Berufskolleg zieht zum Teil um: Darum fahren 270 Personen im neuen Schuljahr nach Ickern

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Das Berufskolleg Castrop-Rauxel mit über 2000 Schülern ist in den Ferien - aber nicht ganz: Ein Teil der Schule zieht jetzt nach Ickern um. Wir erklären, für wen und warum es nötig ist.

Castrop-Rauxel

, 21.07.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwa 250 Schüler und 20 Lehrer des Berufskollegs Castrop-Rauxel ziehen um: Für ein Jahr werden sie nach Ickern in die ehemalige Gesamtschule ausgelagert. Grund sind Arbeiten am Gebäude 7, die 3 Millionen Euro kosten.

Berufskolleg zieht zum Teil um: Darum fahren 270 Personen im neuen Schuljahr nach Ickern

Das ist das sanierungsbedürftige Gebäude am Berufskolleg. © Kreis Recklinghausen

Diesen Beschluss fasste im November 2018 der Kreistag: 90 Prozent der damals veranschlagten 3,2 Millionen Euro kommen aus dem Fördertopf Kommunalinvestitions-Förderungsgesetz II (KInvFöG II), 320.000 Euro aus den Mitteln des Kreises, der Schulträger des BKCR ist.

13 Klassenräume in Gesamtschule angemietet

Angemietet hat der Kreis Recklinghausen dafür 13 Klassenräume und einen ergänzenden Trakt für die Schulverwaltung und die Lehrer – und zwar vom 1. August bis zum 31. Juli 2020. Dafür überweist er monatlich 10.000 Euro Miete an die Stadtkasse in Castrop-Rauxel. Miete, Strom, Wasser, Hausmeisterdienst, Reinigungskosten: all das soll laut Pressestelle des Kreises damit abgegolten sein.

Berufskolleg zieht zum Teil um: Darum fahren 270 Personen im neuen Schuljahr nach Ickern

Kisten packen und Möbel schleppen heißt es in diesen Sommerferien am Berufskolleg: Das Gebäude 7 wird komplett leer gezogen. Für ein Jahr weicht die Schule in die Aapwiesen aus. © BKCR

Umgebaut wird das Werkstattgebäude 7 des Berufskollegs an der Wartburgstraße. Es ist aus dem Jahr 1975 und umfasst insgesamt 1640 Quadratmeter auf einer Etage. Das Dach, das 2004 saniert wurde, ist laut Beschlussvorlage 15 Jahre danach schon wieder undicht, die Dämmung durchnässt.

Holzwerkstatt, Gestaltung, Physik-Fachraum: dicht

Betroffen vom Umzug ist die Holzwerkstatt, zwei weitere Räume aus dem Bereich Gestaltung, zwei Klassenräume, zwei Vorbereitungsräume, ein Fachraum Physik, ein Computerraum und ein Beratungszimmer. Zudem steht ein Hausmeisterraum in der Zeit nicht zur Verfügung.

Für den Unterricht hat das natürlich Folgen: Die Schüler, die in der Holzwerkstatt arbeiten, haben sich laut Anna Lea Kopatschek von der Pressestelle des Kreises darauf vorbereitet. Sie haben Holz-Rohlinge erstellt, an denen sie auch in Ickern weiterarbeiten können.

Kita, Unterkunft: Unterschiedliche Einrichtungen im Gebäude

Die Gesamtschule in Ickern, die 2017 ausgelaufen ist, wird schon von anderen Einrichtungen genutzt: Diese Woche ist die Kita Villa Kunterbunt in den Pavillon auf dem Schulhof umgezogen. Auch die städtische Unterkunft für Wohnungslose ist in der ehemaligen Grundschule an der Marienburger Straße, einem Flügel des großen Gebäudetraktes, untergebracht.

Berufskolleg zieht zum Teil um: Darum fahren 270 Personen im neuen Schuljahr nach Ickern

Kisten packen und Möbel schleppen heißt es in diesen Sommerferien am Berufskolleg: Das Gebäude 7 wird komplett leer gezogen. Für ein Jahr weicht die Schule in die Aapwiesen aus. © BKCR

Im Berufskolleg wurden in der Woche vor den Ferien schon Kisten gepackt. In der ersten Ferienwoche war laut Kolleg-Leiter Fred Nierhauve ein Umzugsunternehmen da, das die Arbeiten nun in der unterrichtsfreien Zeit regelt.

Schulleiter sagt: „Gute Voraussetzungen“

Wird in der ehemaligen Gesamtschule guter Unterricht möglich sein? „Ja, auf jeden Fall“, sagt Nierhauve auf Anfrage unserer Redaktion. „Das Schulgebäude der JKG hat noch eine aktuelle Infrastruktur mit Tafeln, Tischen und Stühlen. Die Räumlichkeiten bieten gute Voraussetzungen für zeitgemäßen Unterricht gemäß dem Leitbild der Schule.“

Einschränkungen gebe es nur beim EDV-Raum. Positiv sei aber, dass auch eine Sporthalle zur Verfügung stünde. So halte sich auch das Pendeln zwischen den Standorten Wartburgstraße und Waldenburger Straße in Grenzen.

„Darauf haben wir lange gewartet“

Er freue sich über die Entwicklung. „Darauf haben wir lange gewartet“, so Nierhauve. Das Werkstattgebäude sei nach dem Auszug der gewerblich-technischen Berufe nur notdürftig für regulären Unterricht hergerichtet worden, weil es 2010 so aussah, als würde die Schule auf unter 2000 Schüler schrumpfen. Man setzte die Sanierung dort aus und wollte das Gebäude abgeben. Stattdessen hatte das BKCR 2015 500 Schüler mehr als in der Prognose von damals vorhergesagt.

Berufskolleg zieht zum Teil um: Darum fahren 270 Personen im neuen Schuljahr nach Ickern

Kisten packen und Möbel schleppen heißt es in diesen Sommerferien am Berufskolleg: Das Gebäude 7 wird komplett leer gezogen. Für ein Jahr weicht die Schule in die Aapwiesen aus. © BKCR

Das renovierte Gebäude werde nun Klassenräume nach dem aktuellen Standard erhalten, in denen durchgängig Unterricht mit digitalen Medien möglich sei. Die Werkstätten für Holztechnik und Gestaltungstechnik entstehen ganz neu. Nierhauve: „Es wird also nicht nur die Hülle saniert, sondern auch die Ausstattung den aktuellen Erfordernissen angepasst.“

Mit allen Gebäudeteilen auf sehr hohem Standard

Positiv auch: Es wird nach Abschluss der Sanierung eine Küche auf Erdgeschossniveau zur Verfügung stehen, bei der entsprechend den Hygieneregeln die Verfolgung der Lebensmitteln im Endausbau vom Einkauf bis zum Verzehr digital möglich sein. „Nach der Sanierung werden wir mit allen Gebäudeteilen auf einem sehr hohen Standard sein“, so Nierhauve.

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