Beton-Schlamassel von Thomasstraße landet vor Gericht: Prozess um teure Kanal-Baustelle

mlzThomasstraße/Kolpingstraße

Der EUV klagt gegen einen Bürger, der 2017 die Kanäle an der Thomasstraße mit Beton verstopft haben soll. Vor Gericht könnte es teuer werden - ein Einigungsversuch ist bereits gescheitert.

Castrop-Rauxel

, 13.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weggekippter Flüssigbeton verstopfte im Dezember 2017 die Abwasserrohre an der Thomasstraße. Die Stadt musste die Straße aufreißen und die Rohre sanieren, damit das Wasser wieder fließen konnte. Bis März 2018 waren Thomasstraße und Kolpingstraße teils gesperrt - die Baustelle wurde teuer. Immerhin hatte die Stadt bei der Suche nach dem Verursacher Erfolg. Ein Bauherr soll den Beton in die Kanalisation gekippt haben.

Prozess soll 2020 starten

Der Bürger und der Stadtbetrieb EUV werden sich nun bald vor Gericht treffen. „Wir haben eine Schadenssumme in Höhe von knapp 140.000 Euro nebst Zinsen geltend gemacht“, teilt Sabine Latterner vom EUV Stadtbetrieb auf Anfrage mit. Der Prozess soll im kommenden Jahr vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen starten.

Weil das Gericht mit tausenden Fällen ausgelastet sei, könne es in diesem Jahr keinen Verhandlungstermin mehr geben, sagt Wolfgang Thewes, Pressedezernent und Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Im Mai habe es aber bereits ein Güterichterverfahren gegeben.

Bürger ließ Vermittlungsversuch platzen

Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das früher Mediation genannt wurde. Dabei versuchen beide Parteien eines Rechtsstreits, sich zu einigen, bevor es zu einem Prozess kommt. Ein Mediator versuche als Vermittler beide Parteien dazu zu bewegen, aufeinander zuzugehen, erklärt Thewes.

Im Fall des Beton-Schlamassels von 2017 ist dieses Güterichterverfahren allerdings gescheitert. Eine Einigung sei von dem Bürger abgelehnt worden, sagt Thewes. Deshalb kommt es nun zum Prozess. „Die Gegenseite hat die Haftung nicht anerkannt, somit konnte keine Einigung erzielt werden“, sagt Sabine Latterner, Pressesprecherin des Stadtbetriebs EUV.

Verfahren kann sich hinziehen

Die Verhandlungen werden sich aber voraussichtlich etwas hinziehen. „Die durchschnittliche Verfahrensdauer beträgt derzeit ein Jahr“, sagt Richter Thewes. Derzeit gebe es tausende Verfahren, die am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen verhandelt würden.

Beton-Schlamassel von Thomasstraße landet vor Gericht: Prozess um teure Kanal-Baustelle

Beton-Schlamassel: An der Kolpingstraße und Thomasstraße verstopfte Beton die Abflussrohre. © Tobias Weckenbrock

Nach Hinweisen aus der Bevölkerung hatte die Stadt den mutmaßlichen Verursacher der Beton-Verstopfung gefunden und angekündigt, die Gebührenzahler nicht auf dem fünfstelligen Schaden sitzen zu lassen. Ein Leser hat nun noch einmal in der Redaktion nachgefragt, wie es um dieses Vorhaben steht. Die Schadessumme habe sich letzlich auf knapp 140.000 Euro belaufen, so Latterner. Diese Summe inklusive Zinsen wird der EUV im Prozess dann einfordern.

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