Bewährung für vorbestraften Spendensammler

Gefälschter AWO-Ausweis

Ein falscher Spendensammler war im letzten Jahr in Castrop-Rauxel von Tür zu Tür gegangen und hatte um Geld für die Arbeiterwohlfahrt gebeten. Im Prozess stellte sich nun heraus: Die Sammler-Tour war jahrelang seine Masche.

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabi Regener

, 21.05.2013, 16:12 Uhr / Lesedauer: 1 min

Großzügigkeit war daher für sie Ehrensache, als einige Wochen später der Angeklagte vor der Tür stand, um eine Spende bat. Fünf Euro habe sie geben wollen, doch als der Sammler angab, ab zehn Euro gäbe es eine Spendenquittung, verdoppelte sie. Das tat auch ihr Ehemann einige Wochen später, als der falsche AWO-Sammler wieder einmal vor der Tür stand.Er wollte direkt zehn Euro spenden. „Da erklärte der Sammler, meine Frau hätte ihm 20 Euro zugesagt“, erinnerte er sich. Und er zahlte. Das war jedoch das letzte Mal. Als das Ehepaar diese Ungereimtheit aufdeckte, informierten die beiden den Träger, erfuhren, dass keine Sammler von Tür zu Tür gehen und erstatteten Anzeige. Eine Überführung auf frischer Tat klappte zunächst allerdings nicht – bis der Täter beim Nachbarn klingelte.

Sein langes Vorstrafenregister machte deutlich, dass er diese Sammler-Tour schon seit Jahren mit mehr oder weniger Erfolg erprobte. Diebstahl und immer wieder Betrug. Auch als falscher Spendensammler. Weil ihn Geldstrafen anscheinend nicht abgeschreckt hätten, so der Richter, verhängte er diesmal eine zweimonatige Haftstrafe auf Bewährung, dazu 100 Stunden soziale Arbeit. 

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