das Haupt-Ensemble des Drehtages (v.l.n.r.): Oktay Önder als Dave, Anthony Arndt als Bank-Portier, Regisseur Philipp Kowalski, Florian Buchholz als Schlüsselfigur Piet und Kai Bosse als Steve.© Foto: Christian Püls
Eine neue Einstellung wird probiert.© Foto: Christian Püls
Auf dem Parkplatz steht der Namensgeber des Films, ein alter Opel Ascona.© Foto: Christian Püls
Gespenstisch wirkt das schon, als Schauspieler Oktay Önder als Gangster Dave mit Maschinenpistole, Gasmaske und Giraffenkostüm auf der Straße auftaucht.© Foto: Christian Püls
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Der Regisseur bespricht mit Schauspielern und Kameramann ein paar kleine Änderungen. Manchmal geht es nur um einen falschen Schritt, mit dem ein Schauspieler seinen Kollegen im Bild verdeckt. Oder die Kamera soll einen Tick näher ans Geschehen oder weiter weg. Details, die sich erst bei der Aufnahme ergeben, mag die Vorbereitung noch so gründlich gewesen sein.

Mehr als zwanzig Leute wuseln am Filmset umher. Und nun alles zurück auf Anfang, selbe Szene, neue Aufnahme, bis alles passt. „Es ist super-anstrengend, weil insgesamt 28 Leute an dem Projekt beteiligt sind“, sagt Kowalski, „und jeder möchte da beschäftigt werden.“

In einer der nächsten Einstellungen hat Piet seinen Auftritt. „Er ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte“, erklärt Kowalski. Zögerlich folgt er seinen beiden Komplizen in die Bank. Deplatziert, ja fast hilflos, wirkt der Dritte im Bunde in seinem grünen Krokodilkostüm. Doch er ist es, der dem ganzen Film Knall auf Fall eine unerwartete Wendung bescheren wird...

Weitere Drehtage in Dortmund

In immer wieder anderen Einstellungen werden die einzelnen Szenen wiederholt, mal blickt die Kamera in die Mündung der Maschinenpistole, mal hat sie nur Piets rote Schuhe im Blick.

Bis er abgedreht ist, wird an zwei weiteren Drehtagen in Dortmund die Klappe geschlagen. Dabei ist „Ascona“ nur als Kurzfilm angelegt, das Drehbuch umfasst lediglich sieben Seiten. Nach den Dreharbeiten geht der Streifen in die Postproduktion, wobei die vielen Einzel-Aufnahmen im Schnitt zu Szenen zusammenwachsen, mit Ton und Musik verschmelzen – bis am Ende aus schier unzähligen einzelnen Arbeitsschritten ein Film entstanden ist. Noch viel Arbeit für Philipp Kowalski. 

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