Beigeordneter verrät Kosten des Corona-Einsatzes an der Wittener Straße

mlzHaus-Quarantäne

Die UBP fragte, der Beigeordnete antwortete, der Bürgermeister ordnete ein: Was kostete der Einsatz des Sicherheitsdienstes zur Einhaltung der Corona-Quarantäne in den Häusern Wittener Straße?

Merklinde

, 26.06.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Thomas Schmidt ist Ratsherr der Unabhängigen Bürgerpartei (UBP) in Castrop-Rauxel. Er ist nicht als Vielredner und Vielfrager bekannt. Aber in der Ratssitzung vor der Sommerpause in Castrop-Rauxel stellte er der Stadtverwaltung eine Frage, als es um die Corona-Kosten ging: Was kostete die Stadt der Einsatz des privaten Sicherheitsdienstes zur Überwachung der Corona-Quarantäne im Häuserkomplex an der Wittener Straße in Merklinde mit seinen rund 100 Bewohnern auf engem Raum?

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Die Antwort gab der 1. Beigeordnete Michael Eckhardt, der auf einem CDU-Ticket im Verwaltungsvorstand in den Bereichen Ordnung und Sicherheit und Finanzen das Sagen hat: „Das sind Kosten, die nun einmal entstehen, ein großer fünfstelliger Betrag, rund 90.000 Euro“, so Eckhardt, der anschließend erläuterte: „Das ist auch gerechtfertigt, denn die Firma war mit acht Leuten drei Wochen lang da.“

Rund um die Gebäude an der Wittener Straße stand wochenlang ein Zaun. Er sicherte das Gelände und die dort verhängte Quarantäne für die knapp 100 Bewohner des Wohnkomplexes.

Rund um die Gebäude an der Wittener Straße stand wochenlang ein Zaun. Er sicherte das Gelände und die dort verhängte Quarantäne für die knapp 100 Bewohner des Wohnkomplexes. © Matthias Langrock

Man habe für die 90.000 Euro „eine gute Leistung erhalten, wir haben die Situation dort sehr befriedet. Die Sicherheitsleute haben einen guten Zugang zu den Bewohnern gehabt und dafür gesorgt, dass sogar der Hof aufgeräumt wurde. Das haben wir als Stadt und der Eigentümer jahrelang nicht geschafft.“

Ausgaben kommen auf den „Corona-Deckel“

Ihm als Kämmerer gefalle auch nicht, dass man diese Kosten habe. Aber sie kämen auf den „Corona-Deckel“: „Das wird uns so niemand erstatten. Es wird in Zukunft über lange Jahre abgeschrieben.“

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Was das heißt, erklärte Bürgermeister Rajko Kravanja: „Corona-Deckel bedeutet, dass wir coronabedingte Mehrausgaben und Mindereinnahmen gesondert aufschreiben. Wir können diesen Deckel ab in fünf Jahren über 50 Jahre hinweg abschreiben. Da gibt es noch viele Hilfen, aber das ist noch nicht gegengerechnet.“

In den Worten von Michael Eckhardt: „Die Abschreibungen über Jahre, auch wenn sie gering sind, ärgern mich trotzdem. Letztlich zahlen wir es, aber wie das bei Städten mit unserer Finanzlage so ist, über lange Jahre.“

Verl wollte wissen, wie Castrop-Rauxel es geschafft hat

Rajko Kravanja ordnete den Erfolg der Maßnahme ein: „Wir sind jetzt von der Stadt Verl im Kreis Gütersloh angeschrieben worden. Ein Beigeordneter kommt aus Dortmund und hat sich bei uns Amtshilfe geholt, wie wir an der Wittener Straße gearbeitet haben.“

Die Stadt Verl habe die Erkenntnisse in ihr Konzept übernommen, um so die Wohnkomplexe der Mitarbeiter der Tönnies-Schlachtfabrik zu behandeln.

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In den drei zusammenhängenden Häusern an der Wittener Straße, in denen viele Bulgaren und Rumänen auf engem Raum leben, hatte es im Spätfrühjahr einen Corona-Ausbruch gegeben. Die Häuser wurden komplett unter Quarantäne gestellt.

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