Becher stapeln in Rekordzeit

CASTROP-RAUXEL Fast zu schnell für das menschliche Auge So flink, wie André Boschella die zehn blauen Plastik-Becher auf und ab zu einer Pyramide türmt, können doch keine Hände sein? „Das geht noch viel schneller“, sagt der 15-Jährige. Wirklich verblüffend, dieses Speed-Stacking.

von Von Christoph Witte

, 06.06.2008, 15:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Speed-Stacking soll die motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Schüler fördern.

Das Speed-Stacking soll die motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Schüler fördern.

In einer Arbeitsgemeinschaft üben sich seit Ende April zehn Schülerinnen und Schüler des Ernst-Barlach-Gymnasiums immer dienstags in dem trendigen Geschicklichkeitssport. Referendar Henrik Kinkelbur ist über einen Fernsehbeitrag auf das Spiel, das in den USA sehr populär ist, aufmerksam geworden: „Speed-Stacking schult die motorischen und kognitiven Fähigkeiten enorm. Und da wir die Schüler in den AGs individuell fördern wollen, dachte ich mir, das passt doch prima.“

Konzentration enorm wichtig

Vor allem unruhige Schüler sollen so lernen, sich punktgenau auf eine Aufgabe zu fokussieren. Im Einzelnen werden Beidhändigkeit, Reaktionsvermögen und Auge-Hand-Koordination trainiert. Henrik Kinkelbur hat früh festgestellt, dass „viele Schüler besser sind als ich“.

Gerade Kinder und Jugendliche erreichen Rekordzeiten beim Speed-Stacking, sie lernen die Bewegungen einfach schneller. Dreier-Pyramiden stapeln ist für André inzwischen Kinderkram. Er hat sich schwierigere Varianten mit Handicaps ausgedacht.

Hohe Anforderungen bei Wettbewerben

Augen zu, Lippen zusammenkneifen, eine Hand auf den Rücken und los geht‘s: Klack, klack, klack. Die erste Pyramide steht. Und die zweite. Und die dritte. Jetzt noch schnell abräumen. Geschafft. Unter 15 Sekunden. Eine prima Zeit. Doch für die diesjährigen German-Open, die Ende Mai in Essen stattgefunden haben, hätte das noch nicht gereicht, meint André.

Stapeln im Tandem

In der AG denken sich die Schüler immer wieder neue Spielformen aus. Lisa und Sarah-Marie etwa üben sich als Tandem, kommen sich mit den Händen aber in die Quere und schon fällt der Turm. Ein kurzes „Mist“ und weiter geht‘s. Immer schneller und immer höher zu stapeln, ist Ansporn genug. „Das ist eben die Herausforderung an Speed-Stacking“, sagt André. 

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