Bewährungshilfe in Castrop-Rauxel könnte mit Dortmund zusammengelegt werden

Ambulanter Sozialer Dienst

Der Ambulante Soziale Dienst (ASD) hilft Straftätern, die von Arbeitslosigkeit, Überschuldung oder Sucht betroffen sind. Es gibt Überlegungen, die Dienststelle in Castrop-Rauxel zu schließen.

Castrop-Rauxel

, 15.12.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bewährungshilfe in Castrop-Rauxel könnte mit Dortmund zusammengelegt werden

Bewusst unscheinbar: In einem Mehrfamilienhaus auf Schwerin an der Dortmunder Straße ist der ambulante soziale Dienst (ASD) untergebracht. Das ist eine Einrichtung der Justiz NRW. Hier erhalten verurteilte Straftäter Bewährungshilfe. © Tobias Weckenbrock

Die Castrop-Rauxeler Dienststelle des ambulanten sozialen Dienstes (ASD) betreut aktuell etwa 290 Personen, 180 davon aus Castrop-Rauxel, die straffällig geworden sind und nun Unterstüzung für ihre Bewährungszeit brauchen.

Diese Personen sind von Arbeitslosigkeit, Überschuldung, Sucht, sozialer Desintegration oder verringerter sozialer Kompetenz betroffen. Bald könnte ihre Anlaufstelle in Castrop-Rauxel wegfallen, befürchtet Lisa-Kristin Kapteinat, SPD-Landtagsabgeordnete für die Stadt.

Denn es gibt Überlegungen, die Castrop-Rauxeler Dienststelle des ASD zu schließen und mit der Dortmunder Dienststelle zusammenzulegen. Kapteinat befürchtet in dem Fall einen „empfindlichen Eingriff in die bewährte Praxis“ und hat beim Landtag eine sogenannte Kleine Anfrage gestellt, ob an den Schließungsgerüchten etwas dran ist.

ASD-Leiter soll Argumente zusammentragen

Nach einigen Wochen des Wartens hat die Landesregierung nun auf die Anfrage geantwortet. Viel schlauer sind Kapteinat und der ASD nun aber immer noch nicht.

„Es gibt (Vor-)Überlegungen, die Dienststelle (...) in Castrop-Rauxel aufzulösen und die Aufgaben der Dienststelle in Dortmund zu übertragen“, antwortet der Präsident des Landgerichts Dortmund, Klemens Thiemann. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen worden.

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Der Leiter des ASD und der für die ASD-Dienststelle in Castrop-Rauxel zuständige Gruppenleiter sind gebeten worden, Argumente zusammenzutragen, die für und gegen die Zusammenlegung sprechen. Einsparpotenziale bei Miete und Personal stünden bei der Entscheidung nicht im Vordergrund, heißt es in der Antwort.

Betreuung „am besten vor Ort“

Lisa-Kristin Kapteinat will für einen Erhalt der Dienststelle vor Ort kämpfen. „Die Dienststelle in Castrop-Rauxel ist gut vernetzt mit den öffentlichen Einrichtungen und bekannt und beliebt bei den Probanden. Die Arbeit der ASD-Mitarbeiter ist ein wichtiger Bestandteil bei der Betreuung straffälliger Personen, die am besten vor Ort stattfinden sollte“, schreibt Kapteinat.

Der ASD berät straffällig gewordene Personen und hilft ihnen, ihr Leben wieder zu organisieren. Im Rahmen einer Gerichtshilfe organisiert der ASD auch einen Täter-Opfer-Ausgleich oder überwacht die Ableistung gemeinnütziger Arbeit.

Den Klienten würde es wohl schwer fallen, auch aus finanziellen Gründen, die Dienststelle in Dortmund aufzusuchen. Kapteinat hofft nun, dass die Prüfung der Sachverständigen zu dem gleichen Ergebnis kommt wie sie.

Das ist eine Kleine Anfrage

  • Durch eine Kleine Anfrage kann jeder Abgeordnete Auskunft von der Landesregierung verlangen. Die Kleine Anfrage wird schriftlich vorgelegt und darf sich nur auf einen eingegrenzten Sachverhalt beziehen. Oft werden damit Probleme aus dem Wahlkreis des Fragestellers aufgegriffen.
  • Innerhalb von vier Wochen soll die Landesregierung schriftlich antworten. Geschieht dies nicht, kann der Fragesteller beantragen, dass die Landesregierung seine Kleine Anfrage in der Plenarsitzung mündlich beantwortet.
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