Behindert der Wochenmarkt in der Fußgängerzone Rettungseinsätze?

mlzFeuerwehr

Bei einem Rettungseinsatz in der Fußgängerzone hat ein Castrop-Rauxeler eine deutliche Zeitverzögerung wegen der Marktstände beobachtet. Das sei alles gut geregelt, so die Reaktion der Stadt.

Castrop

, 06.06.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerhard John aus Castrop-Rauxel hat am Pfingstsamstag gegen 9 Uhr in der Castroper Altstadt einen Krankenwageneinsatz in der Einkaufszone beobachtet, der ihn sehr nachdenklich gemacht hat.

Laut John war der Krankenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht in die Münsterstraße gefahren, wo zu diesem Zeitpunkt der Markt stattfand, und hatte zunächst an der Cityapotheke halten müssen. John weiter: „Dort wurde dann schnell ein Reklameschild beiseite gestellt und es ging im Schritttempo ein paar Meter weiter, bis zum nächsten Stillstand! Die Marktstände waren so aufgestellt, dass erst einmal die Klappen, die oben standen, heruntergeklappt werden mussten, sonst wäre der Krankenwagen nicht durchgekommen.“

„Die Minuten hätten vielleicht gefehlt“

Dieser Vorgang dauerte nach Gerhard Johns Beobachtung mehrere Minuten, „die vielleicht gefehlt hätten, wenn ein Menschenleben gerettet hätte werden müssen. Bei einem Feuer, zum Beispiel in der Lambertuskirche, wären von dieser Seite her keine Löschfahrzeuge mehr zum Brandort durchgekommen“.

Wir haben die Stadtverwaltung mit dieser Beobachtung konfrontiert und nachgefragt, ob der Wochenmarkt in der Fußgängerzone tatsächlich zur Gefahr für Rettungs- oder Brandeinsätze werden könnte.

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Auf den von John geschilderten Einzelfall bezogen habe die von der der Kreisleitstelle Recklinghausen dokumentierte Eintreffzeit 6:32 Minuten betragen, so die Pressestelle der Stadt dazu. „Eine unverhältnismäßige Zeitverzögerung war nicht zu verzeichnen, die Eintreffzeit liegt innerhalb der geforderten Hilfsfrist von 8 Minuten“, so Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann per Mail.

Bisher habe es, so Hilleringsmann weiter, bei Rettungsdiensteinsätzen während des Wochenmarktes keine Probleme gegeben. Auch Übungen in der Fußgängerzone während der Wochenmarktzeiten seien stets reibungslos verlaufen. „Nicht planbare Ereignisse wie Falschparker, Lieferfahrzeuge, Handwerker können natürlich jeden Einsatz überall verzögern“, schreibt Maresa Hilleringmann.

Rettungskonzept ist 2017 erstellt worden

Was die generelle Situation rund um den Wochenmarkt angehe, habe man 2017 in Abstimmung mit der Feuerwehr, dem EUV Stadtbetrieb, dem Bereich Ordnung und Bürgerservice und den Markthändlern ein Konzept erstellt, um die Sicherstellung der zweiten Rettungswege der anliegenden Häuser und deren Erreichbarkeit sicherzustellen.

Das Konzept sehe laut Stadt unter anderem vor, dass die Vordächer der Verkaufswagen unverzüglich eingeklappt werden, um eine Durchfahrt für Einsatzfahrzeuge zu ermöglichen. Bestimmte Wagen könnten auch verfahren werden. Hilleringmann abschließend: „Zur besseren Befahrbarkeit wurden durch den EUV die Straßenbeleuchtung geändert und Straßenmöblierung versetzt.“

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