Beim Welt-Alzheimertag in ASG und Bürgerhaus darf man auch ein bisschen crazy sein

Demenz

Auch in diesem Jahr macht die Stadt Castrop-Rauxel wieder mit beim Welt-Alzheimertag. Am Samstag, 21. September, will man der Demenz offen begegnen. Auch eine Clownin macht mit.

Castrop-Rauxel

, 30.08.2019, 07:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Beim Welt-Alzheimertag in ASG und Bürgerhaus darf man auch ein bisschen crazy sein

Die Akteure des Welt-Alzheimertags am 21. September beim Vorbereitungstreffen auf Schwerin. „Demenz. Einander offen begegnen" lautet das Motto des Aktionstags. © Schlehenkamp

Es ist keine Premiere, sondern gewohntes Terrain, wenn die Stadt Castrop-Rauxel wieder mitmacht beim Welt-Alzheimertag. Der wird am Samstag, 21. September, begangen.

Im wahren Wortsinn. Denn es geht an dieser Stelle um den Weg, den Menschen finden, mit der Diagnose Alzheimer oder Demenz umzugehen. Was für sie selbst ebenso steht wie für die Angehörigen.

Schon seit 2010 zieht die Stadt hier mit vielen Akteuren vor Ort, die unterstützend wirken, an einem Strang. An dem Tag wird gebündelt und dargestellt, welche vielfältigen Hilfsangebote es gibt. Und dass das Alles sogar Spaß machen kann - bei aller Ernsthaftigkeit und manchmal erschütternden Schicksalen. Denn die Diagnose Alzheimer stellt die Menschen ja vor eine große Herausforderung und bringt sie nicht selten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

Vier Stunden lang steht der 21. September in Castrop-Rauxel unter dem Motto „Demenz. Einander offen begegnen“. Veranstaltungsort sind wieder Bürgerhaus und ASG-Aula an der Leonhardtraße. Der Bereich Soziales der Stadtverwaltung stellt dann in Zusammenarbeit mit der VHS und vielen anderen lokalen Trägern und Verbänden ein informatives und hilfreiches Programm vor, um Kranken und ihren Angehörigen aufzuzeigen, wie man durch medizinische Behandlung, Beratung, soziale Betreuung und fachkundiger Pflege mit der Krankheit umgehen kann. Los geht‘s um 10 Uhr, Ende ist um 14 Uhr.

„Das Ganze hat sich sehr positiv entwickelt“

„Als Eyecatcher gibt es laufend ein Drehorgelspiel vor dem Bürgerhaus“, sagte Frank Trzeziak bei einem Pressetermin am Mittwoch, 28. August, als es nicht nur um Details des Programms ging, sondern auch darum, wer mithilft beim Auf- und beim Abbauen. Clownin NanaRosen, mit bürgerlichem Namen als Johanna Luther unterwegs, gehört ebenfalls zum „laufenden“ Programm.

Der Ablauf im Einzelnen:

Um 10 Uhr eröffnet Regina Kleff, Beigeordnete für Soziales, das Programm.

Um 10.15 Uhr hält Chefarzt Dr. Holger Gespers (EvK) einen 15-minütigen Vortrag zum Thema Demenz.

Weiter auf der Bühne:

10.30 Uhr Chor Café Pause vom Café Pause

11.30 Uhr Aktivierungsrunde mit dem Pflegenetz Martina Rosenberger

12.30 Uhr Shanty-Chor

13 Uhr Seniorentanzgruppe/Sitztanz mit dem Bundesverband Seniorentanz in Zusammenarbeit mit der VHS, 13.30 Uhr Lückentext / spielerisches Gedächtnistraining mit dem Altenzentrum St. Lambertus.

Im Bürgerhaus nebenan geht es um 11 Uhr bei der Märchenstunde mit Elisabeth Kister von der Caritas und dem Gedächtnistraining um 12 Uhr mit der VHS ein wenig ruhiger zu. Übrigens ist an diesem Samstag auch die neue Ausstellung zum Alter in der Karikatur zugänglich. Sie wird am 19. September um 18 Uhr im Bürgerhaus eröffnet.

„Bei dieser Veranstaltung kann man sich eine Menge Infos holen“, sagt Angelika van Riel, Chefin der Alzheimer-Selbsthilfegruppe. Und mit den Leuten ins Gespräch kommen.

„Das Ganze hat sich sehr positiv entwickelt“, sagt Dr. Holger Gespers. Die Interessenlage in der Öffentlichkeit habe sich gewandelt, früher habe man vielfach den Begriff Demenz mit großem Abstand gesehen, jetzt sei man viel offener. Und in der lockeren Atmosphäre mit ein bisschen was zu essen mache das Verweilen durchaus Freude.

„Die Menschen sind ja nicht doof oder dumm“, sagt Ute Hartung vom Altenheim St. Lambertus. Vielleicht gelinge es, den Begriff Demenz wie er durch Funk und Fernsehen bekannt sei, ein wenig zu relativieren. „Und ich möchte neue Leute für den Beruf in der Pflege begeistern“, fügt sie hinzu.

Die gute Botschaft, sagt Gaby Stiller vom Café Pause, sei auch die, dass in Castrop-Rauxel ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut worden sei - mit viel Vertrauen untereinander. Da könne man auch schon mal einen Spruch loswerden wie „crazy bis zum Schluss“, heißt es in der Runde.

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